CDU in Stuttgart: Wie die Hoffnung allmählich abnimmt

08. März 2026
Manuel Hagel (picture alliance/dpa/Marijan Murat)

CDU in Stuttgart: Wie die Hoffnung allmählich abnimmt. Als die Balken für die Grünen um 18 Uhr auf 31,5 Prozent schnellen, ist die Enttäuschung in der Stuttgarter CDU-Zentrale groß. Kraftausdrücke des Bedauerns fallen. Doch nur Sekunden später beginnt das Hoffen. Die Union liegt nur einen Prozentpunkt hinter den Grünen. Da ist noch nicht ausgeschlossen, dass sich die Positionen noch drehen könnten. Aber es macht auch die Hochrechnung bei einem anderen Sender bereits per Mund-zu-Mund-Propaganda die Runde.

Da liegen die Grünen drei Prozentpunkte vorne. Ein ehemaliger Chef der Jungen Union im Südwesten schimpft: „Die Schmutzkampagne hat gezogen.“ Es sei ihm aber lieber, „ehrlich zu verlieren, als unehrlich zu gewinnen“. Die Wut über die Kampagnen, die über Social Media in den letzten Wochen des Wahlkampfes gefahren wurden, ist mit Händen zu greifen.

Rund 30 Prozent: Der reine Stimmanteil geht für die Anhänger im Südwesten in Ordnung. Als am Nachmittag erste Zahlen kursieren, sind die Befürchtungen groß. Um 16.30 Uhr kommt das Präsidium der Landes-CDU zusammen. Die Ministerinnen Nicole Razavi, Nicole Hoffmeister-Kraut, die Bezirkschefs Andreas Schwab und Thomas Bareiß und die anderen stärken Spitzenkandidat Manuel Hagel den Rücken.

Um 18.15 Uhr stellt sich Hagel vor die Kameras. Er hält sich gut, er ist gefasster als manche Anhänger. Ihn trägt der Applaus der Parteifreunde. Besonders kräftig ist der Applaus, als Hagel den Anhängern dankt, sie seien „mit Anstand über sich selbst hinausgewachsen“. Hagel übernimmt explizit die Verantwortung dafür, „wie der Wahlkampf angelegt war, wie er gelaufen ist und für das Wahlergebnis.“ Es klingt fast, als übernehme er die Verantwortung für eine Wahlniederlage.

Um 20.30 Uhr sind die meisten Anhänger weg. Mit dem Gefühl, verloren zu haben, fahren sie nach Hause. Doch dann gibt es plötzlich wieder Anlass zu hoffen. Die Hochrechnungen werden jetzt enger. Jetzt fließen die Stimmen der Briefwähler in die Hochrechnungen ein. Und viele Briefwähler haben schon vor vier Wochen ihre Stimme abgegeben, als die Videos noch nicht auf dem Markt waren. Die wenigen, die jetzt noch ausharren, hoffen darauf, dass die Menschen im Südwesten am Montag mit einer handfesten Überraschung aufwachen: Manuel Hagel liegt doch vorn. Markus Grabitz

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Letzte Aktualisierung: 08. März 2026