Rücktritt des Bosnien-Beauftragten: Wadephul und Kallas wehren sich gegen Einfluss von Putin und Trump

Christian Schmidt (dpa/Michael Kappeler)

Rücktritt des Bosnien-Beauftragten: Wadephul und Kallas wehren sich gegen Einfluss von Putin und Trump. Nach der Ankündigung von Christian Schmidt, als Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina (OHR) zurückzutreten, warnen deutsche Außenpolitiker vor Einmischung durch autoritäre Kräfte. Für Johann Wadephul muss das nach Ende des Bosnien-Kriegs 1995 geschaffene Amt des Hohen Repräsentanten weiter „eine Schlüsselrolle für die Zukunft des Landes“ spielen. Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Adis Ahmetović sagt Table.Briefings: „Der Rückzug des OHR darf nicht zur Einladung für weitere Destabilisierungsversuche werden, die EU sollte jetzt geschlossen klare Grenzen ziehen.“

Die USA hatten zuletzt massiv auf eine Absetzung Schmidts gedrängt. Das ist auf einen Kurswechsel von Donald Trump gegenüber dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić und dessen bosnisch-serbischen Verbündeten Milorad Dodik zurückzuführen. US-Sanktionen gegen Dodik und dessen Familie wurden im Oktober 2025 ohne Begründung aufgehoben – nachdem der bosnisch-serbische Politiker viel Geld in Lobbyarbeit in den USA investiert hatte. Wladimir Putin unterstützt Dodik.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas forderte am Montag eine schnelle Entscheidung. Die wegen Demokratiedefiziten in der Kritik stehende Protektoratsbehörde solle nicht weiter geschwächt werden. „Wir müssen bei der Suche nach einem Nachfolger an einem Strang ziehen“, so Kallas. Das Amt wurde nach dem Dayton-Friedensschluss eingerichtet; der ihm vorsitzende 55-köpfige Friedensimplementierungsrat (PIC) will im Juni über einen Nachfolger entscheiden. Am Wochenende war Dodik auf der Siegesfeier über Nazi-Deutschland in Moskau zu Gast. Weshalb Dodiks Konfrontationskurs mit dem Westen in Teilen der USA politische Resonanz findet, lesen Sie im Security.Table. Markus Bickel, Stephan Israel

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Letzte Aktualisierung: 11. Mai 2026