AfD in Sachsen-Anhalt: Ein Parteitag der besonderen Art

12. April 2026

AfD in Sachsen-Anhalt: Ein Parteitag der besonderen Art. Medienschaffende jenseits des rechten Spektrums sind anscheinend der größte Feind aus Sicht des AfD-Landesverbandes, der ab Herbst die erste Regierung der Parteigeschichte führen will. Das wurde am Samstag in Magdeburg erneut deutlich. In seiner Auftaktrede schimpfte Landeschef Martin Reichardt auf „Propagandaknechte in Presse und Medien“ und „linke Lohnknechte in Redaktionsstuben“. Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes wollten Journalisten nach Beginn des Parteitags den Zugang verwehren mit der unzutreffenden Begründung, dass kein Diensthund mehr da sei. Die Presse-Arbeitsplätze waren – anders als bei anderen Parteien üblich – nicht mit Stromanschlüssen und WLAN-Zugängen versehen.

Der Landesverband weigert sich offensichtlich, seine Vetternwirtschaftsaffäre aufzuarbeiten. Stattdessen hat er das Narrativ einer bösartigen medialen Lügenkampagne etabliert. Den gesetzten Ton verstärkten AfD-Anhänger am Samstag auf X. Ein Sturm der Beschimpfungen prasselte auf manche Berichterstattende nieder, oft klassische Neonazi-Kampfbegriffe wie „Lügen-“ oder „Systempresse“. Die Kommission, die der Verband zur Aufarbeitung der Affäre eingesetzt hat, blieb unerwähnt. An ihrer Unabhängigkeit bestehen Zweifel (Table.Briefings berichtete). Es wurde außerdem deutlich, wie strikt die Delegierten auf Linie des Vorstands waren. Nur einen Ausfall gab es. Was geschah und welche weiteren Schlüsse Magdeburg zulässt, lesen Sie in der Analyse des Berlin.Table. Franziska Klemenz

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Letzte Aktualisierung: 12. April 2026