Umwelttechnologien als Wachstumstreiber: Zwischen Potenzial und politischer Realität

Umweltminister Carsten Schneider betont im Interview mit Table.Briefings, dass Umwelttechnologien oft unterschätzt werden, obwohl sie weltweit stark wachsen und Deutschland hier eine führende Rolle einnimmt. Anders als in klassischen Industrien gebe es keine Krise, sondern kontinuierliche Entwicklung und großes Zukunftspotenzial, insbesondere wenn Innovationen aus Forschung und Patenten stärker in marktfähige Produkte und Arbeitsplätze umgesetzt werden. Gleichzeitig wächst der internationale Wettbewerb, vor allem durch China, weshalb deutsche Unternehmen ihre vorhandenen Vorteile aktiv nutzen und ausbauen müssen.

Auch auf europäischer Ebene wird zunehmend erkannt, dass nachhaltige und zirkuläre Geschäftsmodelle nicht nur umweltpolitisch notwendig, sondern ein zentraler wirtschaftlicher Wettbewerbsvorteil sind. EU-Umweltkmmissarin Jessika Roswall beschreibt Kreislaufwirtschaft im Interview mit Table.Briefings als wirtschaftliche Notwendigkeit und Wettbewerbsvorteil für Europa. Sie betont, dass nachhaltige Geschäftsmodelle helfen, Rohstoffkosten zu senken und Abhängigkeiten zu reduzieren. Einigkeit besteht darin, dass politische Rahmenbedingungen entscheidend sind - etwa durch Förderung von Nachfrage nach Recyclingmaterialien, beispielsweise über öffentliche Beschaffung.

Sowohl auf Schneider als auch Roswall zeigen auf, dass es noch Umsetzungsprobleme gibt: Uneinigkeit über konkrete Maßnahmen, fragmentierte Märkte in Europa und eine bislang zu geringe Nachfrage nach Sekundärrohstoffen bremsen die Entwicklung. Inhaltlich wird zudem deutliche, dass Kreislaufwirtschaft über Recycling hinausgeht und den gesamten Produktlebenszyklus umfasst.

Trotz aktueller Schwierigkeiten, etwa in der Recyclingbranche, überwiegt langfristig der Optimismus. Umwelttechnologien und zirkuläre Ansätze gelten als zentral für nachhaltiges Wachstum - erfordern jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen und ein stärkeres langfristiges Denken. Caspar Dohmen, Marc Winkelmann

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Letzte Aktualisierung: 06. Mai 2026