Kritische Rohstoffe: Zweifel an Projektauswahl der EU

12. Mai 2026

Kritische Rohstoffe: Zweifel an Projektauswahl der EU. Um Europa mit Rohstoffen zu versorgen, fördert die EU-Kommission strategische Projekte. Laut internen Dokumenten, die Table.Briefings ausgewertet hat, wurden im ersten Auswahlverfahren 2025 einige Projekte nachträglich der Liste hinzugefügt, die gut zwei Wochen zuvor dem Urteil von Fachleuten nicht standgehalten hatten. Es geht um elf der insgesamt 60 strategischen Projekte. Der Vorgang wirft Fragen zur methodischen Integrität und Glaubwürdigkeit des Auswahlprozesses auf. Brisant ist der Vorgang unter anderem, weil einige der später hinzugefügten Projekte hochumstritten sind.

Für Simon Glöser-Chahoud, Wirtschaftswissenschaftler an der TU Bergakademie Freiberg, ist der Vorgang „zumindest erklärungsbedürftig“. Politische Einflussnahme im Auswahlverfahren sei zwar nicht auszuschließen, weil Mitgliedstaaten im Europäischen Critical Raw Materials Board institutionell eingebunden seien. Rohstoffprojekte seien schließlich standort-, industrie- und sicherheitspolitisch relevant. „Aber gerade deshalb braucht es hohe Transparenz“, sagte der Wirtschaftswissenschaftler Table.Briefings. Die EU-Kommission lehnte bisher allerdings alle Anträge auf Einsicht der Dokumente und Gutachten aus dem Auswahlverfahren ab. Welche umstrittenen Projekte nachträglich auf die Liste kamen, lesen Sie im ESG.Table. Caspar Dohmen

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Letzte Aktualisierung: 12. Mai 2026