Die Auswirkungen von KI werden nicht nur technologisch sein

06. Mai 2026

KI wird kurzfristig überschätzt – der Wert entsteht nicht in der Infrastruktur, sondern in ihrer Anwendung. Das sagte Scott Galloway, Marketing-Professor an der Stern School of Business der New York University und Seriengründer, am Dienstag beim OMR Festival in Hamburg.

Rechenzentren sind aus Galloways Sicht zu einer „Bubble“ geworden, die bald platzt – hoher Energieverbrauch, steigende Strompreise, kaum lokale Jobs. Aber es gebe auch KI-Gewinner. Sein Tipp: Amazon. Das Unternehmen verfüge über eine der größten Roboterflotten der Welt und realisiere Effizienzgewinne in der Logistik. Die Vormachtstellung von Nvidia und OpenAI währenddessen sei stark am Bröckeln, weil sich neue, anwendungsnahe Angebote etablieren.

Den nächsten Billionenmarkt sieht Galloway im All. Sinkende Startkosten und steigende Rüstungsnachfrage treiben die Raumfahrt; neben SpaceX sieht er Raum für neue Anbieter. Auf der Verliererseite stehe etwa die Filmindustrie. Die stehe vor einem radikalen Umbau: KI-gestützte Produktion mache Tausende Beteiligte überflüssig – schon heute zeige sich, wie Inhalte mit einem Bruchteil der Kosten erstellt werden können.

Die düsterste Prognose betrifft nicht Märkte, sondern Menschen. Immer mehr junge Nutzer entwickelten Bindungen zu KI-Systemen. Aber wer keine echte Zurückweisung erlebe, lerne auch nicht, damit umzugehen – und das werde sich auf die Gesellschaft auswirken. Alex Hofmann

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Letzte Aktualisierung: 06. Mai 2026