Berlin.Table – Ausgabe 769

Milliardenloch durch Einkommensteuerreform + Warkens Entgegenkommen + GEAS gegen Tariftreue

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Talk of the Town

Einkommenssteuer: Was der Reformvorschlag der CDU kosten würde und wo die Herausforderungen liegen

Die CDU hat ein neues Thema, das ihr besonders wichtig ist: eine umfassende Einkommenssteuerreform. Gut, ganz neu ist das nicht. Die CDU fordert das seit Jahren – mal mehr, mal weniger konkret. Der Spitzensteuersatz soll künftig erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 80.000 Euro greifen, und nicht wie jetzt ab 69.000 Euro. Das hatte Carsten Linnemann gefordert. Auf ihrem Parteitag ging die CDU noch deutlich weiter: Der Einkommenssteuertarif soll im gesamten Verlauf abgeflacht werden. Den Antrag von Gitta Connemann nahm der Parteitag ohne große Debatte an. Es geht um Entlastung der Steuerzahler. Für den Bundeshaushalt aber würde das eine Belastung bedeuten, die schwer zu kompensieren wäre.

Denn die Kosten dieses Vorschlags wären gewaltig. Allein die „kleine Lösung“, die Spitzensteuersatz-Grenze zu verschieben, würde nach Berechnungen des DIW-Steuerexperten Stefan Bach zu Mindereinnahmen von rund neun Milliarden Euro führen. Weitaus höher wären sie, wenn der Einkommensteuertarif wie im Antrag gefordert, „im ganzen Verlauf abgeflacht“ würde. Diese „große Lösung“ würde bedeuten, den sogenannten „Mittelstandsbauch“ komplett zu beseitigen – jenen Knick in der Grenzsteuerkurve, der dazu führt, dass die Steuerbelastung bei niedrigen Einkommen besonders schnell ansteigt. Dies hätte nach Berechnungen, die Bach für Table.Briefings erstellt hat, staatliche Mindereinnahmen von 66 Milliarden Euro im Jahr zur Folge.

Eine Gegenfinanzierung dafür ist nicht in Sicht. Der DIW-Experte schätzt, dass rund ein Viertel der Ausfälle durch zusätzliche Einnahmen an anderer Stelle ausgeglichen würde, etwa durch höhere Mehrwertsteuereinnahmen, wenn das zusätzliche Nettoeinkommen in Konsum fließt, oder durch mehr Einkommensteuer, wenn infolge der niedrigeren Steuerbelastung mehr gearbeitet wird. Aber etwa 75 Prozent müssten demnach durch Steuererhöhungen an anderer Stelle oder durch Ausgabenkürzungen gegenfinanziert werden. Vorschläge dazu finden sich im CDU-Antrag nicht.

Die denkbare Lösung, im Gegenzug die Mehrwertsteuer zu erhöhen, lehnt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer ab. „Davon halte ich gar nichts“, sagt er Table.Briefings. Es sei der „faulste Weg, Steuerpolitik zu machen, Menschen im alltäglichen Konsum zu belasten“. Dann könne man sich alle „Entlastungsvorschläge im Einkommensteuerrecht für die arbeitende Mitte auch wieder sparen“, sagt Schweitzer. Würde die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte angehoben, ergäbe das Mehreinnahmen von 30 Milliarden Euro. Ein Teil der Geldprobleme wäre damit gelöst, doch die SPD will diesen Schritt auf alle Fälle vermeiden.

Die Sozialdemokraten setzen darauf, im Gegenzug den Spitzensteuersatz zu erhöhen. Das würde nicht nur Einnahmen generieren, sondern auch dazu führen, dass von der Verschiebung der Steuerkurve tatsächlich vor allem kleinere und mittlere Einkommen profitieren – was sowohl im Wahlprogramm der Union als auch im Koalitionsvertrag angekündigt wurde. Ohne eine gleichzeitige Erhöhung des Spitzensteuersatzes würden dagegen Bezieher hoher Einkommen am stärksten entlastet: So würde bei der „großen Lösung“ ein geringverdienender Single (28.000 Euro zu versteuerndes Einkommen) nicht einmal 500 Euro Steuern im Jahr sparen, bei einem Normalverdiener (48.000 Euro) wären es 1500 Euro, bei einem Spitzenverdiener dagegen über 3.700 Euro. Die „kleine Lösung“, bei der nur der Grenzwert für den Spitzensteuersatz verschoben würde, brächte Geringverdienern fast nichts, einem Normalverdiener rund 90 Euro und einem Spitzenverdiener knapp 1.000 Euro pro Jahr.

Schon um die „kleine Lösung“ gegenzufinanzieren, müsste der der Spitzensteuersatz nach Berechnung von Bach auf von 42 auf 47 Prozent steigen. Bei gleichmäßiger Fortsetzung der Steuerkurve wäre dieser Wert bei einem zu versteuernden Einkommen von etwa 97.000 Euro erreicht. Die Union lehnt einen höheren Spitzensteuersatz aber ab. Als Argument wird dabei unter anderem angeführt, dass dieser ja bereits „gutverdienende Facharbeiter“ treffen würde. Doch zum einen läge der neue Spitzenwert, der einem Jahresbruttoeinkommen von etwa 115.000 Euro für einen Single entspricht, weit oberhalb dessen, was selbst extrem gut bezahlte Facharbeiter verdienen. Zum anderen würde selbst bei diesem Einkommen die Steuerlast durch die Verschiebung der Steuerkurve noch sinken. Tatsächlich steigen würde die Steuerbelastung erst bei deutlich höheren Einkommen.

Noch schwieriger wäre es bei der „großen Lösung“: Die damit verbundenen Einnahmeausfälle ließen sich selbst durch einen Spitzensteuersatz von 75 Prozent, der bei einem zu versteuernden Einkommen von 165.000 Euro erreicht würde, nicht komplett ausgleichen, hat Bach berechnet. Der DIW-Experte sagt: „Wenn man die Masse kräftig entlasten will, geht dem Staat schnell das Geld aus.“

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Mit Macht für die 8. Hände weg vom 8-Stunden-Tag! DGB.

- Sponsor: Deutscher Gewerkschaftsbund
- Im Zusammenhang mit: Angekündigte Änderung des Arbeitszeitgesetzes durch die deutsche Bundesregierung; Deutschland, national

Transparenzbekanntmachung

News

Krankenhausreform: Bund kommt Ländern mit Änderungsantrag entgegen. In der Folge könnten deutlich mehr Krankenhausstandorte länger erhalten werden. Der Änderungsantrag zum KHAG-Entwurf betrifft die Leistungsgruppen der Krankenhäuser. Im Einvernehmen mit den Kassen werde eine erneute Ausnahme für die Zuweisung der Leistungsgruppen „um weitere drei Jahre“ möglich sein, auch wenn nicht alle Qualitätskriterien [von Seiten der Klinik] erfüllt seien, heißt es in einem Papier des BMG vom Freitag, das Table.Briefings vorliegt. Die Befristung der Ausnahmegenehmigung könnte nun durch die Länder zweimal für drei Jahre erteilt werden.

Das würde das ursprünglich von der Ampel auf den Weg gebrachte Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) weiter verwässern. Dieses sah vor, dass bestimmte Leistungen nicht mehr von allen Krankenhäusern angeboten werden dürfen, und wäre mit einer Verringerung der Klinikstandorte einhergegangen. Die Ausnahmeregelung, mit der der Bund den Ländern nun entgegenkommt, ist in einem zusätzlichen 47. Änderungsantrag festgehalten. Eine frühere Version des Papiers umfasst nur 46 Änderungsanträge.

Die Anträge sollen in dieser Woche von den Fraktionen beraten werden. Möglicherweise kann sich bereits am Mittwoch oder Donnerstag die Verabschiedung des KHAG im Bundestag anschließen. Allerdings hatte es zuletzt noch Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Bund und Ländern gegeben, wie Tagesspiegel Background zuerst berichtete. Am Montag wollen sich beide Seiten nach Informationen von Table.Briefings zusammenschalten.

Dann wird sich zeigen, ob die Zugeständnisse von Seiten des Bundes ausreichen, um die Anrufung des Vermittlungsausschusses abzuwenden. Insbesondere Gesundheitsministerin Nina Warken dürfte daran ein Interesse haben, nachdem der Vermittlungsausschuss im Dezember bereits zum Pflegekompetenzgesetz eingeschaltet worden war. Auch deshalb war der Bund nun bereit, den Ländern entgegenzukommen. Vor allem Bayern hatte sich vehement für diesen Punkt eingesetzt. Allerdings müssten sich die Länder nach jetzigem Stand bei den Ausnahmegenehmigungen weiter mit den Krankenkassen abstimmen. Das lehnen sie bisher ab. Magdalena Latz

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European Employment & Social Rights Forum. 3.-4. März. Brüssel & Online. European Commission

Das European Employment and Social Rights Forum kehrt zurück.
Dieses Jahr geht es um die Antwort der EU auf steigende Lebenshaltungskosten, zunehmende Unsicherheit am Arbeitsmarkt und den allgemeinen Wandel der Arbeitswelt. Seien Sie dabei und diskutieren Sie mutige Ideen, wie Europa seine größte Stärke unterstützen kann: seine Menschen. Jetzt anmelden.

Bundestag: Mögliche Einigung bei GEAS und Tariftreue. Wie Table.Briefings aus Regierungskreisen erfuhr, will sich die Koalition in der kommenden Sitzungswoche auf einen Kompromiss zum Tariftreuegesetz einigen und das Gesetz zur Implementierung der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) beschließen. Die SPD hatte ihre Zustimmung zu einer GEAS-Reform zunächst an eine Einigung mit der Union beim Thema Tariftreue gekoppelt. Das eine gebe es nur mit dem anderen, hieß es.

In der vergangenen Sitzungswoche gab es einen Verhandlungserfolg. Union und SPD hatten sich zuvor lange nicht auf ein Gesetz zur GEAS-Reform einigen können. Teil der Einigung sind nicht nur die aus SPD-Sicht umstrittenen Sekundarzentren, sondern auch der sogenannte „Sofort-in-Arbeit-Plan“, wie die Bild am Sonntag zuerst berichtete. Durch eine Reform des Asylsystems soll es Asylbewerbern ermöglicht werden, bereits nach drei Monaten Aufenthalt in Deutschland Zugang zum Arbeitsmarkt zu erhalten. Die SPD, die in der Vergangenheit ähnliches forderte, begrüßt diesen Plan.

Nun scheint es auch beim Tariftreuegesetz eine Einigung zu geben. Bislang gab es zwei Knackpunkte: Zum einen wollte die Union in der Vergangenheit nicht, dass das BMAS unter Bärbel Bas, sondern die Bundesregierung bestimmt, an welchem Tarifvertrag sich Unternehmen orientieren müssen, damit sie öffentliche Aufträge erhalten. Zudem hatten CDU und CSU gefordert, dass beide Sozailpartner zustimmen müssten, bevor das Gesetz angewandt werden könne. Die SPD lehnte das bislang ab. Laura Block, Sara Sievert

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Pflege-Prävention: 5 schnell umsetzbare Maßnahmen. Die Diskussion um eine Reform der Pflegeversicherung hält an – und viele der dabei ins Spiel gebrachten Ideen werden länger brauchen, bis sie ihre Wirkung entfalten können. Um diese Zeit zu überbrücken, schlägt die PKV ein Sofortprogramm mit fünf Präventionsmaßnahmen vor - allesamt praxiserprobt und schnell umsetzbar. (mehr auf pkv.de)

Kosten der Unterkunft: Jobcenter warnen vor Fehlentwicklungen durch Bürgergeld-Reform. Die geplanten Verschärfungen bei den Unterkunftskosten dürften nicht zu einem nicht praktikablen Behördenaufwand führen. Das schreibt der Aachener Jobcenter-Geschäftsführer Stefan Graaf in seiner Stellungnahme zur Bürgergeld-Reform. Graaf, der im Rahmen des Bundesnetzwerks Jobcenter Sprecher aller Geschäftsführer ist, ist am Montag auf Vorschlag der Union als Sachverständiger in der Anhörung zum Gesetz dabei. Er sieht die Gefahr, dass die vorhandene Kapazität der Jobcenter künftig „vor allem in Prüfung, Kommunikation und Rechtsbehelfsbearbeitung gebunden wird, statt in Integration und Stabilisierung“.

Es sei beispielweise „begrenzt realistisch“, dass Leistungsberechtigte rechtlich gegen Mietwucher vorgehen. Viele Menschen seien froh, überhaupt Wohnraum zu finden, so Graaf. Die Erwartung, dass sie gegen den Vermieter vorgehen, berge erhebliche Risiken. Graaf nennt hier „Kündigungsdruck, Schikanen, Verlust der Wohnung, Eskalation“. Für die Jobcenter bedeute dies zudem, dass Integrations- und Leistungsfachkräfte entgegen ihrer eigentlichen Kompetenz mietrechtliche Beratung leisten müssten. Okan Bellikli

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Transparenz: Bund stuft Kosten für Umfragen als Verschlusssache ein. Die Bundesregierung teilt nicht mit, wie viel Umfragen der verschiedenen Häuser in den vergangenen beiden Jahren gekostet haben. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD schreibt sie, das gehe „aus verfassungs-, vergabe- und datenschutzrechtlichen Gesichtspunkten“ nicht ohne Einwilligung der Meinungsforschungsinstitute. Daher hat sie die Kosten für die 127 von Ministerien und Behörden beauftragten Erhebungen als Verschlusssache eingestuft. Mit 60 Fällen war das Bundespresseamt der häufigste Auftraggeber, gefolgt vom Familienministerium mit 14 und dem BMVg mit sieben. Okan Bellikli

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Drohnen: Estland wartet auf Helsing-Investitionen. Der ständige Staatssekretär im estnischen Verteidigungsministerium, Kaimo Kuusk, warnt davor, auf unausgereifte Technologie zu setzen. Es gebe Unternehmen, die ihre Produkte überzeugend vermarkteten, in der praktischen Anwendung zeigten sich dann jedoch Defizite. „Sie haben große PR-Ankündigungen gemacht, wie sie in Estland investieren wollen. Aber was wir bislang vermissen, sind Investments“, sagt Kuusk Table.Briefings. Konkret nannte Kuusk das deutsche Drohnen-Start-up Helsing. Aber auch das estnische Start-up Frankenburg, das Drohnenabwehrraketen entwickelt, erfülle noch nicht die Erwartungen. Worauf Helsing wartet, lesen Sie im Security.Table. Lisa-Martina Klein

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VDMA: Merz muss sich in China gegen unfaire Wettbewerbsbedingungen wenden. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau kämpft um den Erhalt lokaler Wertschöpfung. Verbands-Vizepräsident Alexander Jakschik fordert vor der China-Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz: „wenn China keine fairen Wettbewerbsbedingungen herstellt, müssen wir entschlossen reagieren“. Mit der möglichen Anhebung von Zöllen tut sich Jakschik dennoch schwer.

Eine Verlagerung der Produktion ins Ausland sei für die meisten Mittelständler nicht das Ziel. „85 Prozent unserer 3.500 VDMA-Mitgliedsfirmen haben weniger als 250 Mitarbeiter. Für sie ist eine eigene Fertigung in China kaum realistisch“, so Jakschik. Welche Probleme der VDMA zugleich bei Standortbedingungen hierzulande sieht, lesen Sie im China.Table. Julia Fiedler

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Treffen der EU-Außenminister: Ungarn droht mit doppeltem Veto. Ungarn droht kurz vor dem vierten Jahrestag des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine mit einer doppelten Blockade: Er werde beim Außenrat das 20. Sanktionspaket gegen Moskau stoppen, kündigte Ungarns Außenminister Péter Szijjártó am Wochenende auf X an: „Solange die Ukraine den Öltransit nach Ungarn und in die Slowakei über die Druschba-Pipeline nicht wieder aufnimmt, werden wir keine für Kyjiw wichtigen Entscheidungen treffen.“ Mit der gleichen Begründung will Ungarn auch das 90-Milliarden-Euro Darlehen blockieren, auf das die Ukraine ab April dringend abgewiesen ist und dem Viktor Orbán im Dezember noch zugestimmt hatte. Die EU wollte das 20. Sanktionspaket bis Dienstag als Signal der Solidarität mit der Ukraine verabschieden. Wenn Ungarn nicht noch in letzter Minute einlenkt, muss Ursula von der Leyen zum vierten Jahrestag am 24. Februar mit leeren Händen nach Kyjiw reisen. Weshalb Ungarns Veto-Drohungen nur ein Vorwand sind, lesen Sie im Europe.Table. Stephan Israel

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Table.Today Podcast

Table.Today mit Michael Bröcker und Helene Bubrowski. "Merz' heikle Reise nach China"

Um die 100 Krankenkassen und rund 1.700 Kliniken gibt es in Deutschland. Das deutsche Gesundheitssystem ist groß und kostet viel Geld. Es braucht dringend tiefgreifende Reformen, um einen weiteren Anstieg der Beiträge zu verhindern. Andreas Gassen, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, hat im Gespräch mit Michael Bröcker einige Vorschläge gemacht, wo im Gesundheitssystem gespart werden kann – ohne Einbußen bei der Qualität. Das Gespräch hören Sie ab 5 Uhr hier.

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Table.Documents

Heads

Heribert Prantl hält an diesem Dienstag die zentrale Trauerrede zu Ehren der verstorbenen früheren Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth. Prantl, der fast 25 Jahre die Innenpolitik-Redaktion der Süddeutschen Zeitung leitete und zuletzt Mitglied der Chefredaktion war, war der ausdrückliche Wunsch Süssmuths. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz werden an der Heiligen Messe mit ökumenischer Beteiligung in der Hedwigs-Kathedrale in Berlin Mitte teilnehmen. Der Kanzler dürfte über die Wahl des Trauerredners nur bedingt begeistert sein. In einem seiner gefürchteten Leitartikel schrieb Prantl über Süssmuth einst: „Sie hat ihren Christdemokraten den Feminismus und ein Stück Liberalität beizubringen versucht. Aber der Merz-CDU fehlt der feine Geist der alten Dame.“ Michael Bröcker

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Best of Table

Security.Table: Wie die Bundeswehr Satelliten ins All bringen will. Die Bundeswehr will in Mikrolauncher investieren, um bis 2029 große Satelliten-Konstellationen ins All zu befördern, sagt Michael Traut, Kommandeur des Weltraumkommandos Table.Briefings. Welche Alternative es zu Mikrolaunchern gibt, lesen Sie hier.

Security.Table: Die strategische Dimension der deutsch-israelischen Rüstungskooperationen. Ein kontinuierlicher Wissenstransfer zwischen den beiden Staaten sei notwendig, um mit den militärtechnischen Entwicklungen Schritt zu halten, schreibt Carsten Ovens von Elnet in Berlin in einem Standpunkt. In welchen Bereichen Deutschland von Israel lernen könne, lesen Sie hier.

Europe.Table: EU sucht Antwort auf chinesische Überkapazitäten. Handelskommissar Maroš Šefčovič spricht von einer „Neugewichtung“ der Beziehung mit China, doch noch herrscht Uneinigkeit darüber, wie weit die EU gehen kann und soll. Klar ist: Die wirtschaftliche Lage spitzt sich zu. Welchen Fragen sich Friedrich Merz auf seiner ersten China-Reise als Bundeskanzler dazu wird stellen müssen, lesen Sie hier.

Europe.Table: NGOs kritisieren Umweltminister. Sie werfen Carsten Schneider vor, mit seiner Forderung nach der Verlängerung von kostenlosen CO₂-Zertifikaten für die Industrie auf falsche Lösungen zu setzen. Was sich der Minister von einer Entlastung der Chemieindustrie durch angepasste Benchmarks im EU-Emissionshandel erhofft, lesen Sie hier.

China.Table: Video-KI bringt den nächsten technologischen Schockmoment. Das KI-Video-Tool Seedance 2.0 von ByteDance erzeugt verblüffend realistische Videos auf Kinoniveau. Die Technik wird schneller Alltag, als viele erwarten, sagt KI-Experte Hans Uszkoreit. Welche Folgen die Technologie für die Film- und TV-Industrie birgt, lesen Sie hier.

China.Table: Bertelsmann-Expertin fordert von Merz klare Kante in China. In einer zunehmend machtbasierten Weltordnung sollte die deutsche China-Politik wirtschaftliche Sicherheit und Resilienz stärken, schreibt Cora Jungbluth von der Bertelsmann-Stiftung. Wie die Asien-Expertin die Interessen deutscher Unternehmen in China mit denen Deutschlands in Ausgleich bringen will, lesen Sie hier.

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Time.Table

Highlights der Woche

Am Montag findet die Diskussionsveranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung „Cafe Kyiv 2026. Wir wählen die Freiheit“ in Berlin statt. Mit Begrüßung durch die Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer um 10 Uhr sowie Reden von Friedrich Merz, dem Botschafter der Ukraine Oleksii Makeiev, Reem Alabali Radovan und Johann Wadephul.

Am Dienstag besuchen Ursula von der Leyen und António Costa im Rahmen des vierten Jahrestages des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Kyjiw. Zudem beraten die Unterstützerländer der Ukraine in einer Video-Sitzung unter dem Vorsitz von Emmanuel Macron und Keir Starmer.

Am Mittwoch stellen sich Boris Pistorius und Nina Warken einer Regierungsbefragung.

Am Freitag nehmen Johann Wadephul und Vijitha Herath, Außenminister der Demokratischen Sozialistischen Republik Sri Lanka am Stiftungsfest 125 Jahre Ostasiatischer Verein Bremen teil.

23. Feburar

Sicherheit I: Start der dreitägigen Fachmesse Enforce Tac 2026 unter der Schirmherrschaft von Friedrich Merz. Nürnberg, 23. bis 25. Februar. Weitere Informationen

Sicherheit II: Boris Pistorius besucht das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. Koblenz, 14 Uhr

Außenpolitik: Frank-Walter Steinmeier spricht mit dem Botschafter der Ukraine, Oleksij Makejew. Schloss Bellevue, 16 Uhr

Innenpolitik: Carsten Schneider besucht Hamburg. Gespräch zwischen Bürgermeister Peter Tschentscher und Schneider.

EU: Treffen der EU-Außenminister. Mit UN-Nahostgesandten Nikolaj Mladenow. Brüssel, 10 Uhr. Weitere Informationen

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Must-Reads

Faz: Kommunalwahlen in Bayern. In Umfragen liegt Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mit 45 Prozent deutlich vor seinen Konkurrenten und geht wahrscheinlich mit komfortabler Ausgangslage in eine erwartete Stichwahl. Timo Frasch von der FAZ sieht darin einen möglichen Grund, warum Reiter sich kaum bei Terminen blicken lässt. Die zentralen Konflikte im Wahlkampf drehen sich um Schulden, Verkehr und Wohnungsbau – doch Reiter inszeniert sich vor allem als Garant für Stabilität. („Verweigerung des Wahlkampfs“)

Handelsblatt: Hubig plant neues Finanzmodell für Start-ups. Justizministerin Stefanie Hubig will eine „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“ (GmgV) schaffen, heißt es in einem Konzeptpapier, das dem Handelsblatt vorliegt. Damit soll eine neue Rechtsform auf den Weg gebracht werden, die Gewinne dauerhaft im Unternehmen hält und Ausschüttungen sowie erfolgsabhängige Boni untersagt. Das Modell soll vor allem für Start-ups und Mittelständler attraktiv sein. Vermögen und Gewinne bleiben auch im Insolvenzfall gebunden, Steuertricks sollen durch eine spezielle Ersatzbesteuerung verhindert werden. („So soll Hubigs neues Firmenmodell aussehen“)

Süddeutsche Zeitung: Wie Trump plant den Supreme Court zu umgehen. Das Urteil gegen die Zölle des US-Präsident wird von Teilen der USA als „Unabhängigkeitserklärung“ des Gerichts gefeiert. Nur ist unklar, ob die Grenzen, die die obersten Richter Donald Trump damit gesetzt haben, wirklich halten. Ann-Kathrin Nezig erklärt, wie die US-Administration das Urteil umgehen könnte und warum Europa keinen Grund zur Erleichterung hat. So ist unklar, ob der Handelsdeal zwischen Trump und Ursula von der Leyen noch gilt. („Ein Mann in Wut“)

Nicht überlesen!

Die Zeit: Arbeiten die Deutschen wirklich zu wenig? Die Deutschen wollen weniger arbeiten – und sie tun es auch. Neue Auswertungen zeigen: Die gewünschte und tatsächliche Arbeitszeit ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, besonders bei Männern. Gleichzeitig erreicht die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden ein Rekordniveau, weil mehr Menschen erwerbstätig sind als früher. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland dennoch hinterher – trotz hoher Produktivität. Der Wertewandel hin zu mehr Freizeit trifft auf einen Sozialstaat, der angesichts des demografischen Wandels auf Beitragszahler angewiesen ist. („So faul sind wir Deutschen wirklich“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Peter Leibinger, BDI-Präsident: US-Zoll-Urteil und die deutsche Industrie

7:15 Uhr: Sven Schulze, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt: CDU-Parteitag als Wahlkampfhilfe?

8:10 Uhr: Sergey Lagodinsky MdEP (Grüne): Debatte um neues Sanktionspaket

ARD

6:35 Uhr: Katja Riedel, Investigativjournalistin: Vorwürfe der Vetternwirtschaft bei der AfD

7:10 Uhr: Kay Gottschalk, stellvertretender AfD-Bundesvorsitzender: Vorwürfe der Vetternwirtschaft in der AfD

8:10 Uhr: Oleksii Makeiev, ukrainischer Botschafter: vier Jahre Krieg in der Ukraine

phoenix

9 Uhr: Katharina Dröge, Co-Fraktionsvorsitzende (Grüne): Beschlüsse auf dem CDU-Parteitag

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Geburtstage von morgen

Lars Klingbeil, Bundesfinanzminister und Vizekanzler (SPD), 48

Felix Döring, MdB (SPD), 35

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute in die Welt der Agenten. Nein, nicht von der CIA ist die Rede, sondern vom deutschen Auslandsgeheimdienst BND und seinem Wirken in den alten Zeiten. In der Serie geht es um Aussteiger und ihre Vergangenheit, um das Duell zweier Altspione, und um das Arbeiten von Menschen, die längst keine Schlapphüte mehr tragen. „Unfamiliar“ hat es binnen kurzem in der Netflix-Welt auf zehn Millionen Abrufe geschafft. Und das liegt nicht nur an Henry Hübchen. Stefan Braun

Lennart Ruff, Philipp Leinemann: Unfamiliar | Netflix

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Michael Bröcker, Helene Bubrowski, Julia Fiedler, Daniel Friesen, Stephan Israel, Lisa-Martina Klein, Franziska Klemenz, Malte Kreutzfeldt, Magdalena Latz, Vincent Mikoteit, Leonard Schulz, Sven Siebert und Sara Sievert mitgewirkt.

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