Kein „Gründer-Gen“: Studie untersucht Unternehmer-Charaktereigenschaften

22. April 2026

Deutschland gründet im internationalen Vergleich zu wenig. Die Ursache gilt als weniger klar – es liegt aber offenbar nicht am Charakter. Denn etwa bei Risikobereitschaft, Beharrlichkeit und Leistungswille unterscheiden sich Angestellte und Selbstständige kaum. Auf einer Skala von eins bis sieben beträgt der Abstand bei den meisten Merkmalen nur 0,26 bis 0,30 Punkte. Lediglich beim Streben nach Autonomie ist der Unterschied mit 0,45 Punkten etwas ausgeprägter, wie die Bertelsmann Stiftung und die Handelskammer Hamburg unter rund 5.500 Personen ermittelt haben. Die Ergebnisse sind statistisch nicht repräsentativ.

Bemerkenswert ist dabei ein Alterseffekt: Jüngere Angestellte zwischen 18 und 35 Jahren unterscheiden sich noch etwas stärker von gleichaltrigen Gründerinnen und Gründern als ältere Beschäftigte. Mit zunehmender Berufserfahrung gleicht sich die Selbstwahrnehmung an. Wer lange im Arbeitsleben steht, schätzt sich unternehmerischer ein, ob angestellt oder nicht, heißt es von den Studienbetreibern. Sie leiten eine konkrete Empfehlung ab: Junge Menschen sollten früh mit unternehmerischem Denken in Berührung kommen, etwa über sogenanntes Intrapreneurship – also unternehmerisches Handeln im Angestelltenverhältnis.

Das ungenutzte Potenzial liege insgesamt in den Rahmenbedingungen – und wirkt sich zunehmend schwierig für die Wirtschaft aus. Bis Ende 2029 suchen jährlich rund 109.000 Unternehmen eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger; gut ein Drittel erwägt mangels Kandidaten die Schließung. Alex Hofmann

Briefings wie CEO.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden

Letzte Aktualisierung: 22. April 2026