Berliner Blackout II: Kritis-Betreiber müssen sich gegen neuen Tätertyp wappnen

08. Januar 2026

Berliner Blackout II: Kritis-Betreiber müssen sich gegen neuen Tätertyp wappnen. Rüsteten sich die Betreiber bislang primär gegen Gelegenheitstäter, stecken hinter den jüngsten Sabotage- und Terrorakten sowie Drohnenüberflügen immer öfter staatliche Akteure. Dies erfordere künftig eine bessere Zusammenarbeit mit den staatlichen Sicherheitsbehörden, da staatliches Gewaltmonopol berührt werde, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Sie warnt vor zu hohen Erwartungen an das Kritis-Dachgesetz: Es mache Betreiber nicht zum Teil der Gefahrenabwehr.

Betreiber seien bislang kaum in staatliche Lagebilder eingebunden. Das kritisiert Sylvia Borcherding, Geschäftsführerin beim Netzbetreiber 50Hertz: „In der Vergangenheit wurde oft der Datenschutz über die Sicherheitsinteressen gestellt.“ In der Krise laufe Kommunikation deshalb häufig über informelle Netzwerke. Sie fordert daher ein zentrales Lagebild beim BBK mit Rückkopplung an die Betreiber. „Wir geben Erkenntnisse über Bedrohungen an Sicherheitsbehörden weiter, aber von dort kommt meist nichts zurück“, beklagt auch Claudia Rathfux vom Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen. Dies wäre aber wichtig, um ein gemeinsames Verständnis auch unter den Betreibern über die bestehende Bedrohung zu erreichen. Wo die Experten noch Nachbesserungsbedarf beim Kritis-Dachgesetz sehen, lesen Sie im Security.Table. Lisa-Martina Klein

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Letzte Aktualisierung: 08. Januar 2026