Berlin.Table – Ausgabe 759

Reform-Wirrwarr in der Koalition + Pessimistische Europäer + Mehr Schutz für das Berliner Verfassungsgericht

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Talk of the Town

Reform-Wirrwarr in der Koalition: Weshalb Friedrich Merz mehr Zurückhaltung anmahnt

Die Koalition im Reform-Durcheinander: In den vergangenen Wochen haben sowohl CDU als auch SPD Vorstöße gemacht, die beim Koalitionspartner und manchmal sogar in den eigenen Reihen auf Unmut gestoßen sind. So ärgert sich kurz vor dem Parteitag mancher CDU-Politiker über den SPD-Vorschlag, Gesundheitsabgaben künftig auch auf Kapitalerträge und Mieten zu erheben. „Das macht mich fassungslos“, sagte JU-Chef Johannes Winkel Table.Briefings. Der Vertrauensverlust in die Rente sei in der jungen Generation derart groß, dass sie selber angefangen habe vorzusorgen. Nun wolle die SPD, „ausgerechnet diese Menschen mit neuen Steuern und Abgaben belasten“. Auch in der CSU wird Kritik geäußert: „Der Ruf nach immer mehr Einnahmen löst kein einziges Strukturproblem im Gesundheitssystem“, so Landesgruppenchef Alexander Hofmann zu Table.Briefings.

Sogar Teile der SPD sehen den Vorstoß kritisch. Eine zusätzliche Steuer auf Kapitalerträge war bereits im vergangenen Jahr Thema bei den Sozialdemokraten – damals sollte damit jedoch noch das Rentensystem entlastet werden. Menschen auf der einen Seite zu ermuntern, privat vorzusorgen, und gleichzeitig eine höhere Steuer auf das Ersparte einzufordern, sei kommunikativ nicht schlau, heißt es. Die Partei hätte von Anfang an klar machen sollen, dass dieses Vorhaben nur reiche Menschen und keine Sparer betreffe.

Vorschläge, Kritik, neue Vorschläge, neue Kritik: Das scheint in der Koalition zu einem Muster geworden zu sein. Friedrich Merz ruft die eigenen Reihen deshalb am Montag zu mehr Zurückhaltung auf. So beklagte der Kanzler während der Bundesvorstandssitzung Teilnehmern zufolge, dass ihn die Vorschläge zu Kürzungen bei den Zahnarztkosten durch den Wirtschaftsrat auf seiner Reise in den Nahen Osten erreicht hätten. Auch andere Teilnehmer äußerten dem Vernehmen nach Kritik. So sei etwa die Teilzeit-Debatte der Mittelstandsunion nicht hilfreich gewesen. Merz habe noch einmal betont, dass die Gesundheitskommission ihre Ergebnisse Ende März vorlegen werde, die Rentenkommission anschließend im Juli. Im Sommer könnten dann entsprechende Gesetzentwürfe ausgearbeitet werden.

Das Machtwort, das mitschwang: Jenseits dieser Kommissionen braucht es nicht jede Woche neue Vorstöße. Allerdings stellt sich die Frage: Teilt die Partei diese Auffassung des Kanzlers? Immerhin bekräftigt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann noch einmal: Bevorstehende Wahlkämpfe dürften die Koalition nicht daran hindern, notwendige Strukturreformen im Sozialsystem weiter voranzutreiben. „Vorschläge müssen immer gemacht werden“, so Linnemann am Montag nach den Parteigremien. Auf Landtagswahlen dürfe man keine Rücksicht nehmen. Ähnlich hatte sich Jens Spahn wenige Tage zuvor geäußert. Im Gespräch mit Table.Briefings hatte der Unions-Fraktionschef bekräftigt, dass die Partei den Landesverbänden dann Rückenwind geben könne, wenn sie Entscheidungen treffe. „Das heißt auch durch Entscheidungen, die nicht gleich nur Applaus bringen, zu überzeugen“, so Spahn.

Hinzu kommt, dass die CDU in zwei Wochen Parteitag hat. Schon jetzt werden Debatten geführt – für viele Delegierte gehört das dazu. Sie wünschen sich explizit, dass über Reformen gesprochen wird. „Natürlich ist es wichtig, dass wir als CDU auf unserem Parteitag Vorschläge einbringen und Debatten führen“, so Präsidiumsmitglied Ines Claus. Wichtig sei, dass man „abgestimmt und koordiniert“ handele. Doch genau das bemängelt derzeit so mancher in der CDU. Das Problem, sagt ein Mitglied des Bundesvorstandes, sei, dass kein gemeinsamer Aufschlag gemacht werde. Nach der Rentendebatte habe man ein Momentum verpasst. Nun würden wild und unabgestimmt Vorschläge gemacht. Es gebe keine langfristige oder strategische Planung.

Den Wunsch nach einer zeitnahen Debatte über Reformen gibt es auch in der SPD. Die Menschen würden von der Regierung erwarten, dass das jetzt angegangen werde, berichten SPD-Abgeordnete Table.Briefings. Bis zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz seien es noch fünf Wochen. „Danach muss es dann aber knallen“, sagt ein SPD-Politiker. Gemeint sind die Sozialstaatsreform sowie die Renten- und Steuerreform. Dieses Jahr sei das wichtigste für die Koalition, heißt es in der SPD. Wenn in dieser Legislaturperiode Vorhaben über die Bühne gebracht werden sollen, müssten sie in diesem Jahr beschlossen werden.

Um Reformen geht es auch im Podcast Table.Today. Gäste sind Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und der CDU-Landesvorsitzende von Niedersachsen, Sebastian Lechner. Den Podcast hören Sie ab 5 Uhr hier.

Table.Today mit Alexander Dobrindt. "Wie blind sind unsere Geheimdienste, Herr Dobrindt?"
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News

MSC-Report: Europäer blicken pessimistisch in die Zukunft. In Deutschland erwarten nur 13 Prozent, dass die aktuelle Politik der Regierung zur Verbesserung für künftige Generationen führt. In Frankreich sind es sogar nur 12 Prozent. Auch in Italien und Großbritannien sind es nur knapp 20 Prozent. In den USA sind 31 Prozent dieser Meinung. Das zeigt eine Umfrage der Münchner Sicherheitskonferenz, die am Montag im Rahmen des Munich Security Reports 2026 veröffentlicht wurde.

Auffallend ist, dass die Menschen in anderen Teilen der Welt weitaus optimistischer sind. In China erwarten demnach 80 Prozent der Befragten, dass die Politik ihrer Regierung die Situation künftiger Generationen verbessert. In Indien sind es 61 Prozent. Allerdings merken die Autoren der Studie an, dass die Erhebung von Daten in autoritären Regimen wie China mit Vorsicht zu genießen ist. In Europa wachse die Unsicherheit auch angesichts der schwindenden US-Unterstützung für die Ukraine. China und Indien seien vom russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und den Konsequenzen deutlich weniger betroffen.

MSC-Chef Wolfgang Ischinger äußerte am Montagabend beim MSC-Roundtable von Table.Briefings in Berlin seine Erwartungen an das Sicherheitstreffen in München. Dabei waren auch hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Parlament und Regierung. Mehr dazu lesen Sie im Security.Table. Weshalb die asiatischen Staaten zunehmend Verunsicherung spüren und was sie sich von Europa und Deutschland erhoffen, lesen Sie im China.Table. Markus Bickel, Wilhelmine Stenglin

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European Employment & Social Rights Forum. 3.-4. März. Brüssel & Online. European Commission

Klimaschutzprogramm der Regierung: Entwurf mit großen Leerstellen. Der Entwurf des Klimaschutzprogramms 2026 (KSP), der bis 25. März vorliegen muss, zeigt bisher keinen klaren Weg, wie die Emissionslücken bis 2030 und 2040 zu schließen sind. Kaum eine der angeführten nötigen Maßnahmen ist bisher durch eine Finanzierung gesichert und wichtige Bereiche sind ausgeklammert. Das geht aus dem Entwurf des KSP2026 hervor, der Table.Briefings vorliegt. Die wichtigste Frage dabei, die Zukunft des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), bleibt weiter ungelöst.

Nach offiziellen Prognosen wird Deutschland sein Klimaziel für 2030 verfehlen. Beabsichtigt war eigentlich, die Emissionen gegenüber 1990 um 65 Prozent zu senken. Um die Lücke von etwa 25 Millionen Tonnen CO2 zu schließen, listet das KSP auf 331 Seiten Dutzende von Maßnahmen auf. Vor allem die Sektoren Gebäude und Verkehr liegen weit über ihren gesetzlich erlaubten Obergrenzen. Die Zeit drängt und auch juristisch steigt nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von Ende Januar der Druck auf die Regierung. Welche großen Brocken die Emissionsreduktion bringen sollen und warum das Klimaziel 2040 mit diesem Programm in noch weitere Ferne rückt, lesen Sie im Climate.Table. Bernhard Pötter

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Private Krankenversicherung auch 2025 mit stabilem Wachstum. Die Gesamtzahl der Voll- und Zusatzversicherungen stieg auf 40,8 Millionen, damit ist fast jeder und jede Zweite in Deutschland privatversichert. Dieses Wachstum belegt: Die Menschen schätzen eine hochwertige medizinische Versorgung und sie vertrauen dem stabilen und zukunftsfesten System der PKV. (mehr auf pkv.de)

Resilienz der Justiz: Felor Badenberg will Berliner Verfassungsgericht besser schützen. An diesem Dienstag wird Berlins Justizsenatorin ein Paket an Verfassungsänderungen präsentieren, mit dem das oberste Berliner Gericht stärker vor politischer Einflussnahme geschützt werden soll. Nach Ansicht Badenbergs weist die verfassungsrechtliche Absicherung des Verfassungsgerichtshofs (VerfGH) noch Lücken auf. Bislang können wichtige Bestimmungen, die den Status und die Wählbarkeit des Gerichts und seiner Richter betreffen, mit einfacher Mehrheit geändert werden. Das will Badenberg ändern, indem sie die bislang einfachgesetzlichen Regeln in Berlins Verfassung aufnimmt und damit für künftige Änderungen die Bedingung einer Zweidrittelmehrheit einzieht.

Im Blick hat die CDU-Politikerin vor allem die Absicherung der Unabhängigkeit. Dazu dient die Festschreibung als Verfassungsorgan; die Garantie, dass alle Beschlüsse des VerfGH bindend sind und die Absicherung der Geschäftsordnungsautonomie. Besonders wichtig ist es Badenberg außerdem, sicher zu stellen, dass Berlins Verfassungsrichter nicht den disziplinarrechtlichen Vorschriften anderer Richter unterliegen und damit nach Machtwechseln nicht von politischer Seite unter Druck gesetzt werden könnten. Zur Unabhängigkeit gehört schließlich noch, dass nur der Verfassungsgerichtshof selbst einen Verfassungsrichter aus seinem Amt abberufen kann – und das auch nur, wenn dieser dauerhaft dienstunfähig ist oder zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten rechtskräftig verurteilt worden ist. Damit all diese Regeln Verfassungsrang erlangen, muss das Abgeordnetenhaus mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmen. Stefan Braun

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Netzanschlüsse: Gesetzentwurf verunsichert Erneuerbaren-Branche. In einem Referentenentwurf aus dem BMWE ist vorgesehen, dass Netzbetreiber künftig selbst festlegen können, welche Erzeuger unter welchen Bedingungen ans Netz angeschlossen werden. Zudem sollen sich die Betreiber von Wind- und Solarparks an den Netzanschlusskosten beteiligen müssen. In bestimmten Gebieten sollen sie keine Vergütung mehr für Strom bekommen, der aus Kapazitätsgründen nicht ins Netz eingespeist werden kann. Branchenverbände warnen, dass das zu fehlender Planungssicherheit führe und den Erneuerbaren-Ausbau ausbremsen könnte. Auch aus der SPD gibt es Kritik an den Plänen, die innerhalb der Regierung noch nicht abgestimmt sind. Mehr Details lesen Sie im Climate.Table. Malte Kreutzfeldt

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Einsatz von KI: Wieso Medienanstalten Google und Perplexity ins Visier nehmen. Seit einigen Monaten erscheinen in Suchmaschinen wie Google nicht mehr bloß Suchergebnisse, sondern KI-generierte Zusammenfassungen von Inhalten von Medienhäusern. Was für den Nutzer oft praktisch ist, ist für die Medienvielfalt womöglich ein Problem. Deswegen haben die Landesmedienanstalten Hamburg/Schleswig-Holstein (dort sitzt Google) und Berlin-Brandenburg (Perplexity) eine Beschwerde eingelegt. Die Zeit berichtete zuerst. Eva Flecken, Leiterin der Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), sagt Table.Briefings, dass es lediglich darum gehe, „unaufgeregt geltendes Recht anzuwenden“ und nicht um ein Bashing der Plattformen. „Wenn wir es irgendwie hinbekommen, chinesische Autobauer zu Abgaswerten zu verpflichten, dann kriegen wir doch auch hin, unseren öffentlichen Informationsraum freiheitlich zu organisieren.“

Nun müssen sich die Suchmaschinen zu einigen Fragen äußern. Markus Beckedahl, Geschäftsführer des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie, sagt: „Das Vorgehen ist interessant, weil die Frage gestellt wird, ob Chatbots und KI-Agenten neutrale Vermittler sind.“ Als solche seien Suchmaschinen wie Google bislang definiert worden. Außerdem werde zu klären sein, inwiefern KI-Systeme intransparent im Hintergrund Antworten zusammenwürfeln und „ob sie beim Generieren der eigenen redaktionellen Inhalte einem gewissen Bias unterliegen“. Leonard Schulz

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AfD in Sachsen-Anhalt: Pärchen-Ausflug auf Steuerzahlerkosten. Der parlamentarische Geschäftsführer der Magdeburger Landtagsfraktion, Tobias Rausch, hat seine Ehefrau offenbar mehrfach auf Delegationsreisen mitgenommen. Lisa Lehmann arbeitet zwar bei der AfD, soll aber nicht für die Delegationen zuständig gewesen sein. 2022 war sie mit Rausch auf einer Reise des Europaausschusses in Armenien; das zeigt etwa ein Selfie der beiden vor der Nationalversammlung in Jerewan. Vergangenen Dezember nahm Rausch sie mit nach New York und Washington, wo eine AfD-Delegation neun Tage verbrachte. Das Paar blieb länger. Weil es im Oktober geheiratet hatte, spricht mancher AfDler von Flitterwochen in den USA. Ein Selfie zeigt Rausch und Lehmann im Fahrstuhl eines Hotels in New York. Table.Briefings liegen die Bilder vor.

Der Unmut gegenüber Rausch nimmt in der Partei zu. Nach einem Correctiv-Bericht, wonach Lehmann als Bürokauffrau 6.000 Euro brutto monatlich von der Fraktion erhalten soll, kursieren Videos aus AfD-Kreisen. Sie insinuieren, dass ein Verwandtschaftsverhältnis zu Rausch rentabel sei. Auch weitere Angehörige von Rausch sollen bei anderen AfDlern angestellt sein. Vorwürfe der Vetternwirtschaft gegen AfD-Landesvorstände aus Sachsen-Anhalt kursieren schon seit Dezember. Table.Briefings berichtete. Franziska Klemenz

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EU-Agrarmilliarden: Rechnungsprüfer kritisieren Reformpläne. Statt Bürokratie abzubauen, könnte die geplante Reform die milliardenschweren EU-Agrarsubventionen undurchsichtiger für Landwirte und Behörden machen. Das schreibt der EU-Rechnungshof in einer Stellungnahme. Wegen komplexer Verfahren könnten Fördermittel unter Umständen verspätet an Landwirte ausgezahlt werden, warnen die Prüfer. Die EU-Kommission hatte im vergangenen Sommer Vorschläge für eine Neuordnung der Agrargelder vorgelegt und es sich dabei auch zum Ziel gesetzt, diese zu vereinfachen. Was die Prüfer der EU-Kommission nun raten, lesen Sie im Agrifood.Table. Julia Dahm

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Table.Documents

Heads

Marc Kirchner ist neuer Chief Technology Officer der Heilbronner Plattform IPAI. Der langjährige Apple-Manager ergänze ab sofort das Führungsteam um CEO Moritz Gräter und CFO Benjamin Schiller, teilte die IPAI GmbH am Montag mit. Als CTO werde Kirchner unter anderem die technische Kompetenz des Teams weiter ausbauen und die Infrastruktur weiterentwickeln. Dazu zähle auch, eine schnellere KI-Transformation der inzwischen 130 Mitglieds- und Partnerunternehmen zu unterstützen. Anne Brüning

Martina Stamm-Fibich übernimmt die Stabsstelle Politik bei der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse. In ihrer Funktion wird sie die politische Positionierung der Krankenkassen und den Dialog mit der Politik auf Bundes- und Landesebene verantworten. Stamm-Fibich arbeitete zuvor unter anderem für die Firma Siemens AG Healthcare Sector als Marketing- und Kommunikationsmanagerin sowie freigestellte Betriebsrätin. Von 2013 bis 2025 war die Erlangerin Abgeordnete für die SPD im Bundestag. Stamm-Fibich leitete dort den Petitionsausschuss und war Mitglied im Gesundheitsausschuss. Magdalena Latz

Nick Checker ist seit Januar Top-Diplomat der USA für Afrika. Der Senior Bureau Official im Bureau of African Affairs des US State Department gilt als Vertreter einer interessengeleiteten Außenpolitik und als Trump-Loyalist. Als Quereinsteiger von der CIA bringt er keine diplomatische Erfahrung mit. Checker argumentiert, die USA sollten sich in Afrika im Wettbewerb mit China auf wenige prioritäre Bereiche beschränken. Welche das sind, lesen Sie im Africa.Table. Arne Schütte

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Best of Table

Goldrausch: Dynamik des chinesischen Herdentriebs. Chinesische Anleger strömen in virtuelles Gold, Barren und Münzen. Banken mahnen bereits zur Besonnenheit. Weshalb nur in China eine Blase drohen, während der Weltmarkt unberührt bleiben könnte, lesen Sie hier.

China.Table: Peking warnt vor Militarismus in Japan. Chinas Außenministerium reagiert damit auf den Gewinn der Zweidrittelmehrheit durch die japanische Regierungspartei LDP. Denn Japans Premierministerin Sanae Takaichi signalisiert bereits Bestrebungen hin zu einer Änderung der pazifistischen Verfassung. Was das bedeuten würde, lesen Sie hier.

Security.Table: Westen muss proaktiv gegen hybride Bedrohungen vorgehen. Das fordert Teija Tiilikainen, Direktorin des European Centre of Excellence for Countering Hybrid Threats in Helsinki im Gespräch mit Table.Briefings. Warum der Aufbau resilienter Gesellschaften aus ihrer Sicht nicht ausreicht, lesen Sie hier.

Security.Table: Keine Zeitenwende bei Rüstungsexporten. Max Mutschler vom Bonn International Centre for Conflict Studies begrüßt sogenannte Government-to-Government-Rüstungsexporte, wenn sie außen- und sicherheitspolitischen Interessen folgen. Wann sie problematisch werden könnten, lesen Sie hier.

Climate.Table: So soll Geothermie die Wärmewende vorantreiben. Geothermie bietet ein großes Potenzial für die Wärmewende und ist in der EU preislich mit Gas konkurrenzfähig. Deutschland hinkt der Entwicklung hinterher. Fachleute, Verbände und NGOs fordern mehr Unterstützung. Wo sie Stellschrauben sehen, lesen Sie hier.

Europe.Table: Trumps Ölrausch hat keine Vorteile. Der US-Kongressabgeordnete Sean Casten appelliert in seinem Standpunkt an die EU, sich gegen Donald Trumps Fossil-Agenda zur Wehr zu setzen. Wer Trump als Verbündeter Europas ersetzen soll, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Kriegsführung mit Lebensmitteln. In vielen Konflikten der Welt spielt die Instrumentalisierung von Nahrungsmitteln eine zentrale Rolle. Vertreter der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) rechnen künftig mit deren häufigerem und umfangreicherem Einsatz als Waffe. Welche Strategien dabei eine Rolle spielen, lesen Sie hier.

Research.Table: Was der Brand am Teilchenbeschleuniger bedeutet. Ein Großbrand hat Ende vergangener Woche den bestehenden Teilchenbeschleuniger am Darmstädter Helmholtzzentrum beschädigt. Warum das auch ein Problem für das Milliardenprojekt Fair ist, lesen Sie hier.

Research.Table: NFDI-Chef warnt vor Verlust des „Aufbau-Wumms“. Die nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) soll nach den Empfehlungen des Wissenschaftsrats umgebaut werden. Warum Direktor York Sure-Vetter nicht alle Vorschläge für sinnvoll erachtet, lesen Sie hier.

Africa.Table: Marokkos ambitionierte KI-Offensive. Bis 2030 will Marokko durch Investitionen in den KI-Sektor sein BIP um zehn Milliarden US-Dollar steigern. Außerdem sollen 50.000 KI-Jobs geschaffen werden. Auch andere Länder verkündeten zuletzt ehrgeizige Ziele. Welche Chancen durch die Technologie tatsächlich für den Kontinent entstehen, lesen Sie hier.

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Security.Table MSC Special. Exklusive Analysen, Hintergründe und News aus München. Unser Partner Sopra Steria.

Time.Table

Außenpolitik I: Frank-Walter Steinmeier empfängt den Präsidenten der Republik Malediven, Mohamed Muizzu, mit militärischen Ehren. Schloss Bellevue, 14 Uhr

Außenpolitik II: Julia Klöckner beginnt ihren Besuch in Israel.

EU: Fortsetzung der Plenarsitzung des Europäischen Parlaments. Rede von Annalena Baerbock, Präsidentin der UN-Vollversammlung. Europäisches Parlament, Straßburg, 12 Uhr. Weitere Informationen

Verkehr: Sitzung des bayerischen Kabinetts mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Staatskanzlei München, 10 Uhr

Safer Internet Day: Pressebriefing mit Stefanie Hubig und Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Hotel Aquino, Berlin, 13:30 Uhr

Bundespressekonferenz: Vorstellung der Dunkelfeldstudie zur Gewaltbetroffenheit in Deutschland. Mit Karin Prien, Alexander Dobrindt und Holger Münch, Präsident des BKA. 10 Uhr

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Must Reads

Tagesschau: Netzwerk verbreitet russische Propaganda über Merz. So soll der Kanzler etwa gesagt haben, dass Deutschland 1,4 Milliarden Euro in ein Fußballstadion in Brasilien investiere. Hinter der Falschinformation steht die russische Desinformationskampagne Storm-1516 – ein Komplex aus Influencern, russischen Thinktanks und Stiftungen. Correctiv konnte Anfang 2025 aufzeigen, dass das Netzwerk auch für Fakes im Bundestagswahlkampf verantwortlich war. („Wie Storm-1516 Deutschland ins Visier nimmt“)

Handelsblatt: Staat könnte Kassenbeiträge von Bürgergeld-Empfängern übernehmen. Diesen Vorschlag macht Gesundheitsministerin Nina Warken. Sie unterstützt damit Carsten Linnemanns Vorschlag, versicherungsfremde Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen. Von den Vorschlägen der SPD, künftig auch Mieten und Kapitalerträge in die Finanzierung der GKV einzubeziehen, distanzierte sich die Ministerin jedoch. („Warken will Versicherte nicht für Bürgergeldempfänger zahlen lassen“)

Zeit: Rechtsexpertin hält Erfolg von BSW-Klage für unwahrscheinlich. Sophie Schönberger von der TU Berlin ist von den juristischen Argumenten der Wahlprüfungsbeschwerden des BSW in Karlsruhe bislang nicht überzeugt. Zwar seien Auszählungsfehler aufgetreten. Diese seien jedoch kein Beweis für weitere Unregelmäßigkeiten bei der Wahl, sondern ein Indiz für das Funktionieren des Systems. („‚Ich halte eine bundesweite Neuauszählung für extrem unwahrscheinlich‘“)

FAZ: In EU-Institutionen arbeiten zu wenige Deutsche. Nach Angaben der Bundesregierung liegt der Wert im höheren Dienst der EU bei 9,1 Prozent, der interne Richtwert beträgt 14,3 Prozent. Die Differenz ist bei keinem anderen Land so groß. Experten sehen die Ursache darin, dass es in Deutschland kein mit dem Concours général vergleichbares Auswahlverfahren gebe. („Der EU fehlen deutsche Beamte“)

Nicht überlesen

NYT: Faröer im Schatten der Grönland-Krise. Die Drohungen von Donald Trump haben Auswirkungen auf die ebenfalls zu Dänemark gehörenden Inseln. Das nördlich von Schottland liegende Territorium will schon länger unabhängig werden und eigene Handelsabkommen mit anderen Ländern schließen. Die aktuelle Lage erschwere das aber, schreibt ein Autorenteam – zudem würden China und Russland in der Gegend „herumschnüffeln“. („Trump’s Greenland Threats Spill Into Another Danish Territory“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

unter den linden, 22:15 Uhr: Sara Nanni, Russell Miller

Pinar Atalay, 23:30 Uhr: Philipp Amthor, Heidi Reichinnek

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Jan-Marco Luczak, Unions-Sprecher im Bundestagsausschuss für Wohnen: Wo sieht die Union Nachbesserungsbedarf beim Gesetzentwurf zur Mietrechtsreform?

7:15 Uhr: Karin Prien, Bundesfamilienministerin (CDU): Safer Internet Day – Verbot von Social Media für unter 16-Jährige?

8:10 Uhr: Katrin Göring-Eckardt, MdB (Grüne): Beobachtungen und Begegnungen vor Ort in der ukrainischen Hauptstadt

ARD

6:20 Uhr: Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur Finanztip: Neue Regeln bei der Schufa

7:15 Uhr: Claudia Plattner, BSI: Aktionstag "Sicheres Internet"

rbb24–Inforadio

7:05 Uhr: Felor Badenberg, Berliner Justizsenatorin: Bandenkriminalität in Berlin

7:25 Uhr: Ines Schwerdtner, Linken-Parteivorsitzende: Reicht die Mietrechtsreform der Justizministerin?

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Geburtstage von morgen

Johann Wadephul, Bundesaußenminister (CDU), 63

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute in die Weltgeschichte. Der Band versammelt Anekdoten aus den vergangenen Jahrhunderten. Die Bandbreite reicht von Konfuzius und den Pyramiden bis zu Charlie Chaplin und dem Papagei von Winston Churchill. Man lernt, wie aus dem Ortsnamen „Wilhelmsroda“ in einer deutschen Kolonie „Whisky-Soda“ wurde und welches Erlebnis vier Tage nach dem Mauerfall für den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker der „persönliche Vollzug der deutschen Einheit“ war. Okan Bellikli

Matthias Steinbach (Hrsg.): Die schönsten Anekdoten aus der Weltgeschichte | Reclam

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Gabriel Bub, Daniel Friesen, Viktor Funk, Tim Gabel, Stephan Israel, Franziska Klemenz, Katharina Kort, Magdalena Latz, Amelie Richter, Leonard Schulz, Arne Schütte, Wilhelmine Stenglin und Robert Wallenhauer mitgewirkt.

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

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