KI-Angst um den Arbeitsplatz? Fehlanzeige

Trotz großer Debatten um ChatGPT und Co. zeigt eine Umfrage: Nur neun Prozent der deutschen Arbeitnehmer fürchten um ihren Job durch künstliche Intelligenz in den nächsten fünf Jahren. Die große Mehrheit hält das Risiko für sehr gering.

17. Januar 2026

Nur neun Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland schätzen die Wahrscheinlichkeit als hoch oder sehr hoch ein, dass künstliche Intelligenz ihren Arbeitsplatz in den nächsten fünf Jahren ersetzt. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.004 Erwerbstätigen im Auftrag von Table.Briefings. 64 Prozent halten die Wahrscheinlichkeit für sehr gering, weitere 26 Prozent für eher gering.

Die größten Unterschiede zeigen sich zwischen den Erwerbsgruppen. Beamte fühlen sich am sichersten: 78 Prozent stufen ihr Risiko als sehr gering ein. Bei Angestellten sind es 64 Prozent, bei Selbstständigen 61 Prozent. Die höchste Unsicherheit herrscht unter Arbeitern: Hier sehen nur 54 Prozent ein sehr geringes Risiko, zehn Prozent schätzen die Wahrscheinlichkeit als hoch oder sehr hoch ein.

Frauen machen sich mehr Sorgen als Männer. Zwölf Prozent der weiblichen Erwerbstätigen bewerten die Wahrscheinlichkeit einer KI-bedingten Jobersetzung als hoch oder sehr hoch, bei Männern sind es acht Prozent. Zwischen den Altersgruppen und Regionen gibt es dagegen kaum Unterschiede.

Was die Zahlen auch zeigen: Der öffentliche KI-Diskurs und die persönliche Betroffenheit klaffen auseinander. Während Unternehmen stark in KI-Tools investieren und Automatisierungspotenziale diskutiert werden, bleibt die Mehrheit der Beschäftigten gelassen – oder unterschätzt das Tempo des Wandels.

Die Unternehmen selbst rechnen mit erheblichen Einsparungen. Laut einer Studie des IW Köln setzen 85 Prozent der KI-nutzenden Firmen die Technologie ein, um Routinearbeiten zu automatisieren. 30 Prozent wollen Personal einsparen – bei großen Unternehmen sind es sogar 56 Prozent. Die erwarteten Produktivitätsgewinne sind aus Unternehmenssicht beachtlich: 82 Prozent der Unternehmen berichten von Steigerungen um durchschnittlich 13 Prozent pro Jahr. Bis 2030 könnten durch generative KI 3,9 Milliarden Arbeitsstunden eingespart werden. Das World Economic Forum geht davon aus, dass 40 Prozent der Arbeitgeber weltweit durch KI-Automatisierung künftig weniger Fachkräfte benötigen werden. Alex Hofmann

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Letzte Aktualisierung: 17. Januar 2026