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Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Die Innovationslücke

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Unternehmen priorisieren Innovation immer mehr, die Umsetzung ist jedoch nicht immer einfach. (ESMT Berlin)

Akrasie bezeichnet das uralte menschliche Phänomen, genau zu wissen, was man tun sollte – und dennoch nicht so zu handeln. Dieser Widerspruch zwischen Einsicht und Umsetzung prägt nicht nur individuelle Entscheidungen, sondern findet sich auch in modernen Organisationen wieder.

Ein Beispiel liefert der „Global Innovation Survey“ von BCG, eine Befragung von über 1.000 weltweiten Innovationsverantwortlichen. 83 Prozent von ihnen gaben hier an, dass Innovation zu den Top-3-Prioritäten ihres Unternehmens zähle. Wie die Grafik zeigt, ist dieser Anteil sogar innerhalb der letzten Jahre deutlich gestiegen. Gleichzeitig hat jedoch die Innovationsbereitschaft, wie sie der BCG „Innovationsreifegrad“ anhand von zehn Dimensionen misst, signifikant abgenommen. Er ist von 20 auf drei Prozent gefallen. Dies bringt zum Ausdruck, dass nur ein erschreckend kleiner Teil noch das Gefühl hat, dass die Unternehmens- und Innovationsstrategie aufeinander abgestimmt sind und dass geeignete Strukturen und Prozesse existieren, um die eigenen Ziele auch in Wertschöpfung zu verwandeln.

Weltweite Innovationsbereitschaftslücke wird größer. Zur Darstellung von Grafiken und Karten aktivieren Sie bitte den Bilderdownload in den Einstellungen oberhalb dieses Briefings.

Dieser Befund sollte wachrütteln. Bei aller Notwendigkeit, agil durch die sich verschärfenden Krisen zu steuern, bleibt die langfristige Perspektive eine Überlebensfrage für Unternehmen. Für CEOs heißt das: Nicht auf Worte kommt es an, sondern auf Taten. Wer schon am eigenen Anspruch scheitert, verspielt seine Zukunft.

Der Pick stammt von Ann-Kristin Achleitner, Distinguished Affiliate Professor an der ESMT Berlin, und Thomas Lange, Managing Director bei Achleitner Ventures. Die CEO.Picks sind eine Kooperation zwischen der ESMT und Table.Briefings.

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Letzte Aktualisierung: 10. Januar 2026