Was fehlt, wenn die Kirche stirbt? Mit Justus Geilhufe.
Zu Gast ist Justus Geilhufe. Er ist evangelisch-lutherischer Pfarrer in Großschirma bei Freiberg – und arbeitet im atheistischsten Fleck der Welt. Er beobachtet: Wo drei Generationen ohne Kirchenbindung aufwachsen, verliert eine Gesellschaft das, was sie zusammenhält.
Mit Helene Bubrowski diskutiert Geilhufe, wie die Kirche um gesellschaftliche Relevanz kämpft.
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Transkript
Sprecher 1: Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, an diesem Ostermontag, an dem wir über die Kirche sprechen wollen, die Kirche, die in der Krise ist. Mehr als die Hälfte der Deutschen ist inzwischen nicht mehr Mitglied der evangelischen oder katholischen Kirche. Und nur noch ein Fünftel der Deutschen verbindet mit Ostern überhaupt ein religiöses Fest. Rund 20 Prozent, so ist es in Umfragen zu lesen, wissen nicht mal mehr, worum es am heutigen Tag eigentlich geht. Und wenn sich die Kirche in politischen Debatten zu Wort meldet, dann wirft man ihr vor, beliebig zu werden. Manche wittern sogar eine grüne Vorfeldorganisation. Die Kirche muss also um ihre Rolle in der Gesellschaft kämpfen. Und wenn sie noch Kulisse für Trauung sein darf, dann kann sie sich schon freuen. So jedenfalls hat man manchmal das Gefühl. Ausgerechnet dort, wo die Kirche schon lange gegen die Bedeutungslosigkeit kämpft, im Osten Deutschlands, arbeitet unser heutiger Gast. Justus Geilhufe, 1990 in Dresden geboren, ist Theologe, Autor und evangelisch-lutherischer Pfarrer. Er hat in Jena, Princeton und München, Göttingen und Leipzig studiert, und zwar Theologie, Philosophie und Leadership. Und heute ist der Gemeindepfarrer in Großschirmer, einem Ort mit rund 5000 Einwohnern bei Freiberg in Sachsen. Sein Job ist nicht nur die Gemeinde zu begleiten, die noch da ist, sondern auch die Menschen zu erreichen. die längst weg sind. Auf Instagram wirbt er deshalb offen für seinen Glauben und bietet auch Glaubenskurse an. Die Kirche in einer entkirchlichten Region. Wie kann sie neue Anhänger finden und was passiert mit einer Gesellschaft, der der Glauben abhanden kommt? Warum wenden sich die Menschen in der Sinnkrise nicht mehr dieser Institution zu, die so viele Jahrhunderte wichtig in Deutschland war, sondern warum buchen sie stattdessen Ayurveda-Kurse und bezahlen viel Geld dafür? Und wie verhält sich die Kirche zu aufkeimenden autoritären Denkmustern, die gerade in Ostdeutschland so stark sind? Viele Fragen an Justus Geilhofe, der jetzt bei uns im Studio ist. Hallo, schön, dass Sie da sind, lieber Herr Geilhofe.
Sprecher 2: Danke für die Einladung. Bringe deinen Tag auf Touren und arbeite intelligenter. Mit Acrobat Studio. Kombiniert Acrobat Pro Tools, KI-gestützte Arbeitsbereiche, Assistenten und Inhaltserstellung. Alles an einem Ort. Deine Daten sind damit sicher und sie werden niemals für Trainingszwecke eingesetzt. Arbeite schneller, intelligenter, erledige mehr mit Acrobat Studio. Mach es einfach mit Acrobat. Probiere es jetzt auf adobe.com slash acrobat aus.
Sprecher 1: Ja, Herr Geifu, wir sprechen an diesem Ostermontag und nur noch 20 Prozent der Deutschen wissen überhaupt ganz genau, warum es diesen Feiertag gibt. Die allermeisten verbinden mit diesem Tag Familie, Freizeit, Sommeranfang, Zeit für Sport. Dabei ist ja jedenfalls für uns Protestanten der Karfreitag, der ja jetzt noch nicht lange her ist, der höchste Feiertag. Sie haben es mal bezeichnet in... Ihrem ersten Buch als entkirchlichte Gesellschaft. Wofür brauchen wir die Kirche heute eigentlich noch? Oder ist brauchen vielleicht das falsche Wort?
Sprecher 3: Ja, ich glaube, das ist immer die große Frage, was eine freie pluralistische Gesellschaft wirklich am Ende braucht. Und ob man irgendjemanden sich nehmen kann, der, so wie Sie es ja jetzt gerade gesagt haben, fast schon wie von außen sagt, das und das ist jetzt dran. Oder man stellt halt die Frage genau andersrum und sagt, inwiefern eine pluralistische und vor allem freie demokratische Gesellschaft überhaupt beieinander bleiben will, wenn sie auf sowas wie Religion verzichtet. Und ich meine, das spreche ich, das sage ich natürlich bewusst als ein Pfarrer, der diesem christlichen Glauben nicht nur viel abgewinnen kann, sondern der in dem atheistischsten Fleck der ganzen Welt lebt und arbeitet. Und da würde ich schon sagen, Man merkt einer Gesellschaft an, wenn sie mittlerweile in der dritten Generation mit dem, was wir glauben und was wir als Kirche tun, wirklich gar nichts mehr zu tun hat. Und wenn wir als Bundesdeutsche, als gesamtdeutsche Gesellschaft uns fragen, wohin soll die Reise im 21. Jahrhundert gehen, dann würde ich immer sagen, nehmt die Kirche mit.
Sprecher 1: Was passiert mit einer Gesellschaft, der der Glauben, die Bindung an die Kirche abhanden kommt? Können Sie das noch ein bisschen genauer fassen?
Sprecher 3: Also die atheistische Gesellschaft, wie ich sie in Ostdeutschland kennengelernt habe und wo ich ja die These aufstelle, dass wir Teile, Aspekte davon in unserem ganzen Land mittlerweile wahrnehmen, das ist eine Gesellschaft, der etwas abhandengekommen ist, was jeder Mensch als Einzelner, aber wir als... Gemeinschaft brauchen, um irgendwie voranzukommen. Das ist Thema der Soziologie seit im Grunde 200 Jahren, das eigentlich nichts so vergemeinschaftet wie Glaube. Also Durkheim, Weber, Simmel, egal wen Sie nehmen. Sie merken heutzutage, wenn Sie durch Ostdeutschland gehen, dass sie dort Menschen haben, die sich eigentlich gar nicht mehr die Frage stellen, ob sie überhaupt etwas miteinander verbindet. Und dann, das können Sie jetzt an der konkreten Situation bei uns nehmen, zurückgreifen auf Dinge, die man anderen Menschen, die von außen drauf gucken, gar nicht erklären kann. Also die zurückgreifen auf eine DDR-Identität, die zurückgreifen auf autoritäre Denk- und Handlungsmuster. Weil sie in dem Jetzt, was eben beispielsweise von Glauben und eben dem, was Glauben mit einer Gesellschaft macht, nicht mehr geprägt ist, nicht wirklich zurande kommen.
Sprecher 1: Warum hat denn die Kirche so stark an Anziehungskraft verloren, obwohl wir alle, sage ich mal, oder jedenfalls ein großer Teil der Menschen sich selber als Sinnsuchende beschreiben? Sie haben jetzt gesagt, Rückgriff auf die DDR als identitätsstiftendes Merkmal. Gibt natürlich auch Rückgriff auf alles mögliche andere, also Buddhismus, Ayurveda, andere Dinge. Da könnte die Kirche ja mit ihrer langen Tradition, auch durchaus mit ihrer Durchdringung der Gesellschaft in vielen Bereichen, eigentlich locker mithalten. Was ist das Problem?
Sprecher 3: Es gibt in Deutschland zwei Gründe. In Ostdeutschland ist der Grund, dass die DDR uns bewusst kaputt gemacht hat durch Repressionen. Und in Westdeutschland... Merken wir die tiefe Identitätskrise, durch die unsere Kirche in den letzten Jahrzehnten gegangen ist. Also der Protestantismus, das ist ein Stück weit seine Schwäche, aber es ist auch ein Stück weit seine sehr, sehr große Stärke, hat immer eine große Offenheit für das, was gerade passiert und das, was... Sozusagen auch gesamtgesellschaftspolitisch gerade dran ist und dass die Verbindung von gesellschaftlicher Atmosphäre und dem, was die Kirche tut, in den letzten Jahrzehnten immer weniger geworden ist, hat etwas mit dem deutschen Protestantismus gemacht. Also dass wir nicht mehr ganz selbstverständlich gefragt werden, wenn es um irgendwelche tagespolitischen Dinge geht, das ist für uns als Kirche, Kirche eine große Herausforderung und ich glaube, dass wir genau diesen Rückgriff, den Sie vorschlagen, in den letzten Jahrzehnten nicht getraut haben, also nochmal neu sich zu vergewissern, auf welche 500 Jahre wir zurückblicken und dass in diesen 500 Jahren etwas steckt, was auch die nächsten 500 Jahre tragen kann. Der deutsche Protestantismus hat gerade in der Nachkriegszeit auch aufgrund der schwerwiegenden Fehler, die passiert ist, immer den Versuch unternommen zu gucken, wie er Avantgarde sein kann. Und dass diese Avantgarde-Rolle auch im Rückgriff auf Traditionen und auf das, was alte Werte sind, stecken kann, das war für den Protestantismus lange, lange Zeit... Schwer denkbar.
Sprecher 1: Sie meinen die deutschen Christen, also Sie meinen die Rolle der protestantischen Kirche, insbesondere im Nationalsozialismus.
Sprecher 3: Genau, das meinte ich mit der Schwäche, dass wir natürlich auch manchmal dem Zeitgeist anheimfallen und eine solche Katastrophe wie beispielsweise die deutschen Christen passieren. Und gleichzeitig haben wir aber auch in der Bundesrepublik der 70er und 80er Jahre eine so prägende Rolle gespielt, die wir, glaube ich, wieder einnehmen können. Und ich glaube, dass das, was Sie sagen, uns selber erstmal bewusst werden muss, dass wir eine Botschaft für Menschen haben, die tatsächlich... Ihnen fehlt, nämlich dass es einen Grund gibt, den niemand wegnehmen kann und dass es einen Horizont gibt, der tatsächlich alle übersteigt. Und das, und das sage ich, als Protestant nochmal ganz bewusst, dass dieser Grund und dieser Horizont wahrnehmbar, sehbar, spürbar und verhandelbar ist mit diesem Menschen, Jesus Christus, der vor 2000 Jahren gelebt hat und gestern am Ostermorgen nach drei Tagen aus einem Grab herausgekommen ist. Und dass es dort Menschen gab, die ihn gekannt haben, aufgeschrieben haben, was er gesagt hat. Und dass eine Geschichte ist, die uns unmittelbar nicht durch Fantasie oder durch irgendwelche Herzensfrömmigkeit, sondern konkret spürbar und wahrnehmbar verbindet. Also das ist eine so unglaubliche Stärke, die wir, glaube ich, problemlos wieder neu ausspülen können. Jedenfalls merke ich das bei uns in Ostdeutschland, wenn genau dieser Rückgriff passiert und mutig, oder fröhlich davon erzählt wird, dann ist das fast schon ein Selbstläufer, dass Menschen diesen Weg zu uns wieder finden.
Sprecher 1: Interessant, bevor wir zu den Formen kommen, die Sie da gewählt haben, die sich ja auch unterscheiden von anderen Fördern, ist noch eine andere Frage. Ist denn dieser Rechtfertigungsdruck, unter dem die Kirche heute steht, also es ist eben keine Selbstverständlichkeit mehr, mittlerweile sind mehr als die Hälfte der Deutschen weder Mitglied der protestantischen noch der katholischen Kirche. Ist das ein Risiko? Klar, aber insofern auch eine Chance, würden Sie das sagen? Also, dass man sich eben mehr Gedanken machen muss, mehr anstrengen muss, nicht so denkfaul sein darf, weil man sagt, die Leute sind schon da und zahlen?
Sprecher 3: Ja, also genau, denkfaul ist, glaube ich, jetzt ein hartes Wort. Das Wort, aber was wir wahrnehmen, ist, dass das, was mit uns in Ostdeutschland die letzten 70, 80 Jahre passiert ist, uns jetzt in eine Situation bringt, wo tatsächlich Innovation passiert. Also wo überhaupt kein Freiraum mehr dafür da ist, irgendwelche Luxusprobleme zu lösen, sondern es stellt sich ausschließlich die Frage, wie überleben wir und was ist zu tun, damit es uns auch in fünf Jahren in diesem Dorf noch gibt. Diese Fragen stellen sich unmittelbar aus einem riesengroßen Existenzdruck heraus, der jetzt auch politisch wird. Und wir geben... Unmittelbar Antworten darauf, was bei uns zum Beispiel daran liegt, dass bei uns im Grunde alles ehrenamtlich passiert und dass eben die Menschen, die von sich aus aus einer intrinsischen Motivation heraus sagen, wir wollen uns engagieren, natürlich uns auf das Zentrum unseres Glaubens und dem, was die Kirche zu tun hat, zurückbringen. Und wenn wir das tun, Wir merken, exakt das ist das, was Menschen interessant finden und anziehend finden. Und dann muss man natürlich nach den Formen finden, wie man diesen Menschen, die jetzt in der dritten Generation das nicht kennen, einen Weg bereitet, dass sie die Schwelle über die Kirchentür wieder finden.
Sprecher 1: Naja, und da haben Sie ja ein neues Format gefunden oder neue Formate, kann man sagen. Einerseits ist es Social Media und da sieht man Sie auch im Jogginganzug stehen. Da sieht man Sie mit einem Hahn auf dem Arm.
Sprecher 3: Das muss ich zurückweisen. Ich besitze nicht mal einen Jogginganzug.
Sprecher 1: Ich sah ein Foto, wo Sie jedenfalls sehr sportlich bekleidet sind.
Sprecher 3: Okay, ja, das sollte ich vielleicht lassen, dass ich mich beim Sport noch...
Sprecher 1: Ich wollte das jetzt gar nicht bewerten, mir ist es aufgefallen. Also Sie sind jedenfalls nicht immer im Talat, sondern es gibt ein Video, wo Sie einen Hahn auf dem Arm haben und vieles andere. Also man kann sagen, Sie sind da sehr modern unterwegs, ein bisschen spielerisch zuweilen auch. Sie machen das eben so, wie man das auf Instagram macht, als junger Mann. 1990 sind Sie geboren. Wie ist das Feedback? Würde mich wirklich interessieren. Zuspruch einerseits, aber gibt es nicht vielleicht auch Leute, die Ihnen vorwerfen, diese Heiligkeit der Kirche, die Tradition, das, was Kirche unterscheidet und eben unverwechselbar macht. Also Influencer kann heute jeder sein, aber eine Kirche mit einer Tradition, die protestantische 500 Jahre, die christliche 2000 Jahre, das können die anderen nicht.
Sprecher 3: Wirklich, da steht kein Konzept dahinter. Ich glaube, das ist wirklich durch einen coolen Zufall oder durch eine nette Fügung so passiert. Das, was Sie ja beschreiben, ist ja das, was bei mir eigenartigerweise irgendwann stattgefunden hat und dann bin ich dabei geblieben. Social Media funktioniert ja nur, wenn man in einer gewissen Art und Weise ehrlich mit sich selbst ist. Und das übersetze ich für mich eben so, dass ich halt mein Frühstück genauso fotografiere wie irgendwie den Weg zur Arbeit oder irgendwie den Weg von einer Beerdigung. Und gleichzeitig ist etwas, was die Menschen bei mir finden und faszinierend finden, dass ich genau dieses 500 Jahre alte, schlicht und einfach, ergreifend ins Bild setze. Also die schönsten und stellenweise die meisten Rückmeldungen, die bekomme ich, wenn ich ein Bild mache von dem Tisch des Frauendienstes in Klein-Waltersdorf, wo neun alte Frauen miteinander die Bibel lesen und danach ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee trinken. Und ich denke, die Faszination ist, dass so ein junger Typ, 1990 geboren, vielleicht auch mit diesem Gedanken im Hinterkopf, der könnte auch woanders rumhängen, sich dort hinsetzt und beim Rausgehen in die Handykamera sagt, das war das Geilste, was ich an so einem Mittwochnachmittag hätte machen können und die Leute mir das abnehmen, weil es ernst gemeint war. Und dadurch... Dass sie mit mir jemanden haben, glaube ich, mit dem sie sich irgendwie innerlich verbinden können, der ihnen aber diese alte Welt der Kirche zeigt und diesen Wert von einem Frauendienst in Klein-Waltersdorf deutlich macht, das, glaube ich, öffnet auch das Herz von jemandem, dessen Oma 1951 ausgetreten ist. Ich glaube, wenn man das übersetzt, in das, was die Kirche in unserer Gesellschaft zu tun hat, dann steckt, glaube ich, da eine Chance für die Zukunft, schlicht und ergreifend zu zeigen, was wir für wahr halten und vielleicht auch das Vertrauen ausstrahlen, dass sich das nicht in drei Tagen wieder ändert, sowohl in Form als auch in Inhalt. Ich könnte mir vorstellen, dass das ein Weg für die Zukunft ist.
Sprecher 1: Sie haben auch Glaubenskurse eingerichtet. die mittlerweile so erfolgreich sind, dass sie das gar nicht mehr alleine schaffen, sondern eine Art Franchise, kann man vielleicht sagen, gegründet haben. Erklären Sie uns mal, was das ist.
Sprecher 3: Naja, Glaubenskurse sind eigentlich eine alte Nummer. Also Menschen versuchen etwas zu lernen von dem, was den christlichen Glauben ausmacht. Ich hatte einfach nur ein riesengroßes Problem. Ich habe angefangen, jeder Pfarrer von uns hat irgendwie drei, vier, fünf Kirchen und im Moment ist es so, dass wir immer noch eine andere Gemeinde dazu bekommen, weil da kein Pfarrer ist und da sind es nochmal fünf, sechs, sieben, acht Kirchen. Das heißt, ich fing an und war sofort natürlich irgendwie überfordert und hatte trotzdem den Wunsch, ich will nicht nur für die Menschen da sein, die bei mir... Die Kirchensteuer gerade zahlen, sondern ich kann, wenn wir hier überleben wollen, es nur so machen, dass wir uns an die 90 Prozent wenden, die noch nicht oder nicht mehr zu uns gehören. Und Glaubenskurse sind ein Weg, nämlich zu sagen, ich habe bei dir mal so einen Satz gehört, dass du dich schon dafür interessieren würdest, aber überhaupt keinen Zugang dazu hast. Wir beginnen im September, uns einfach bei mir im Wohnzimmer zu treffen und einfach ein paar Grundthemen des Glaubens kennenzulernen und als Gruppe darüber ins Gespräch zu kommen. Hättest du da Lust? Und normalerweise ist das ein riesengroßer Aufwand, weil man Material besorgen muss, Kleingruppen gründen muss, kochen muss und so weiter. Und ich habe gesagt, ich schaffe das alles nicht, das dauert einfach eine Stunde. Und alles das, was ihr zu lernen habt, was ihr sozusagen erfahren sollt, das machen wir nicht an dem Abend, sondern ihr bekommt das als einen kleinen Videoimpuls einfach in eure... Ein Alltag, wenn ihr Bus fahrt oder wenn ihr gerade mit dem Auto auf Arbeit fahrt oder wenn ihr eure Kinder ins Bett gebracht habt. Und durch irgendeinen Zufall, und das meine ich mit dem, was bei uns in Ostdeutschland passiert, es gibt im Grunde keine Ressourcen mehr, es gibt kaum mehr Kraft, aber trotzdem müssen wir etwas tun, damit es uns in fünf Jahren noch gibt. Und dieser Glaubenskurs... Ist ein Ergebnis dessen, und mittlerweile zwischen Flensburg und Freiburg machen viele, viele Gemeinden und Freundesgruppen und interessierte Gruppen diesen Kurs, weil er überhaupt keinen Aufwand bedeutet und gleichzeitig ganz tief in die eigene Seele und in das Geheimnis des Glaubens einführt. Nichts kostet und man nur einfach acht Abendtermine je eine Stunde braucht und drei Leute, die mitmachen. Und das ist für Gemeinden, die keinen Pfarrer haben, für Pfarrer, die zu viel zu tun haben und für Leute, die einfach sagen, wollen wir zu dritt das mal machen, einfach die größte Chance gerade, tatsächlich missionarisch zu sein, weil auch das erklärte Ziel von dem, was wir machen, ist, Menschen zu taufen. Oder Menschen zum Wiedereintritt in die Kirche zu bewegen. Und das sagen wir auch ganz offen, weil wir glauben, dass das Größte für dieses Land wäre, wenn es diese christlichen Wurzeln wiederentdeckt. Und dieser Glaubenskurs hat das zum Anliegen und funktioniert, funktioniert wirklich total gut.
Sprecher 1: Bevor wir jetzt zur Frage kommen, wie verhält sich Kirche zu Politik, zweite Hälfte des Gesprächs, ist die Überleitung die Frage, wie liberal... Wie soll evangelische Kirche eigentlich sein? Also zum Beispiel, was halten Sie von Taufzeugen? Also das ist ja Holz für viele Paare, die ihre Kinder taufen lassen wollen, gar nicht mehr so einfach jemanden zu finden, den sie einerseits mögen und vertrauen, der andererseits Mitglied der Kirche ist. Ähnliches Thema ist Hochzeiten von Ausgetretenen. In Kirchen, die dann gerne die Kulisse haben, aber eigentlich dann doch mit der Kirche in irgendeiner Form gebrochen haben. Trauung homosexueller Paare, sogar in Berlin hier Trauung von Polypaaren. Wie haben Sie das für sich entschieden? Wie offen sind Sie da? Weil es ja natürlich einerseits kann man sagen, da dient die Kirche als Kulisse für irgendwas, was mit Kirche gar nichts zu tun hat. Andererseits ist es auch eine Chance, Menschen zurückzugewinnen, zu sagen, die sind jetzt Taufzeugen und vielleicht finden sie ja so den Weg. Wieder in die Kirche. Was ist Ihre Antwort?
Sprecher 3: Das sind ja jetzt zwei verschiedene Fragen. Also wie öffnet man solche Rituale und welche, also diese Fragen nach beispielsweise Segnung Homosexueller, das ist ja eine theologische Grundfrage. Also das sind jetzt zwei verschiedene Fragen. Ich habe relativ oft Taufzeugen. Das liegt aber daran, dass man Menschen manchmal ganz schwer erklären kann, dass das Patenamt etwas anderes ist, als dem besten Freund zu zeigen, dass er der beste Freund ist. Also das Patenamt, zum Beispiel die beste Patin, die ich in meinem Leben hatte, war eine Frau, mit der meine Eltern per se waren, als sie gefragt haben, ob sie... ob sie meine Patin werden kann, weil sie einfach das Gefühl hatten, die ist ein guter Mensch, unser Kind in diese Kirche hineinzuführen. Und genau so war das. Und das Patenamt ist das Amt für dieses Kind zu beten. Zuallererst, das ist das Patenamt. Und nicht, wir sind seit 20 Jahren befreundet, jetzt zeige ich dir das, indem du Pate meines Kindes wirst. Und wenn du nicht mehr in der Kirche bist, dann wenigstens Taufzeuge. Trotzdem spricht manchmal etwas für Taufzeugen, wenn es irgendwie eine gute Gemeinschaft um dieses Kind herum geben soll. Insofern, ich habe auch manchmal Taufzeugen. Die Trauung von Ausgetretenen in Kirchen ist wirklich totaler Quatsch. Also warum? Also wenn sie eine Seh... Also wenn sich... In diesem Wunsch nach der Kulisse nicht für diese Menschen deutlich zeigt, dass sie nicht nur diese Kulisse, sondern damit auch alles drumherum brauchen, dann haben sie vielleicht auch noch gar nicht verstanden, was diese Hochzeit jetzt für sie bedeutet. Und dann ist der Job nicht von einem Pfarrer zu sagen, machen wir irgendwie mit. Also das würde ich nie im Leben machen. Und dann ist die andere Frage nach beispielsweise diesen Trauungen. Und ich glaube, dass zum Beispiel wir in Sachsen haben aus meiner Sicht eine wirklich gute Lösung, oder was heißt Lösung, einen guten Weg gefunden. Bei uns gibt es eine Unterscheidung zwischen einer Trauung und der Segnung von Menschen. Die sich für ihren Lebensweg den Zuspruch Gottes wünschen, Und diese... Unterscheidung haben wir getroffen. Wir machen eine Trauung nicht, aber wir feiern Segnungen, wenn in der Ortsgemeinde der Kirchenvorstand auch mit an Bord ist, was er in der Regel ist. Und ich glaube, dass das ein guter Weg ist, diesem Wunsch, nach Gottes Segen und Begleitung gerecht zu werden. Auch wenn für uns natürlich sozusagen die Frage nach dieser sexuellen Orientierung und nach der Vielfalt von Beziehungen auch ein großes Geheimnis immer noch bleibt. Diese Trauung von polyamoren Menschen, Das hat ja in Berlin gar nicht stattgefunden. Also sozusagen eine Kollegin hat so etwas gemacht und man hatte nach einem Social-Media-Post so eine Art Eindruck, dass dort eine Polyhochzeit stattgefunden hätte. Das ist auf mehreren Ebenen einfach unglücklich gewesen und wurde dann auch... Also es wurde auch lange und ordentlich besprochen. Die Frage ist ja jetzt eigentlich eine ganz andere. Also was ist im Prinzip eine gute Grundentscheidung für den deutschen Protestantismus, wenn er zukunftsfähig werden will? Und meine Wahrnehmung ist, dass Kirchenleitungen immer... Eigentlich gut ist, wenn sie verhältnismäßig konservativ ist, weil die Basis, weil das Gros der Gläubigen immer eine Tendenz hat, liberaler zu sein als die Kirchenleitung. was, glaube ich, gut und sachgemäß ist. Also beispielsweise, wenn Sie Fragen der Ökumene betrachten, die Gläubigen vor Ort interessiert überhaupt nicht, ob sie im katholischen Gemeindehaus oder im evangelischen sind und ob gewisse Dinge einfach zusammen gemacht werden und das ist ihr gutes Recht und ich würde auch sagen, ihre gute Pflicht. Und es ist auch das gute Recht und die gute Pflicht von Kirchenleitenden, darauf zu achten, was theologisch richtig und über die letzten 500 Jahre getragen hat. Und ich glaube, wenn diese Balance immer und immer wieder neu ausgehandelt, aber dann auch eingehalten wird, dann hat, glaube ich, die deutsche protestantische Kirche eine gute Zukunft.
Sprecher 1: Nicht mit dem Zeitgeist gehen, das habe ich schon verstanden, und gleichzeitig offen zu sein für gesellschaftliche Entwicklungen.
Sprecher 3: Ich glaube, das ist die große Chance, die im deutschen Protestantismus steckt. Ich glaube, damit hat er deutsche Debatten über Jahrhunderte hinweg sehr gut und gewinnbringend geprägt.
Sprecher 1: Würden Sie homosexuelle Paare denn trauen?
Sprecher 3: Ich würde homosexuellen Eltern nicht trauen.
Sprecher 1: Weil sie der Meinung sind, theologisch ist es eben die Bindung von Mann und Frau, das ist die Ehe.
Sprecher 3: Ja, also ich glaube, dass es unter Gottes weitem Himmel eine ganz große Vielfalt und geliebte Vielfalt von Lebensformen gibt. Und dann gibt es aber trotzdem nochmal eine Unterscheidung zwischen dem, was die Kirche als Trauung feiert. Und ich glaube, dass... Die Heilige Schrift ein Zeugnis abgibt, wo diese Komplementarität eine Rolle spielt. Also der Schöpfungsbericht zeigt und auch was das biblische Zeugnis sich darauf bezieht, dann daraus macht, zeigt, dass es sozusagen zusammengehörende und sich vervollständigende Dinge gibt, also der Morgen, der Abend, das Licht, die Nacht, das Feste. Und das Meer und so weiter. Und Frau und Mann werden dort hineingeboren in diese zusammengehörenden und sich vervollständigenden Formen. Und das ist der Grund, warum wir der Ehe zwischen Mann und Frau einen besonderen Stellenwert, auch weil sie natürlich reproduktiv sind, also weil aus dieser Verbindung Kinder entstehen und in der Hoffnung, dass diese Verbindung bleibt und ein behütetes Haus für diese Kinder bildet. Deshalb sagen wir, wir wollen dem den Segen zusprechen und glauben, dass Gott diesen Segen verheißt. Und da gibt es einen Unterschied zwischen dieser Form und der ganzen großen Vielfalt anderer Lebensformen. Und das zeigt ja diese große Debatte beispielsweise eben um diese Poly... Trauung, die so keine war, weil eben die Frage ist, was ist sozusagen der Kern von dem, was wir verheißen wollen und begleiten wollen und was ist sozusagen die große Vielfalt, wo wir den Job haben, richtig gut seelsorgerisch und segnend und Ja, auch mit theologischer Tiefe mitzugehen.
Sprecher 1: Es gibt ja Kritik an der Kirche, die jetzt nicht sie persönlich trifft, weil sie gerade klargestellt haben, wie sie die Dinge sehen, dass sie sich auf die Kernbotschaften, die christlichen Kernbotschaften ja primär fokussieren wollen. Der Vorwurf, aber hier auch aus Berlin, von teilweise der Politik, ist, dass die Kirche zu beliebig werde. So hat es Julia Klöckner, die Bundestagspräsidentin, gesagt, dass sie sich zu stark mit tagespolitischen Themen beschäftige. Den Tempolimit, aber auch Klima, Gottesdienste und anderes. Insbesondere im Blick ist da auch der Kirchentag, der Markt der Möglichkeiten, der jetzt sehr stark von intersektionalen Feministinnen und anderen, ja, ich würde nicht sagen gekapert, aber doch als Plattform genutzt wird. Sie haben eine Verteidigung geschrieben für den Kirchentag. Würden Sie sagen, diese Kritik an der Kirche ist überzogen?
Sprecher 3: Ja, tatsächlich. Also ich glaube wirklich, dass diese Kritik an der Kirche wirklich überzogen ist. Das sind wieder jetzt zwei verschiedene Dinge. Julia Klöckner würde sich, glaube ich, nicht... Da zu Wort melden, wenn die Kirche tagespolitische Dinge sagen würde, die irgendeinem Kram passen. Also das ist, glaube ich, wirklich sehr eindeutig. Und was den Kirchentag betrifft, ich bin auch kein typischer Kirchentagsgänger. Aber wenn ich mit Freunden... Die echt so total konservativ oder irgendwie, ja, auf jeden Fall konservativer, denke ich, als das durchschnittliche Kirchentagspublikum, dort vier fantastische Tage verbringen kann. Podien, wo wir auch, also Sie auch als Berliner Bubble sagen, das gibt es so selten, auch in diesem politischen Berlin, in dieser Qualität und in dieser Ausgewogenheit, auf diesem Niveau. Und wenn wir über den Markt der Möglichkeiten laufen und dieses komplette Programm uns anschauen und dann einfach feststellen, das, was uns... Gewisse Medien darstellen als so ist der Kirchentag und wie absurd soll es denn noch werden und wir finden das nicht, sondern es sind von tausenden Veranstaltungen drei oder sieben, dann sehe ich da schon auch mich in der Pflicht, wenn eine Polemik kommt, auch mal polemisch zu antworten, weil das wirklich dem, was dort passiert, nicht gerecht wird. Und vor allem, da werde ich wirklich fuchsig, wenn die Kirche anhand von einzelnen Beispielen als völlig verkommen und zeitgeistig dargestellt wird. Völlig darüber vergessen wird, dass in tausenden Gemeinden Tag ein, Tag aus nichts anderes passiert, als mit neun alten Frauen in Klein-Waltersdorf Bibel zu lesen und siebenjährigen Kindern etwas von Abraham zu erklären und Sonntagmorgens einen klassischen Gottesdienst zu feiern. Da haben wir, also wir haben natürlich den Job, das ordentlich darzustellen und ich glaube, den Job machen wir stellenweise nicht gut. Aber wenn solche Angriffe kommen und ich die Möglichkeit habe, öffentlichkeitswirksam zu antworten, dann mache ich das, weil ich diese Kirche wirklich liebe, dafür, dass sie jeden Tag seit Jahrhunderten stinknormale Dinge tut, die Menschen zu Christus führen. Und deshalb... Eine solche Kritik wirklich unverhältnismäßig finde.
Sprecher 1: Die Wahrheit ist ja auch, dass die Kritik oft von Leuten kommt, die selber gar nicht da waren oder bestimmte Vorstellungen haben, gar nicht mehr in die Kirche gehen und sagen, das sind nur noch Klimagottesdienste, wo man sagt, wann warst du das letzte Mal da? So stimmt es jedenfalls nicht. Aber nochmal genauer gesagt, es gab ja auch... Eine Äußerung hier von dem Prälaten und der Bevollmächtigten der EKD sehr konkret zur Frage der Reform des Asylrechts. Wo dann auch mit einem Recht man sagen kann, also Tempo Limit kann man jetzt in der Tat drüber streiten, aber die Frage des Asylrechts. Jesus Christus selber verfolgt da und so weiter. Ist das dann schon übergriffig, wie es die Bischofskonferenz gesagt hat, eine Einmischung in tagesaktuelle Fragen, die die Kirche nichts angeht? Oder tut die Kirche das sehr zu Recht? Was ist Ihre Meinung?
Sprecher 3: Ich glaube, dass die Kirche das sehr zu Recht tut. Und manchmal gibt es eben Momente, da kommt man nicht mehr richtig gut raus. Also das war natürlich einfach, also beispielsweise diese Frage nach der Verschärfung des Asylrechts. Das war ein Moment, in dem es so... so schnell ging, dass eben die beiden auch schnell reagieren mussten und das dann, glaube ich, in einer für sie ganz notwendigen Klarheit getan haben. Wir haben ja als deutscher Protestantismus... Denke ich, die große Qualität, dass wir zu diesen Fragen wichtige und große Texte permanent zur Verfügung haben. Im Moment ist es eben so, dass auf diese Texte und auf diese Standpunkte immer weniger zurückgegriffen wird, weil eben auch die deutsche Politik zunehmend säkularer wird und der Kontakt zur Kirche schwindet. Und dann gibt es eben in solchen Zeiten dann Momente, wo eben die beiden schnell und deutlich etwas sagen wollen und sagen müssen, Und die zweite grundlegendere Frage ist, welchen Job soll denn sozusagen gegenüber der Politik die Kirche sonst haben, als sich eben stellenweise auch politisch zu äußern? Das sind wir eben nun mal nicht, dass wir uns zurückziehen könnten auf vermeintlich unpolitische Dinge, weil, das merken wir ja zum Beispiel in Ostdeutschland, schon allein die schiere Existenz von uns politisch ist. Also, dass die AfD uns jetzt so massiv angeht, liegt ja nicht an irgendwelchen tagespolitischen Äußerungen, sondern liegt ja nur daran, dass wir überhaupt noch da sind und sie deshalb stören und vor Herausforderungen stellen. Das heißt, Wir aus Deutschland merken, dass alleine das im Pfarrhaus das Licht brennt, für gewisse Parteien hochpolitisch ist und wir uns deshalb überhaupt nicht, es gibt keinen Rückzug, der ist tatsächlich nicht möglich. Und da muss ich nicht erst Bonhoeffer lesen oder mich auf irgendwelche dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte beziehen, sondern wir stellen fest, Alleine, dass wir existierend und den Anspruch auf Menschen formulieren, ist etwas, was bestimmte Parteien zur Weißglut bringt.
Sprecher 1: Sind Sie schon selbst Opfer von Angriffen geworden auf Social Media oder auch sogar persönlich von rechten Rechtsextremisten?
Sprecher 3: Also es kommt so ein bisschen darauf an, jedenfalls nicht so, dass es... Mich groß betroffen hätte. Aber der Ostdeutsch ist ja schnell echauffierbar. Und da ist natürlich so ein Geilhufe gut, so diesem Durchschnitts-AfD-Wähler zur Weißglut zu bringen. Und das äußert sich natürlich... In Instagram oder Facebook-Nachrichten oder in Kommentarspalten. Aber es ist für mich aushaltbar. Ich habe mit meiner Familie, mit meiner Gemeinde und auch mit dieser Kirche eine tolle Basis, mit der man solche Dinge persönlich und im Miteinander aushandeln kann. Und es hilft natürlich auch, der Glauben daran, dass man nicht alleine ist. dass wirklich so der Herr dieser Welt mit einem diesen Weg geht. Und es ist ja ein Stück weit mein Beruf, Finger in gewisse Wunden zu legen und Menschen auch gewisse Dinge vorzuhalten, von denen, denke ich, wirklich klar ist, dass sie so nicht gehen. Und dass dann Gegenwind kommt, ist klar. Und da muss jeder Pfarrer für sich jeweils neu entscheiden, wie weit das für ihn noch aushaltbar ist. Und für mich ist es im Moment total gut aushaltbar.
Sprecher 1: Nun ist es ja auch nicht ausgeschlossen und eher wahrscheinlich, dass unter den Mitgliedern ihrer Kirche auch AfD-Sympathisanten sind, wenn man jetzt schlicht auf die... Umfragewerte und Wahlergebnisse schaut. Wie gehen Sie damit um? Und natürlich sind auch mittlerweile in freiwilligen Feuerwehren und so weiter und so weiter, also in den Institutionen sitzen Sympathisanten. Suchen Sie die Auseinandersetzung, suchen Sie den Anschluss, versuchen Sie die zu überzeugen. Akzeptieren Sie das oder verstehen Sie die Kirche schon als Akteur im Kampf gegen die AfD?
Sprecher 3: Na, mittlerweile ist die Kirche ein Akteur im Kampf gegen die AfD, was daran liegt, dass die AfD uns den Kampf erklärt hat. Im Vorhinein, also bis zum Wahlprogramm der Sachsen-Anhalter, AfD war das etwas komplizierter. Also für mich ehrlich gesagt nicht, aber es war tatsächlich in der Kommunikation etwas komplizierter, weil die AfD immer probiert hatte, sich eigentlich als die besseren Christen darzustellen. Als christliche Werte hochhalten. Also wir sind doch die, die über... überhaupt noch an Gott glauben. Das hat diese linksgrüne Vorfeldorganisation und Staatskirche, das sagen sie vielleicht nicht, aber sozusagen Kirchensteuerkirche, womit sie, glaube ich, Staatskirche meinen, schon längst hinter sich gelassen. Und diese Auseinandersetzung zu führen, war ein bisschen schwerer, weil... Weil Protestantismus tatsächlich für Pluralität steht, intellektuelle und tatsächlich auch weltanschauliche Pluralität und dieser sehr homogenen und sehr einseitig denkenden AfD da, sozusagen etwas entgegenzuhalten, das war nicht ganz so einfach. Jetzt sind wir in der direkten Auseinandersetzung, in einem tatsächlichen Kampf, weil das explizit ausgesprochen worden ist.
Sprecher 1: Die Aufkündigung des Kirchenstaatsvertrags.
Sprecher 3: Ja, genau. Und vor allem eben, Nicht die Frage, wie handeln wir das neu aus, weil wir schätzen, dass in Dörfern, in Pfarrhäusern Lichter brennen, sondern wir wollen das so schnell und so radikal wie möglich, wo ich dann dazu füge, naja, weil ihr wahrscheinlich wollt, dass in diesen Dörfern diese Lichter nicht mehr brennen. Ich frage mich, warum, liebe AfD? Wollt ihr, dass nur noch bei euch im Büro das Licht brennt? Und es gibt keine anderen Akteure mehr, die einen Anspruch auf die Menschen vor Ort stellen und mit ihnen den Weg zusammen gehen wollen. Aber das ist so eine offene Frage, die die beantworten müssen. Zu Ihrer Frage zurückzukommen, ich suche die direkte Auseinandersetzung mit den Funktionären. Also ich rede auch mit denen. Manchmal ist das Gespräch gar nicht so schlecht, weil da manche... manchmal eben auch so die enttäuschten alten Konservativen noch mit dabei sind. Meistens sind das aber nicht die, sondern andere und dann wird es immer sehr anstrengend, weil es nie zu irgendwas führt. Und ich rede relativ offen mit denen, die die gerne wählen, weil sie... Glaube ich, wirklich oft sich nicht bewusst sind, was für Konsequenzen das hat. Wir können das ja bei uns mittlerweile sehr genau sehen. Ich bin auch sehr zuversichtlich, dass diese Orte, die die ersten AfD-Bürgermeister haben, in Deutschland auch die ersten sind, die ihre AfD-Bürgermeister wieder abwählen. Weil was wir bei uns ja sehen, ist, dass... Das große Versprechen, wenn das Alte weg ist und mit uns den Neuen alles kommt, dann wird vieles, vielleicht sogar alles richtig gut. Also dieses quasi religiöse Schema hat diese Erzählung, die Altparteien, alles Alte muss weg, also Merkel muss weg, die Ampel muss weg. Also auch so dieses fast schon eliminatorische in der Sprache. Also sozusagen, wir haben eine, unsere AfD-Bundestagsabgeordnete hatte Fußabtreter mit Scholz-Konterfeis vor ihrem Büro, wo drüber stand, abtreten. Also wie so an iranischen Unis, wo die Studenten über amerikanische und israelische Fahnen treten sollen, um die pure Verachtung deutlich zu machen. Das verfängt natürlich jetzt noch, aber die Ergebnisse kommen nicht. Es wird eben wirtschaftlich oder wie auch immer nicht besser. Und ich bin mal gespannt, wie das in Zukunft aussieht, weil es ja auch innerhalb der AfD so eine mittlerweile Zweiklassengesellschaft gibt zwischen denen, die in den Parlamenten sitzen und denen, die vor Ort tatsächlich abliefern müssen und auf die, die in den Parlamenten für sie zuständig sind, ja eigentlich angewiesen sind. Aber ich glaube, da in der Regel nichts kommt oder sehr, sehr wenig. Und ich vermute, dass da die Stimmung innerhalb der Partei mittlerweile auch nicht mehr so gut ist, was man ja beispielsweise bei der Affäre um die verwandtschaftlichen Beziehungen in den Anstellungsverhältnissen gemerkt hat, dass die Bürgermeister vor Ort da eine sehr große Enttäuschung gegenüber ihren eigenen Leuten ausgesprochen haben, weil die gesagt haben, wir rackern uns hier tatsächlich für die Menschen vor Ort ab, weil es unser Job mittlerweile ist. Und da oben wird sich so verhalten.
Sprecher 1: Ja, natürlich ist die Partei in gewisser Weise etabliert und kämpft trotzdem noch gegen ein Establishment, das sie selber eingenommen hat. Die Frage ist in der Tat, wie performen, um es im Neudeutsch zu sagen, diese Bürgermeister oder auch Landräte? Ihre Hoffnung ist, es wird nicht gut gehen.
Sprecher 3: Meine Hoffnung ist ja, ehrlich gesagt, ich wohne ja dort vor Ort, meine Hoffnung ist ja, dass es gut geht.
Sprecher 1: Naja, dass die enttäuschen, richtig, natürlich verstehe ich es schon, ich meine, dass die enttäuschen und dann wieder abgewählt werden, das ist natürlich die Frage, die wahrscheinlich auch nicht pauschal überall gleich sein wird, aber in der Tat das reine Versprechen von Disruption und Zerstörung. Die Erwartung reicht natürlich nicht aus. Die Erwartung ist schon, dass dann was kommt. Das können wir heute noch nicht sagen. Was wir aber sagen können, ist, dass in ihrem Ort der Bürgermeister sich das Leben genommen hat. Und so jedenfalls war es in der Lokalpresse zu lesen, dass insgesamt sehr feindliche Klima, Hass und Hetze gegen Kommunalpolitiker dabei eine Rolle gespielt hat. Ist es richtig? Ist es für die Kommunalpolitik und damit auch für die anderen Akteure wie Sie so geworden, dass es dann... Sagen wir mal, wenn man nicht so ein dickes Fell hat, wie Sie es jetzt gerade für sich beschrieben haben, einfach schwer aushaltbar wird?
Sprecher 3: Ja, also ich habe in der Predigt zu seinem Gedenken gesagt, dieser Tod erschüttert nicht unser Zusammenleben, sondern dieser Tod zeigt, dass unser Zusammenleben längst erschüttert ist. Und ich glaube, das hat es so ein bisschen auf den Punkt gebracht, auch wenn es natürlich seelsorgerlich in dem Moment gemeint war. Wir haben, wenn Sie auf die ostdeutschen Zustände gucken, mittlerweile einen Punkt erreicht. Ich vergleiche das immer so ein bisschen mit Russland, wo ich nicht genau sicher bin, ob man da wirklich von einer lebendigen, normalen Demokratie noch sprechen kann. Also auf dem Papier ist das das alles noch. Aber wenn die Bundestagsvizepräsidentin sagt, sie tritt nicht mehr an, weil es nicht mehr geht, Wenn wir mittlerweile Kinder von Politikern haben, die unter anderem Namen in die Schule gehen, dann sind wir an so einem Punkt, wo ich sagen würde, die Demokratie funktioniert. bei uns tatsächlich nicht mehr so, wie sie gedacht war. Und genau, unser Bürgermeister hat wirklich in den letzten Jahren eine Zeit durchlebt, die ihm so zugesetzt hat, aus ganz vielen verschiedenen Gründen, dass er für sich dann so eine Entscheidung getroffen hat. Und das hat natürlich mich ganz betroffen gemacht, weil es für mich eben Ausdruck ist, eben von einem Klima, wo ich, wenn das so weitergeht, keine Zukunft mehr so richtig sehe, weil es ja für alle Menschen bei uns vor Ort... Grauenhaft ist, also auch die, die sozusagen davon nicht betroffen sind, so kann man ja nicht leben. Das ist ja kein Leben und von einem Zusammenleben ganz zu schweigen.
Sprecher 1: Herr Geihufe, zum Abschluss. Sie sprechen vom bürgerlichen Protestantismus. Können Sie uns nochmal erklären, was Sie darunter verstehen und ob das ein Modell ist, wo Sie sagen würden, wenn die Kirche diesen Weg stärker geht, die evangelische, dann ist sie vielleicht wieder mitten in der Gesellschaft und damit auch integrative Kraft.
Sprecher 3: Also er ist so ein bisschen aus der Liebe zu diesen alten Formen entstanden, dieser Begriff. Also das ist ja manchmal gefühlt so ein Alleinstellungsmerkmal von mir, dass ich ja einer bin, der auch im Internet sagt, so wie meine Kirche ist, ist das absolut. Wird fantastisch. Also normalerweise sind Protestanten im Internet immer die, die massiv ihre eigene Kirche kritisieren und sagen, wir müssen viel fortschrittlicher, wir müssen noch viel bunter und so weiter werden. Und ich gehe ja Sonntagmorgens in meine... Klapprige Dorfkirche und sage, schöner wird es heute nicht mehr. Und das meine ich ja ganz... Meinen Sie das auch ernst? Oder ist das aus der Not die Tuben gemacht? Nein, Sie müssen mal zu mir kommen. Es ist wirklich ein Sonntagmorgen bei uns um 10, wenn dort unsere 40, 50 Leute drin sitzen. Es ist wirklich, es geht nicht schöner.
Sprecher 2: Was macht die Schönheit aus?
Sprecher 3: Naja, dass man zu uns kommt und merkt, es gibt ein Grundvertrauen in das, was schon immer da war. Und schon immer da war sind ja 500 Jahre. Und wir finden fantastisch, dass dieser 500 Jahre alte Pfarrhof dort steht, neben dieser 800 Jahre alten Kirche. Und wir glauben ganz fest dran, dass der dort nochmal 500 Jahre steht. Und also bürgerlicher Protestantismus ist irgendwann so unter uns entstanden. Das ist eben ein Protestantismus, der diese alten Formen liebt. Und bürgerlich meint noch dazu diese Form von Laissez-faire in dem Sinne von, es gibt, was ich am Anfang gesagt habe, unter Gottes freiem Himmel, eine ganz große Vielfalt von Formen, die durch dieses Vertrauen auf das, was von früher zu uns hinübergeschwappt ist, zusammengehalten werden. Ich glaube, er ist so ein bisschen aus dem Gegenüber. über entstanden, dass man manchmal das Gefühl hat, man muss eine bestimmte politische Meinung haben, um in Deutschland noch Protestant sein zu können. Und wir haben festgestellt, wir sind gar nicht grün, aber wir lieben diesen Protestantismus. Also wir finden auch den Kirchentag total toll. Und haben uns so gefragt, wie kommt das denn eigentlich? Und haben festgestellt, das liegt vielleicht darin, dass Protestantismus... So einen, also den Kern des Bürgerlichen eigentlich bildet, was in diesem Deutschland irgendwann entstanden ist, dass man eben an gewissen alten Formen festhält, dass man Bildung liebt, dass man ein hohes, auch akademisches irgendwie Ideal hat oder zumindest ein hohes Bildungsideal hat. Und dass man gleichzeitig zulässt, dass Menschen private Entscheidungen treffen und dass eben Vielfalt nicht etwas ist, was uns vor Probleme stellt, sondern was uns als gläubige Menschen ganz, ganz reich und stärker und besser macht. Und ich glaube, daraus ist dieser Begriff entstanden, dass man... Wenn man vielleicht auf den ersten Blick, also wenn man vielleicht einen Tag mir bei Instagram folgt, vielleicht denkt, das ist ein ganz schön konservativer Typ und dann irgendwie irgendwann feststellt, nee, da ist tatsächlich etwas von dieser Vielfalt, die wir am evangelischen Glauben lieben und an dieser Kirche in Deutschland lieben, vorhanden, aber nicht vielleicht nicht so übertrieben, dass ich davon überfordert werde, sondern ich kann durch Vielfalt eine Heimat finden, weil es eine Vielfalt ist, die sich im Glauben ausdrückt und nicht durch meine persönlichen Überzeugungen. Und ich glaube, dass daraus irgendwann dieser Begriff bürgerlicher Protestantismus entstanden ist.
Sprecher 1: Ja, interessant. Wobei ja konservativ nicht etwas ist, das man irgendwie verstecken müsste in einem Land wie Deutschland, das strukturkonservativ am Ende jedenfalls ist. Gibt ja auch in der evangelischen Kirche, die in der Tat dargestellt wird, als sei sie eine linksgrüne Vorfeldorganisation. Gibt es die Johanniter, gibt es viele andere, auch Pfarrer, auch derjenige zum Beispiel, von dem ich konfirmiert worden bin, der jetzt mit links und grün wirklich einfach rein gar nichts zu tun hat. Also die Kirche ist, auch meine Erfahrung, deutlich vielfältiger. Aber die Frage ist ja, und jetzt kommen wir wirklich zum Ende, der Nachwuchs. Wenn man darauf schaut, die sind jetzt vielleicht ein Beispiel, das andere ermutigen könnte, auch diesen Weg zu gehen. Und trotzdem, die katholische Kirche ringt damit, dass diejenigen, die sich dort... Jetzt anmelden, um Priester zu werden, in den Priesterseminaren tatsächlich wirklich sehr konservativ sind. Bei der evangelischen Kirche ist eigentlich die Frage, ist es, wenn ich richtig informiert bin, überhaupt schwer, noch Nachwuchs zu finden und dann auch noch eine Vielfalt abzubilden. Wie ist Ihre Prognose und was muss man vielleicht auch tun, um das attraktiver zu machen, jetzt um ein Pfarrer auf dem Land zu sein?
Sprecher 3: Also ich denke, man kann es schwer mit äußerlichen Faktoren machen. Also ich kann jetzt schwer irgendwie, zumindest sage ich das als ostdeutscher Pfarrer, dessen Vater in der DDR Pfarrer geworden ist, man löst das nicht durch äußerliche Dinge. Also irgendwie den Lohn zu...
Sprecher 2: Die Soldung etwas erhöhen.
Sprecher 3: Ja, also so den Sold zu erhöhen, die Residenzpflicht abschaffen, Dienstwegen zur Verfügung zu stellen. Deswegen wird niemand Pfarrerin oder Pfarrer. Also so... Oder vielleicht gar nicht die, die wir gerade im Moment brauchen. Ich will das nicht idealisieren, aber mein Vater ist in einer Zeit Pfarrer geworden, wo klar war, in dem Moment gibt es eine Stasi-Akte über dich. Deine Kinder werden niemals Abitur machen können und deine Frau wird nicht den Job haben können, den sie sich eigentlich überlegt hatte, weil der Staat sagt, vergiss es. Von der Besoldung meines Vaters ganz zu schweigen. Und trotzdem haben dort ganz viele gesagt, sie wollen unbedingt das tun, weil ihnen wichtig ist, dass diese Botschaft nicht in dieser DDR-Gesellschaft unter die Räder kommt. Und ich glaube, dass eben auch darin die Zukunft unseres Berufes ist, dass wir nach den Menschen suchen, die den Traum haben, dass auch in 100 Jahren im hinterletzten Dorf irgendwo in Ostdeutschland oder auf der Schwäbischen Alb oder auf einer Hallig in der Nordsee Menschen Sonntagmorgens kommen und von Jesus Christus hören wollen. Das klingt jetzt total abgefahren und irgendwie vielleicht altbacken, aber ich merke das ja bei den Jugendlichen, mit denen ich unterwegs bin. Die sitzen bei mir nicht, weil wir besonders lustig Donnerstagnachmittag miteinander unterwegs sind, sondern weil die ein genuines Interesse daran haben, wie man das macht in dieser Welt, wo 90% nicht dran glauben, irgendwie mit diesem Jesus unterwegs zu sein. Wie lernt man beten? Wie kann man diese Heilige Schrift beten? Lesen und wie kann man eine Gemeinschaft gründen, die sich darin gegenseitig unterstützt, also das, was wir die Kirche nennen. Und es gibt in diesem Land seit Jahrhunderten immer wieder Menschen, die diesen Traum haben, der ein Traum ist, den Gott selber ihnen ins Herzen gegeben hat. Und ich denke, wenn wir als Kirche, also jetzt nicht als Bedingung der Möglichkeit, aber ich denke so für die Zukunft gesprochen, wenn in der Kirche das seinen Platz hat, Also das ist so wie bei uns in Ostdeutschland, wo es um nichts anderes mehr geht, als diese Botschaft selber und nichts drumherum, weil wir gar kein Geld und keine Kraft für irgendetwas drumherum haben. Dann weckt das... Diese Menschen, die die Zukunft des Pfarrberufs in dieser Kirche sind.
Sprecher 1: Herr Geihufe, eine Hoffnung und wann wäre sie je angebrachter als an Ostern? Vielen Dank für dieses Gespräch. Vielen Dank, dass Sie bei uns waren.
Sprecher 3: Vielen herzlichen Dank für die Einladung.
Sprecher 2: Bringe deinen Tag auf Touren und arbeite intelligenter. Mit Acrobat Studio. Kombiniert Acrobat Pro Tools, KI-gestützte Arbeitsbereiche, Assistenten und Inhaltserstellung. Alles an einem Ort. Deine Daten sind damit sicher und sie werden niemals für Trainingszwecke eingesetzt. Arbeite schneller, intelligenter, erledige mehr mit Acrobat Studio. Mach es einfach mit Acrobat. Probiere es jetzt auf adobe.com slash acrobat aus.