Ökonomen: BIP‑Prognose deutlich nach unten korrigiert

01. April 2026

Der anhaltende Krieg im Iran hat inzwischen auch Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Die führenden Wirtschaftsinstitute wollen nach Informationen von Table.Briefings ihre Prognose für das Wachstum im laufenden Jahr deutlich nach unten korrigieren. Wie zuvor das Handelsblatt berichtete, rechnen sie für 2026 nur noch mit einem Plus von rund 0,6 Prozent, etwa halb so viel wie noch im Herbst, als die Institute von 1,3 Prozent Wachstum ausgegangen waren. Die Gemeinschaftsprognose von DIW Berlin, dem ifo Institut, dem Kiel Institut für Weltwirtschaft, dem IWH Halle und dem RWI Essen wird heute dem Bundeswirtschaftsministerium übergeben.

Die Forscher führen die Korrektur auf die anhaltende geopolitische Unsicherheit, höhere Inflation und eine schwächere globale Nachfrage zurück. Im März lagen die Preise in Deutschland nach einer vorläufigen Schätzung des Statistischen Bundesamts 2,7 Prozent oberhalb des Vorjahresniveaus, nachdem die Teuerungsrate im Februar noch auf 1,9 Prozent gefallen war. „Die heutigen Inflationsdaten zeigen, dass eine erste Inflationswelle klar auf dem Weg ist“, kommentiert Carsten Brzeski, Chefvolkswirt, von der ING.

Laut einer aktuellen ifo-Studie erwarten 90 Prozent der Industrieunternehmen Beeinträchtigungen durch den Iran-Krieg. Als Hauptgrund nennen 78 Prozent der Firmen die stark gestiegenen Energiepreise. Zudem rechnen 36 Prozent mit Einschränkungen bei Schifffahrtswegen sowie Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten und Rohstoffen.16 Prozent der Unternehmen befürchten darüber hinaus Belastungen im Luftfrachtverkehr. Knapp ein Viertel stellt sich auf eine sinkende Nachfrage in wichtigen Exportmärkten ein. Alexander Wiedmann

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Letzte Aktualisierung: 01. April 2026