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Angriff auf den Iran: Deutsche Konzerne passen Lieferkette vorsichtig an

Deutsche Konzerne reagieren vorsichtig auf die Spannungen im Nahen Osten. Global agierende Unternehmen prüfen ihre Lieferketten und passen Logistikprozesse individuell an, während akute Auswirkungen auf Versorgung und Produktion bislang ausbleiben.

04. März 2026
Seetransporte: Deutsche Konzerne spüren Auswirkungen des Angriffs auf den Iran.
Seetransporte: Deutsche Konzerne spüren Auswirkungen des Angriffs auf den Iran. (Arnulf Hettrich / dpa)

Deutsche Konzerne spüren nach dem Angriff auf den Iran noch keine gravierenden Auswirkungen. Unternehmen mit globalen Lieferketten prüfen jedoch ihre Abhängigkeiten. Einige Konzerne reagieren bereits operativ mit umgeleiteten Transporten, um Risiken für Kunden zu minimieren.

Der Gaskonzern Uniper hat keine akuten Probleme beim Bezug von Flüssiggas (LNG). „Es sind keine LNG-Lieferungen aus der betroffenen Region geplant, die die Straße von Hormus passieren müssen“, teilt eine Sprecherin auf Anfrage von Table.Briefings mit. Zu einzelnen Lieferbeziehungen äußere sich Uniper zwar nicht. Trotzdem beobachtet das Unternehmen, wie der Konflikt in Nahost Spannungen auf die globalen LNG-Ströme ausübt. Akuten Preisschwankungen entgegne der Konzern mit einem diversifizierten Beschaffungsportfolio, langfristigen Verträgen und flexiblen Marktoptionen, heißt es von Uniper. Die Versorgung des deutschen Gasmarkts sei für den verbleibenden Winter gesichert, sagt die Unternehmenssprecherin.

Covestro kann noch keine langfristigen Folgen absehen. Es sei noch zu früh, um langfristige Auswirkungen der Volatilität in Energie- und Rohstoffmärkten einzuschätzen, teilt ein Covestro-Sprecher mit. Generell beziehe der Kunststoffkonzern weder Rohstoffe noch Energie über die Straße von Hormus. Operativ mache die aktuell betroffene Region nur einen „begrenzten Teil“ des Geschäfts des Kunststoffkonzerns aus. Allerdings hat der Konflikt bereits Auswirkungen „auf Lieferungen an Kunden im Nahen Osten und in Teilen Ostafrikas“. Transporte würden umgeleitet, man sei mit Kunden in Kontakt, um individuelle Lösungen zu erarbeiten, heißt es von Covestro. Aus Sicherheitsgründen arbeiten die Beschäftigten des Covestro-Büros in Dubai im Homeoffice.

BASF nimmt keine unmittelbaren Risiken für die eigene Rohstoffversorgung war. Der Chemiekonzern beobachte die Entwicklungen an der Straße von Hormus jedoch sehr genau, sagt eine Unternehmenssprecherin Table.Briefings. Bei Bedarf würden die Logistikabläufe angepasst, die möglichen Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit werden laufend bewertet. Die Mitarbeitenden in der Region wurden über die aktuelle Sicherheitslage informiert „und angewiesen, die internen Sicherheits- und Reisehinweise strikt zu befolgen“, so die Sprecherin weiter.

DHL reagiert auf geschlossene Lufträume im Nahen Osten. „Wir haben Erfahrungen mit dynamischen und sich schnell verändernden Szenarien“, teilt eine Unternehmenssprecherin mit. Der Logistikkonzern reagiere mit Routenanpassungen und alternativen Transportlösungen. So können auch kurzfristige Alternativen für die Kundschaft angeboten werden, heißt es vom Unternehmen. Robert Wallenhauer

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Letzte Aktualisierung: 04. März 2026