Harz: Lücke bei Microsoft, Sicherheit durch Open Source

Im Landkreis Harz habe es einen Angriff durch Hacker gegeben, weil eine Berufsschule noch mit Lösungen von Microsoft arbeitete. Über eine Sicherheitslücke in der Anwendung konnten Unbekannte die Schule attackieren. Das wurde jetzt bekannt, als die Administratorin Martina Müller im MDR Podcast „Digital leben“ sagte, dass sie die Schule vom Netz nehmen musste. Der Schaden für das Schulnetzwerk wäre sonst zu groß gewesen. Im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt kommen inzwischen flächendeckend Open-Source-Lösungen zur Anwendung – und zwar nicht nur in der Schule. Martina Müller, zuständig für IT im Landkreis Harz, sprach im Podcast über Hackerangriffe und Open Source Anwendungen. „Der Angriff hat uns recht gegeben in unserer Entscheidung, auf Open Source zu setzen. Denn wäre diese Schule schon umgestellt gewesen, dann hätte es diese Sicherheitslücke nicht gegeben.“

Mittlerweile sind es an den Schulen des Kreises 12.550 Nutzer, die auf eine Open-Source-Netzcloud zugreifen. Sie nutzen das finnische System Puavo, das sich in einer Ausschreibung durchgesetzt hatte. Alle Endgeräte, unabhängig vom Hersteller, haben Zugriff auf das System. Zentral für Müller ist jedoch etwas anderes: „Der wichtigste Punkt ist für mich die Souveränität, dass wir uns wirklich nicht abhängig machen, dass wir nicht an einen Konzern gebunden sind und gerade auch nicht mit unseren Daten.“

Acht Mitarbeiter im Harz versorgen 12.500 Lehrer und Schüler mit Open Source

Open Source hat den Vorteil, dass jede Person oder Institution den ursprünglichen Quellcode den eigenen Bedürfnissen einsehen und weiterentwickeln kann – auch die Sicherheit von Netzwerken und Systemen kann so konfiguriert werden. Im Juli hatte Müller in dem Podcast erklärt, was die Vorteile von Open Source seien. Open Source sei nachhaltig, biete Vorteile bei der Sicherheit und bringe Souveränität mit sich. 

Um Schulen im Harz mit Open Source-Lösungen auszustatten hat der Landkreis acht Mitarbeitende. Das sei nicht schlecht, gerade im Vergleich zu anderen Landkreisen, sagte Müller. Dennoch wünscht sie sich mehr Tempo beim Förderprogramm für IT-Administratoren, da dieses explizit auch zur Einstellung neuen Personals gedacht sei. Das einzige Problem: „Darauf warten wir leider seit den Sommerferien.“ Im Landkreis Harz sind nicht nur die Schulen von Müller mit Open Source versorgt worden. Sowohl die Telefonanlage als auch die Firewall des Impfzentrums im Harz laufen mit Open Source – zuständig sind Müller und ihr Team. Robert Saar

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