Kommentare zum CDU-Parteitag: So wird Merz' Rede bewertet

20. Februar 2026

Kommentare zum CDU-Parteitag: So wird Merz' Rede bewertet.

Welt: Keine Rede war mehr von „kleinen Paschas“ oder Problemen im Stadtbild. Auf seinem ersten Parteitag als Bundeskanzler habe sich Friedrich Merz den Klartext versagt, der ihn populär gemacht habe, schreibt Robin Alexander. „Die neue Vorsicht des Kanzlers hat ihren Preis: Dieser Merz regt keinen mehr auf, aber leider auch keinen mehr an.“

Taz: Merz habe als Oppositionschef hochfliegende Erwartungen auf eine konservative Wende geweckt, die er in der Koalition mit der SPD enttäuschen musste. Am Freitag sei der CDU-Chef vor der schwierigen Aufgabe gestanden, „eine Art regierungsverträgliches Frustrationsmanagement zu liefern“, urteilt Stefan Reinecke. Merz habe es mit einer Mutmach-Rede versucht, doch der Versuch, „Optimismus zu versprühen, geht in Stuttgart höchstens halb auf“.

FAZ: Selbstkritik falle Merz leichter als seiner Vorgängerin Angela Merkel, kommentiert Berthold Kohler. Der Kanzler habe eingestanden, „dass er, weil von geopolitischen Stürmen umtost und auf das Mitmachen der SPD angewiesen, nicht alles halten konnte, was er den Deutschen als Oppositionsführer versprochen hatte“. Er habe sich „redlich, wenn auch rhetorisch nicht berauschend“ um ein gutes Wiederwahlergebnis bemüht. Allerdings hätte „mehr der Innenpolitiker und Reformer als der Außenkanzler reden können und sollen“.

SZ: Zwar fordere Merz, Deutschland müsse zur Höchstform auflaufen, sonst werde die Wirtschaft nicht wieder in Schwung kommen. „Doch Antworten darauf, was das denn jetzt bedeutet und was die Regierung tun wird, bleiben CDU und SPD schon seit Längerem weitestgehend schuldig“, kommentiert Lisa Nienhaus. Selbst die komplexe Außenpolitik mit Donald Trump und Wladimir Putin scheine dem Kanzler „leichter von der Hand zu gehen als die Sache mit der Wirtschaft“. Damir Fras

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Letzte Aktualisierung: 20. Februar 2026