Vorruhestand: Wirtschaftsverbände warnen vor Fehlanreizen

05. Februar 2026

Vorruhestand: Wirtschaftsverbände warnen vor Fehlanreizen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer und die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände fordern die Abschaffung von Anreizen, die ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt erleichtern. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren etwa sei „ein klarer Fehlanreiz“, sagte Anne Zimmermann von der DIHK Table.Briefings. Diese Option wurden 2024 von rund 270.000 Beschäftigtenin Anspruch genommen. Auch die BDA betont, der Staat dürfe frühe Berufsaustritte nicht fördern. Der Chef der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit kritisierte in der SZ, der Personalabbau über Vorruhestandslösungen wie Abfindungen vergrößere den Fachkräftemangel.

Wie viele solcher „goldenen Handschläge“ es gibt, ist nicht bekannt. Die Rentenversicherung hat nur Zahlen dazu, wie viele Menschen im Jahr vor dem regulären Ausscheiden aus der Arbeit sogenanntes Vorruhestandsgeld bekamen: 2024 waren das 2.661. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Vereinbarung mit dem Arbeitgeber, der bis zum Rentenbeginn einen bestimmten Anteil am vorherigen Lohn zahlt. Im Unterschied zum nicht gesetzlich geregelten „Vorruhestand“ werden außerdem vermehrt Menschen wegen psychischer Erkrankungen frühverrentet. 2024 waren es gut 72.000 – von knapp 172.000 Erwerbsminderungsrentnern insgesamt. Okan Bellikli

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Letzte Aktualisierung: 05. Februar 2026