Indien als China-Ersatz: Warum der Ökonom Mody die Erwartungen dämpft

03. Mai 2026

Indien als China-Ersatz: Warum der Ökonom Mody die Erwartungen dämpft. Während die Bundesregierung in Indien auf neue Wachstumschancen hofft, zieht der Ökonom Ashoka Mody eine eher düstere Bilanz: Der Visiting Professor Emeritus für internationale Wirtschaftspolitik an der Princeton University warnt, dass die derzeitige Begeisterung in Europas Wirtschaftskreisen für den Subkontinent strukturelle Defizite ausblende. Trotz seiner Größe verfüge Indien nur über eine vergleichsweise kleine konsumstarke Mittelschicht, während grundlegende Bildungsprobleme die wirtschaftliche Entwicklung bremsten.

Mody warnt die deutsche Industrie davor, das heutige Indien mit China der 1980er-Jahre zu verwechseln. Während China technologisch in eine andere Liga aufgestiegen sei, habe Indien seinen Anteil am Weltexport seit Jahren kaum steigern können, so Mody. Für deutsche Unternehmen bleibe der Markt begrenzt: Statt der oft zitierten 1,4 Milliarden Menschen seien nur rund 40 Millionen tatsächlich kaufkräftig. Zudem spiele Indien in Zukunftstechnologien wie KI oder Robotik bislang kaum eine Rolle. Ohne massive Investitionen in Humankapital werde der Subkontinent technologisch ein Zwerg bleiben, so Mody. Wo er trotzdem Chancen sieht, lesen Sie im China.Table. Fabian Peltsch

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Letzte Aktualisierung: 03. Mai 2026