Ukraine: Warum Putin von einem Ende des Krieges spricht

10. Mai 2026

Ukraine: Warum Putin von einem Ende des Krieges spricht. Es ist das erste Mal seit der Vollinvasion in die Ukraine, dass Russlands Machthaber Wladimir Putin persönlich von einem möglichen Ende des Krieges spricht und sogar mit Europäern verhandeln will. Noch vor zwei Monaten hatten seine Unterhändler französische Diplomaten aus Moskau „zum Teufel“ geschickt, jetzt will Putin offenbar reden. Das macht er im Gespräch mit der Presse anlässlich der Feiern zum Ende des Zweiten Weltkrieges klar. Dass er sich seinen alten Freund und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder als Verhandlungsführer vorstellen kann, interpretiert die jetzige Bundesregierung jedoch als Ablenkungsmanöver.

Putins Lage verschlechtert sich derzeit in der Ukraine und zu Hause. Militärisch befinden sich die Konfliktparteien in einem Abnutzungskrieg, der Russland mehr kostet als die Ukraine – personell wie materiell. Ökonomisch nehmen die Probleme zu, der kurzzeitige positive kriegswirtschaftliche Effekt ist verpufft. Nahezu alle russischen Regionen melden Budgetprobleme, und die ukrainische Kampagne gegen Russlands Öl-Infrastruktur vergrößern die Löcher im Haushalt, weil Einnahmen wegbrechen.

„Das Klima ist reif für Verhandlungen“, sagt Alexey Yusupov im Gespräch mit Table.Briefings. Yusupov leitet das Russland-Programm der Friedrich-Ebert-Stiftung. Es werde auch in der staatsnahen Presse spekuliert, ob das nicht ein gesichtswahrender Einstieg in eine längere Feuerpause sein könnte, aus dem man erst später in den politischen Prozess einsteigen würde. Welche Gründe Moskau zu dieser Initiative bewegen, lesen Sie im Security.Table. Viktor Funk

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Letzte Aktualisierung: 10. Mai 2026