Notfall-Szenarien: Lufthansa erwägt Streckenschließungen bei weiterem Kerosinpreisanstieg

Notfall-Szenarien: Lufthansa erwägt Streckenschließungen bei weiterem Kerosinpreisanstieg. Infolge des Iran-Krieges hadern europäische Airlines derart mit den rasant gestiegenen Kerosinkosten, dass sie Flugzeuge bereits am Boden lassen, etwa in Italien. Der Preis für Flugbenzin ist auf Rekordwerte von 239 Dollar pro Barrel geklettert, Flughäfen haben mit der Rationierung des Treibstoffs begonnen. Eine Sprecherin der Lufthansa betonte auf Anfrage von Table.Briefings allerdings, dass man rund 80 Prozent des Kerosinbedarfs für das laufende Jahr zum Vorkrisenniveau eingekauft habe und damit gegen Schwankungen sehr gut geschützt sei, ganz anders als US-Airlines.

Es bestehe derzeit keine Kerosinknappheit an deutschen Drehkreuzen. Dennoch bereite man sich auf weitere Preissteigerungen vor, ein mögliches Szenario sei die Streichung unprofitabler Strecken oder „eine vorzeitige Ausflottung älterer Flugzeuge“, so die Sprecherin. In einem Szenario würde die konzernweite Kapazität um 2,5 Prozent reduziert, was der Stilllegung von rund 20 Flugzeugen entspräche; ein weiteres sähe eine Kapazitätsreduktion von fünf Prozent und die Stilllegung von 40 Flugzeugen vor. Die Ticketpreise sind bereits angehoben worden.

Bei Condor sieht die Lage anders aus. Weil die Flotte deutlich kleiner ist als die der Lufthansa und auf der Langstrecke ausschließlich neuere Flugzeugmodelle mit geringerem Treibstoffverbrauch zum Einsatz kommen, macht sich Condor‑CEO Peter Gerber derzeit keine Sorgen mit Blick auf eine mögliche Kerosinknappheit. Michael Bröcker, Alex Wiedmann

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Letzte Aktualisierung: 09. April 2026