Reform für stärkere Arbeitsanreize: Singles drohen Nachteile

07. April 2026

Reform für stärkere Arbeitsanreize: Singles drohen Nachteile. Die Regierung setzt darauf, dass Grundsicherungsempfänger mehr arbeiten, wenn sie von dem verdienten Geld mehr behalten dürfen. Dazu müssten die sogenannten Transferentzugsraten sinken. Die Ökonomin Irene Becker zeigt in einer Modellrechnung, dass die Vorschläge der Sozialstaatskommission bei alleinstehenden Leistungsbeziehern allerdings zu Kürzungen führen könnten, während Familien eher profitieren. Alleinstehende arbeiten häufig in Neben- oder Minijobs und dürften, wenn die Vorschläge eins zu eins umgesetzt werden, von diesem niedrigen Einkommen künftig weniger behalten. Bisher werden die ersten 100 Euro nicht von der Grundsicherung abgezogen. Künftig sollen es nur noch 50 Euro sein.

Bei Singles endet der Anspruch auf Grundsicherung bei steigendem Einkommen früher als bei Haushalten mit Kindern. Die Einkommensgrenze, ab der sie insgesamt mehr Geld behalten könnten als heute, wäre bei einer Reform zum Teil deutlich höher. In ihrem Bericht geht die Kommission auch selbst auf das von der Ökonomin beschriebene Problem ein: Um „systematische Schlechterstellungen“ zu vermeiden, plädiert sie für eine Differenzierung dieser Entzugsraten nach Haushaltstypen. So soll erreicht werden, dass Erwerbsanreize für die jeweiligen Gruppen „zielgenau“ sind. Okan Bellikli

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Letzte Aktualisierung: 07. April 2026