16. März 2026 Must-Reads

16. März 2026

SZ: Springer-Chef nach Orbán-Gastbeitrag in der Kritik. Nachdem die Welt bereits einen Gastbeitrag von Elon Musk mit Sympathien für die AfD veröffentlicht hatte, druckte die Welt am Sonntag nun einen Gastbeitrag von Viktor Orbán. Darin verbreitet der ungarische Ministerpräsident Narrative der russischen Propaganda und kritisiert die Ukraine sowie Wolodymyr Selenskyj scharf. Kritiker sehen darin indirekte Wahlkampfhilfe für Orbán, der vor der Parlamentswahl in Ungarn unter Druck steht. („Ein Text, der klingt, als sei er vom Kreml selbst verfasst worden“)

Stuttgarter Nachrichten: Boris Palmer will kein Minister unter Özdemir werden. Der Tübinger Oberbürgermeister will in seinem Amt bleiben und keinen Ministerposten in der Landeshauptstadt antreten. Dies teilte Cem Özdemir auf einer Sitzung des Grünen-Landesverbandes mit. Der parteilose OB hatte Özdemir im Wahlkampf unterstützt und bis zuletzt offengelassen, ob er in das Kabinett Özdemirs eintreten würde. („Palmer sagt Özdemir ab“)

Taz: Rassemblement National könnte ins Marseiller Rathaus einziehen. In den meisten der rund 35.000 französischen Kommunen sind die Bürgermeister bei den Kommunalwahlen direkt gewählt worden, in den Großstädten kommt es zu Stichwahlen. In Paris gewann der linke Politiker Emmanuel Grégoire mit einem unerwarteten Vorsprung, könnte aber durch ein Bündnis der Konservativen mit den Rechten und Rechtsextremen Probleme in der Stichwahl bekommen. In Marseille liegt der Kandidat einer linken Liste Kopf an Kopf mit dem des Rassemblement National. Bis Dienstagabend können Parteien Bündnisse für die Stichwahl bilden. („Keine Skrupel, wenn's um Paris geht”)

Taz: Linke nach Austritt von Antisemitismus-Beauftragten um Schadensbegrenzung bemüht. Wer Israel pauschal als „genozidalen Staat“ diffamiere, übernehme Narrative moderner antisemitischer Ideologie, begründet der Brandenburger Antisemitismusbeauftragte Andreas Büttner seinen Austritt aus der Linken. Er bezieht sich auf einen Parteitagsbeschluss der niedersächsischen Linken, in dem Israel mehrfach des Genozids bezichtigt wird, aber der 7. Oktober keine Erwähnung findet. Jan van Aken bedauerte den Austritt. „Vielleicht gibt es Einzelpersonen, die ein Antisemitismusproblem haben“, räumt er – laut Pascal Beucker relativierend – ein. („Ein folgenschwerer Linken-Beschluss“)

SZ: Oscar-Verleihung so unpolitisch wie lange nicht. Obwohl die beiden großen Gewinner „Blood & Sinners“ und „One Battle After Another“ politisch provokante Filme sind, sei die in den vergangenen Jahren oft politisch aufgeladene Preisverleihung angesichts der Trump-Eskalationen und ICE-Razzien erstaunlich gemäßigt gewesen, schreibt Kathleen Hildebrand. Lediglich der Dokumentarfilmgewinner David Borenstein sagte in seiner Rede: „Man verliert sein Land durch viele kleine Akte der Beihilfe.“ („Geht in Hollywood die Angst um?“)

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Letzte Aktualisierung: 16. März 2026