Organisierte Kriminalität: Wie der frühere Interpol-Chef den Aktionsplan sieht

25. Februar 2026

Organisierte Kriminalität: Wie der frühere Interpol-Chef den Aktionsplan sieht. Jürgen Stock, bis Ende 2024 Chef von Interpol, erkennt in dem Papier der Bundesregierung vor allem eine zentrale Neuerung: „Sollte eine Beweislastumkehr nach Jahrzehnten der Diskussion um dieses Thema gelingen, wäre das tatsächlich eine Zeitenwende im Kampf gegen OK“, sagte er Table.Briefings. Aus internationalen Sicherheitskreisen ist zu hören, dass Deutschland bislang als Geldwäsche-Paradies gilt; die Beweislastumkehr könnte daran etwas verändern. Dem Aktionsplan nach müssen OK-Verdächtige künftig nachweisen, Vermögenswerte legal erworben zu haben.

Beim Datenaustausch sollte laut Stock stärker der private Sektor berücksichtigt werden. „Dort befinden sich regelmäßig wichtige Daten zur Aufdeckung krimineller Wertschöpfungsketten.“ Stock plädiert zudem für mehr global koordinierte Analysen und Operationen der Ermittler unter Einbeziehung von Europol und Interpol; nur so könne man OK zurückdrängen, die selbst meist global agiere. Lars Klingbeil kündigte am Mittwoch an, „komplexe internationale Ermittlungen“ voranzutreiben, wurde auf Nachfrage allerdings wenig konkret. Man wolle die Zusammenarbeit in Lateinamerika sowie auf EU-Ebene stärken, sagte der Finanzminister. Franziska Klemenz

Briefings wie Berlin.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden

Letzte Aktualisierung: 25. Februar 2026