Commerzbank wehrt sich mit Stellenabbau gegen Unicredit-Offerte

09. Mai 2026

Der Übernahmekampf zwischen Commerzbank und der italienischen UniCredit spitzt sich weiter zu. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen setzt die Commerzbank dabei auf politische Unterstützung in Berlin. In dem Umfeld heißt es, solange die SPD an der Regierung beteiligt ist, sei dieser Rückhalt gesichert – auch wegen ihrer traditionell engen Verbindungen zu den Gewerkschaften.

Das Frankfurter Institut versucht zugleich, Investoren von seiner eigenständigen Zukunft zu überzeugen. Mit steigenden Gewinnen und einem weiteren Stellenabbau will die Bank ihre Unabhängigkeit unterstreichen und eine feindliche Übernahme abwehren. Bis 2030 sollen konzernweit rund 3.000 weitere Vollzeitstellen gestrichen werden.

Mit Blick auf das Übernahmeangebot der UniCredit argumentiert die Commerzbank, die Pläne der Italiener würden zu einem deutlich stärkeren Stellenabbau führen. Die UniCredit, die inzwischen knapp 30 Prozent der Anteile an der Commerzbank hält, hatte am Dienstag ein öffentliches Übernahmeangebot vorgelegt. Die Offerte von UniCredit-Chef Andrea Orcel ist als Aktientauschangebot strukturiert, bei dem die Gegenleistung ausschließlich in neu auszugebenden UniCredit-Aktien besteht. Die Annahmefrist läuft bis zum 16. Juni 2026. Die italienische Großbank strebt eine weitere Aufstockung ihrer Beteiligung an und hat für den Fall einer Übernahme einen Umbauplan vorgelegt. Der Aufsichtsrat der Commerzbank lässt sich beim öffentlichen Übernahmeangebot von der Anwaltskanzlei Gleiss Lutz beraten. Alexander Wiedmann

Briefings wie CEO.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden

Letzte Aktualisierung: 09. Mai 2026