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Reaktionen auf Merz' Rede: Delegierte, Gäste und Journalisten

20. Februar 2026

Reaktionen auf Merz' Rede: Delegierte, Gäste und Journalisten. „Ich habe einen sehr aufgeräumten Kanzler erlebt, der ein klares Bild davon hat, was er dieses Jahr und in den nächsten Jahren sowohl international als auch in Deutschland umsetzen will. Der klar weiß, dass seine Worte sehr gewogen werden. Und ich finde, dass der Kanzler ein verstecktes Signal an die Sozialdemokraten gesendet hat – wie ich finde zurecht – dass wir jetzt erwarten, dass es in diesem Jahr vorwärts geht.“ Sebastian Lechner, Landesvorsitzender CDU Niedersachsen

„Friedrich Merz hat eine solide Rede geliefert, keine glanzvolle. Er hat die Partei damit vorerst hinter sich versammelt, aber inspiriert hat er nicht. Zum Start ins Wahljahr siegt die Disziplin. Als „Macher-Partei“ muss sich CDU aber erst noch beweisen. Dafür reichen Worte des Vorsitzenden nicht.“ Christiane Jacke, Korrespondentin RND

„Mich hat die Rede überrascht, weil ich gedacht hätte, er würde den Delegierten ein bisschen mehr Blut geben. Das ist ja ein CDU-Parteitag und Friedrich Merz trat fast schon präsidial auf. So ostentativ weich im Ton, dass man fast den Eindruck hatte, er wollte seine Auftritte zuletzt korrigieren und dafür sorgen, dass die CDU bloß nicht als zu kaltherzig und hart im Reformkurs wahrgenommen wird. Ob er damit die Stimmung der Delegierten wirklich getroffen hat, würde ich ein Stück weit bezweifeln.“ Veit Medick, Ressortleiter Politik Stern

„Herr Merz hat erkennbar seine Rede auch in seiner Rolle als Kanzler gehalten. Das verbietet scharfe Angriffe auf den Koalitionspartner SPD. Auch die Wahlkämpfer in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben derzeit kein Interesse daran, dass die letzten Wahlkampfwochen von Streit in der Bundesregierung überschattet wird, zumal die CDU in beiden Ländern ebenfalls einen Mitte-Wahlkampf führt.“ Andreas Rinke, Chefkorrespondent Reuters

„Viele in der Wirtschaft und an der Basis haben eine Ruck-Rede erwartet, das dringend nötige Aufbruchsignal, um die Wende für mehr Wachstum einzuleiten, die klare Ansage an die SPD, dass man angesichts der neuen Weltlage und der zunehmenden Deindustrialisierung den Koalitionsvertrag hinter sich lassen muss und eine neue große Agenda-Reform braucht. Diese Hoffnung wurde mit der Rede nicht erfüllt.“ Thorsten Alsleben, Hauptgeschäftsführer der INSM

„Er ist seiner Linie treu geblieben. Starker Fokus auf die Außenpolitik, er wollte mehr Menschen als nur die Parteitagsdelegierten erreichen. Das hat er geschafft. Aber er muss konkreter werden statt nur auf die neue Weltordnung zu verweisen.“ Baha Jamous, Director Solaris, CDU-Influencer

„Die Reaktionen während der Rede und der Applaus danach haben nicht richtig zusammengepasst. Denn eigentlich hat Friedrich Merz es nicht geschafft mit der Rede den Saal zu überzeugen, obwohl er elf Minuten Applaus bekommen hat. Viele haben hier erwartet, dass er eine Reformrede hält. Das hat er nicht getan. Die Rede lief unter dem Motto: Auf Nummer Sicher gehen und keine Fehler machen.“ Alisha Mendgen, Korrespondentin Focus

„Es war eine wohl temperierte Rede, eine sehr inhaltliche Rede. Seine persönlichen Einlassungen zur Schuldenbremse waren für die Partei wichtig. Aber es war eben auch eine Kanzlerrede, niemand konnte hier einen brüllenden Parteitag erwarten. Den Satz zur Koalition, dass beide Parteien an ihre Grenzen gehen müssen, werden wir noch oft hören.“ Roland Koch, ehemaliger CDU-Ministerpräsident in Hessen und Merz-Berater

„Er hat keinen Fehler gemacht.“ Ralph Brinkhaus, ehemaliger Fraktionsvorsitzender der Union

„Die Rede war ordentlich, aber wir müssen ins Handeln kommen. Wirtschaftspolitisch brauchen wir harte Maßnahmen. Je länger man wartet, desto tiefer werden die Einschnitte. Diese Notwendigkeit muss Friedrich Merz noch deutlicher gegenüber den Sozialdemokraten adressieren.“ Gregor Golland, NRW-Landtagsabgeordneter.

„Für mich die wichtigste Aussage: Die Koalitionspartner müssen aufhören, reflexartig jeden Vorschlag des jeweils anderen abzulehnen. Nicht das, was die Seele der Partei hören wollte, aber das, was unser Land jetzt braucht.“ Peter Liese, Europaabgeordneter

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Letzte Aktualisierung: 20. Februar 2026