Berlin.Table Must Reads

Must Reads 15. Februar

15. Februar 2026

Le Monde: Wie Frankreich und Deutschland auf Europa schauen. Friedrich Merz und Emmanuel Macron hätten unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft Europas, schreiben Elsa Conesa und Claire Gatinois. Frankreich plädiere für ein souveränes Europa mit „strategischer Autonomie“. Der Kanzler befürworte einen Mittelweg: eine Stärkung der Unabhängigkeit der EU bei Aufrechterhaltung der historischen Bindung an die USA. („A Munich, la France et l’Allemagne exposent deux visions de l’Europe, Marco Rubio veut ‚construire un nouveau siècle occidental‘“)

NYT: Europa zeigt seine Stärke. Kein anderer Redner aus Europa habe so deutlich eine europäische Unabhängigkeit von den USA thematisiert wie Emmanuel Macron, so Mark Landler. Auch wenn er den Namen Donald Trump nicht aussprach, habe Macron in nahezu jeder Aussage Bezug auf ihn genommen. Zudem habe der französische Präsident eine Botschaft europäisches Stolzes überbracht: Europa tue mehr als jedes anderes Land für die Ukraine. („Macron urges Europe to step up on the global stage and stresses unity on major issues, particularly Ukraine.“)

Rossijskaja Gaseta: Zynischer Blick Moskaus auf die MSC. Das Organ der russischen Regierung schenkt der MSC besondere Aufmerksamkeit. In seinem Text macht sich Jewgenij Schestakow über Mark Rutte lustig. Hauptsächlich versucht er aber, den Graben innerhalb der EU bezüglich der Ukraine-Hilfe zu vertiefen und unterstellt Wolodymyr Selenskyj, er erschrecke „weiterhin Europa mit einer nicht vorhandenen russischen Bedrohung”. Außerdem setzt er Sanktionen der EU mit Angriffen von deutschen U-Booten im Zweiten Weltkrieg auf sowjetische Handelsschiffe gleich.

WSJ: Breuers „Mehrfronten-Kampagne“. Generalinspektor Carsten Breuer versuche, Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit vom Sinn der Aufrüstung Deutschlands zu überzeugen, schreibt Gordon Fairclough. Seine größte Herausforderung sei der Umgang mit den Spannungen im transatlantischen Bündnis. Zwischen den Armeen seien die Beziehungen weiterhin gut, sagt Breuer. („A German General Prepares His Country for War—and the Clock Is Ticking“)

Handelsblatt: SPD stellt Bedingungen zu Linnemann-Vorstoß. Eine Verschiebung der Schwelle für den Spitzensteuersatz könne „als Teil eines Maßnahmenpakets kann mit Blick auf mittlere Einkommen“ sinnvoll sein, sagte Sebastian Roloff. Zugleich betonte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, die höchsten Einkommen müssten mehr zahlen als bisher. („CDU will Reform der Einkommensteuer – SPD stellt Bedingungen“)

Reuters: Stellantis setzt auf Diesel. Der Konzern führt angesichts niedriger E-Auto-Verkaufszahlen bei sieben Modellen wieder Diesel-Versionen ein. Da diese günstiger und chinesische Firmen in dem Segment nicht vertreten seien, bringe das in der derzeitigen Wirtschaftslage einen Wettbewerbsvorteil, so Gilles Guillaume. Dem Verband ACEA zufolge machten Diesel-Fahrzeuge 2025 nur 7,7 Prozent der Neuwagen-Verkäufe in Europa aus, bei vollelektrischen waren es 19,5 Prozent. („Stellantis resurrects diesel cars across Europe amid EV retreat“)

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Letzte Aktualisierung: 15. Februar 2026