Der Iran-Krieg und die AfD: Droht eine Zerreißprobe?

02. März 2026

Der Iran-Krieg und die AfD: Droht eine Zerreißprobe? In der AfD wächst das Drängen auf eine klare Positionierung zum Iran. „Wir fordern alle Kriegsparteien zur unbedingten Zurückhaltung auf“, hieß es von Alice Weidel und Tino Chrupalla am Samstag. Völkerrecht müsse eingehalten werden, eine erneute Destabilisierung läge nicht im deutschen Interesse. Als „wachsweich“ sehen einige das Statement, fordern mehr Deutlichkeit. Fraktions-Vize und AK-Außen-Chef Markus Frohnmaier stellte sich am Montag auf die Seite der Trump-Administration, die mit „chirurgischer Präzision“ gehandelt habe. Iran sei der „zentrale destabilisierende Faktor in der Region“ gewesen.

AfD-Verteidigungspolitiker und Transatlantiker halten ebenfalls zu Trump. Dazu gehören etwa die Kreise um Beatrix von Storch. Außerdem gebe es „viele Cheerleader, die sich darüber freuen, wenn im Iran Mädchenschulen zerbombt werden“, heißt es aus Fraktionskreisen. Insbesondere in ostdeutschen Verbänden sieht man es anders. Der sächsische MdB Matthias Moosdorf kritisierte in einem Video, dass von Iran keine Gefahr ausgegangen sei. Björn Höcke fragte am Wochenende bei einem Wahlkampfevent zynisch, warum man bei Russland von einem Angriffskrieg spreche, hier aber nicht. Wähler-Umfragen zeigen schon länger Unmut gegenüber Trumps Vorgehen. Manche in der AfD fürchten, eine anderweitige Positionierung könne dem BSW helfen, sich als die große Anti-Kriegs-Partei zu gerieren. Franziska Klemenz

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Letzte Aktualisierung: 02. März 2026