AfD: Dämpfer für Frohnmaier

08. März 2026

AfD: Dämpfer für Frohnmaier. Die AfD ist weit unter ihren Erwartungen geblieben. „25 Prozent plus X“ hatte MP-Kandidat Markus Frohnmaier mal als Ziel gesetzt. Eine Niederlage wäre für den Spitzenfunktionär die eine Sache, hätte er einen guten Wahlkampf hingelegt. Aber das hat er selbst nach Ansicht der eigenen Leute nicht. Der Chef des Arbeitskreises Außen in der Bundestagsfraktion hat wenig Hehl daraus gemacht, dass ihn Berlin mehr interessiert als das Ländle. Er kandidierte nicht mal für die Liste. Hätte er überraschend viele Stimmen gewonnen, hätte das niemanden gestört; jetzt aber droht ihm eine Debatte über die Frage, wie sehr einem so etwas eigentlich egal sein kann.

Der Wind hat sich innerparteilich für Frohnmaier gedreht. Zumal er sich am Ende nicht mal mehr reingehängt hat. Dass auch er Verwandte bei Abgeordnetenkollegen unterbrachte, belastete einen Wahlkampf, dessen Finale Frohnmaier auch noch verpasste. Alice Weidel und Tino Chrupalla beendeten den Wahlkampf in Rottweil, ließen ihren MP-Kandidaten unerwähnt. Er hinterließ lediglich eine Video-Botschaft. „Stinksauer“ gehört am Sonntag noch zu den freundlicheren Kommentaren, die Table.Briefings aus AfD-Kreisen hört. Er sei „zu feige für die Landespolitik“ gewesen, heißt es, sei „mitten im Wahlkampf“ in die USA geflogen.

Mit einer großen Anti-Frohnmaier-Opposition aus Baden-Württemberg ist dennoch nicht zu rechnen. Der Weidel-Vertraute war es, der den heftig zerstrittenen Landesverband konsolidierte, auch in ihrem Sinne. Gegner mit einflussreichen Posten sind Geschichte. Gleichzeitig wird die Bundespartei die Schuld kaum auf sich nehmen, zumal Frohnmaier sich in der Iran-Kommentierung von Weidel und Chrupalla abhob. Solche Manöver sieht man nicht gerne in der AfD. Franziska Klemenz

Briefings wie Berlin.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden

Letzte Aktualisierung: 08. März 2026