Antisemitismus: Zentralrat der Juden beklagt Dauer-Krisenzustand jüdischer Gemeinden

Sicherheitslage von jüdischen Bürgern in Deutschland
Sicherheitslage von jüdischen Bürgern in Deutschland

Antisemitismus: Zentralrat der Juden beklagt Dauer-Krisenzustand jüdischer Gemeinden. 68 Prozent der Gemeinden fühlen sich nach der Zentralrats-Erhebung für 2026 seit dem 7. Oktober 2023 in Deutschland unsicherer als zuvor. Das entspricht zwar einem Rückgang im Vergleich zu 2024, allerdings nehmen 62 Prozent der Befragten seit Beginn des Irankriegs eine weitere Verschärfung wahr. Beleidigungen, Hasskommentare, Drohanrufe oder antisemitische Schmierereien gehören zum Alltag der Betroffenen.

Für Jüdinnen und Juden habe sich eine „neue Normalität“ in Deutschland manifestiert, schreiben die Autoren der Studie. Sie seien weniger sichtbar und trügen jüdische Symbole wie Davidstern-Ketten oftmals nicht mehr öffentlich. Die Nachfrage nach psychosozialer Unterstützung bei den Gemeinden sei um 63 Prozent gestiegen. Der Zusammenhalt sei durch die Bedrohung gleichzeitig stärker geworden. Gemeinden hätten eine gewisse Resilienz entwickelt, träfen sich nun wieder häufiger; der Ausnahmezustand sei zum Dauerzustand geworden.

Den Gemeinden zufolge schwindet der zivilgesellschaftliche Rückhalt. Nur 35 Prozent fühlen sich von ihr noch unterstützt. Zu Landesregierungen, Parteien, Verwaltungen und Kirchen hätten sich die Beziehungen seit dem 7. Oktober dagegen verbessert. Ausgenommen sind dabei sowohl rechtsextreme Parteien als auch die Linke; sie nimmt der Zentralrat nicht mehr als zuverlässigen Partner wahr. Mit 91 Prozent bewerteten die Befragten die Zusammenarbeit mit der Polizei am positivsten. Franziska Klemenz, Chiara Rautenberg

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Letzte Aktualisierung: 30. April 2026