Wadephul in Washington: Der Außenminister hofft auf Rubios Aufgeschlossenheit

11. Januar 2026
Zwischenstopp in Reykjavik: Johann Wadephul und Thorgerdur Gunnarsdottir (picture alliance / AA/photothek.de | Dominik Butzmann)

Wadephul in Washington: Der Außenminister hofft auf Rubios Aufgeschlossenheit. Mit seinem Besuch am Montag in Washington und später in New York unternimmt Johann Wadephul einen neuen Versuch, die schwierigen und fragilen Beziehungen zur US-Administration zu verbessern. Der Außenminister setzt dabei besonders auf seinen US-Kollegen Marco Rubio; nach Wadephuls bisheriger Erfahrung gilt Rubio am ehesten als einer, der die Beziehungen zu Deutschland nach wie vor für wichtig hält – und das im persönlichen Umgang offenbar auch immer wieder deutlich gemacht hat. Zuletzt war er es, der bei der künftigen US-Rolle in Venezuela zurückhaltender auftrat als Donald Trump.

Deutschlands oberster Diplomat beruft sich auf die Kraft der Geschichte. Vor seiner Abreise verwies der Minister darauf, dass die USA im Sommer ihren 250. Unabhängigkeitstag feiern werden. „Das erinnert mich daran, wie stark uns die Idee von Freiheit und Selbstbestimmung verbindet.“ Deutschland habe den USA in dieser Tradition viel zu verdanken. „Noch nie war es so wichtig, in die transatlantische Partnerschaft zu investieren, um – angesichts globaler Umbrüche – in der Lage zu bleiben, die Weltordnung zu gestalten.“ Ja, es gebe Meinungsverschiedenheiten. Aber diese sollten nicht dazu führen, „dass wir das große Ganze aus dem Blick verlieren“.

Doch so zugewandt Wadephul auch klingt – die US-Seite zeigt sich dafür bislang nicht empfänglich. Weder der Angriff auf Venezuela noch die Äußerungen zu Grönland lassen den Schluss zu, Washington interessiere sich für Überzeugungen und Interessen der Europäer oder Deutschlands. Wadephul will es trotzdem versuchen. Und trotz aller amerikanischen Egoismen dafür werben, dass man in der Arktis und in Grönland die Interessen aller Nato-Mitglieder berücksichtigt – und auch die Interessen der Menschen vor Ort nicht außer Acht lässt. Am Sonntagabend hat er in Reykjavik mit seiner isländischen Amtskollegin Thorgerdur Gunnarsdottir gesprochen. Und vor seinem Rückflug am Montagabend ist ein Treffen mit UN-Generalsekretär António Guterres vorgesehen. Stefan Braun

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Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2026