Modell Wildberger: Ein Minister, der nur eine Aufgabe im Blick hat

03. Mai 2026

Modell Wildberger: Ein Minister, der nur eine Aufgabe im Blick hat. Weitestgehend geräuschlos führt der aus der Wirtschaft kommende Karsten Wildberger das Ministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung. Anders als andere Kabinettsmitglieder hält er sich aus allen anderen politischen Debatten heraus und fokussiert sich auf seine Rolle als Digitalminister. Selbst den heiklen IT-Zustimmungsvorbehalt hat er bislang zwar in 50 Fällen gegenüber anderen Häusern geltend gemacht, es aber nie an die große Glocke gehängt. Ob sein Stil sich bewährt, muss sich erst zeigen. Schafft er es, gerade damit viele Projekte auf die Beine zu stellen, wäre er ein Unikum in der politischen Klasse – und Vorbild für andere. Gelingt es ihm nicht, werden wieder viele erklären, dass das mit den Seiteneinsteigern halt doch schwer ist.

In der kommenden Woche besucht der Kanzler das Digitalministerium. Eine erste Zwischenbilanz und ein Signal der Unterstützung. Merz sollen die wichtigsten Projekte vorgestellt werden, darunter auch eine erste Demo-Variante der Deutschland-App, mit der man künftig möglichst viele Anträge und Dienstleistungen digital erledigen können soll. Ob das klappt, hängt auch davon ab, wie viele Kommunen und Behörden ihre Register für das Projekt öffnen. Die App zeigt zugleich, was Wildberger noch schaffen muss. Nur wenn es ihm gelingt, auch die rechtlichen Regeln für Verwaltungsvereinfachungen durchzusetzen, kann die Digitalisierung der Behördengänge und Verwaltungsakte gelingen. Dafür braucht Wildberger die Kommunen genauso wie die Länder und die anderen Ressorts. Leonard Schulz

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Letzte Aktualisierung: 03. Mai 2026