Berlin.Table Must Reads

Must Reads 12. Januar

12. Januar 2026

BR: Söder setzt Schirmherrschaft für Ludwig-Erhard-Gipfel aus. Den hatte die Weimer Media Group veranstaltet, hinter der bis vor kurzem Wolfram Weimer stand. Die „interne Compliance-Prüfung“ der bayrischen Staatskanzlei sei abgeschlossen, so Markus Söder, aber es fehle noch ein Gutachten des Veranstalters. Er wolle „kein Gschmäckle entstehen lassen.“ Im Raum stand, ob sich Unternehmen Zugang zu Spitzenpolitikern erkaufen konnten. Weitere Spitzenleute aus Bayern sagten ab. Ilse Aigner bleibt bei ihrer Teilnahme. („Ludwig-Erhard-Gipfel: Söder setzt Unterstützung aus“)

FT: Einstellungswelle in deutschem Waffensektor. Innerhalb von vier Jahren wuchs die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um fast ein Drittel, von 63.000 auf knapp 83.000. Viele bei den größten Playern wie Airbus und Rheinmetall, das größte relative Wachstum verzeichnet die Start-Up-Szene. Die Probleme des strauchelnden Auto-Sektors mit rund 700.000 Mitarbeitern kann das nur bedingt ausgleichen. („Defence jobs boom as Germany’s arms companies go on hiring spree“)

Tagesspiegel: Wegner und Spranger nach Berliner Blackout zerstritten. „Manchmal würde ich sie gerne raus…“, soll Kai Wegner (CDU) über Innensenatorin Iris Spranger (SPD) gesagt haben. Ihn soll ihr Ton verärgert haben, sie habe dem Bezirk zu lange nicht geholfen. Zentral ist die Ausrufung der Großschadenslage, die nach Wegners Meinung zu spät erfolgt ist. Spranger stellte Wegners Version infrage und machte öffentlich, ihn nicht erreicht zu haben. Bis vor kurzem galten sie als eng vertraut. („Der Streit zwischen Wegner und Spranger spitzt sich zu“)

Handelsblatt: Gegen US-Notenbankchef Jerome Powell wird ermittelt. Die Vorgängerin Powells an der Spitze der Fed, Janet Yellen, sagte CNBC, die USA seien auf dem „Weg in eine Bananenrepublik“. Sie reagiert auf Ermittlungen gegen Powell. Anlass dafür ist die milliardenschwere Renovierung zweier Gebäude der Fed, die teurer als geplant wird. Powell sehe in dem Vorgang eine Schikane des US-Präsidenten, der sein erklärter Gegner sei. („Märkte fürchten Endspiel um die Unabhängigkeit der Fed“)

NYT: So viel Weimar müssen gegenwärtige Demokratien fürchten. Anders als früher behaupten Wissenschaftler nicht mehr, dass der Niedergang der Weimarer Republik unausweichlich war. Wie heute hätten Anti-Demokraten sie gezielt bekämpft, eigene Wahrheiten über ihre Medien verbreitet und ausgenutzt, dass das Establishment sich an Regeln hält. Demokratien bräuchten ständige Verteidigung – sonst würden sie von innen zerstört. („A Failed State Shaped the 20th Century. Can Today’s Leaders Avoid Its Fate?“)

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Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2026