Berlin.Table Must Reads

Must Reads 23. Februar

23. Februar 2026

FAZ: Sachsen will Refugium für Rechtsextreme in Justiz verhindern. Damit Sachsen kein Einfallstor wird, planen CDU und SPD eine schnelle Gesetzesänderung. Grund dafür ist die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Bautzen, die dem der rechtsradikalen Aktivist John Hoewer ermöglichte, sein Referendariat in der sächsischen Justiz anzutreten. Er war in Rheinland-Pfalz wegen „mangelnder Verfassungstreue“ abgelehnt worden. („Ausweichquartier für rechtsextremistische Bewerber“)

Tagesspiegel: Betreiber machen aus Wohnheimen Millionengeschäft. Eine Million Euro pro Tag zahlte Berlin zuletzt täglich für die Unterbringung von etwa 39.000 Wohnungslosen. Die Heime sind verdreckt, die Räume klein, kalt, Duschen und Küchen geteilt. Dennoch kassieren die zu 90 Prozent privaten Betreiber pro Person mitunter 1.300 Euro im Monat. Das System ist anfällig für Missbrauch. Ein Bezirksstadtrat spricht von einer „Goldgrube“. („Das Millionen-Geschäft mit der Wohnungslosigkeit“)

Welt: Weidel fordert Konsequenzen von Vize-Fraktionschef. Weil Stefan Keuter seine Lebensgefährtin beschäftigt haben soll, forderte Alice Weidel bei der Vorstandssitzung am Montag, dass er binnen einer Woche darlegen muss, welche Konsequenzen er zieht. Der Vorstand beschloss auch, Jan-Wenzel Schmidt aus der Fraktion zu werfen. Er hatte schwere Vorwürfe gegen den AfD-Landesvorstand Sachsen-Anhalts erhoben. („Vorwurf Parteischädigung – AfD-Spitze will Abgeordneten aus Bundestagsfraktion werfen“)

SZ: In der CDU regieren trotz Frauenquote vor allem die Männer. Am Dienstag wird die verstorbene Christdemokratin Rita Süssmuth mit einem Trauerstaatsakt geehrt. Sie hat das Land mit ihrem Kampf für mehr Frauen in der Politik geprägt. Jahre nach ihrem Ausscheiden aus der Politik führte ihre Partei 2025 sogar eine verbindliche 50-Prozent-Quote für Parteigremien ein. Nur zeigt der Blick auf die Realität auch: Parität ist damit noch lange nicht erreicht. An der Spitze der Partei – bei Kanzler, Parteichef, Generalsekretär oder Ministerpräsidenten – dominieren die Männer. („Die CDU hat eine Frauenquote – doch an der Macht sind weiter die Männer“)

Tagesspiegel: Autoritäre Sehnsüchte in Berlin steigen weiter. Dem Berlin-Monitor zufolge empfinden 86 Prozent die Demokratie noch als passendstes System; der Tiefstwert seit Beginn der Befragungen 2019. Gut 27 Prozent stimmen jedoch ganz oder teils zu, dass Deutschland einen Führer brauche, der mit starker Hand regiert. Antisemitismus hat sich in Berlin besonders verbreitet, mehr als in West- oder Ostdeutschland. Ein Fünftel stimmte ganz oder teils zu, dass Juden mit Tricks arbeiteten, um ihre Ziele zu erreichen. („Vertrauen in die Demokratie auf Rekordtief“)

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Letzte Aktualisierung: 23. Februar 2026