Gasversorgung: Netzagenturchef Müller erwartet keine Engpässe

03. März 2026

Gasversorgung: Netzagenturchef Müller erwartet keine Engpässe. Trotz der vergleichsweise leeren Gasspeicher und dem Ausfall von Flüssiggaslieferungen aus Katar rechnet der Präsident der Bundesnetzagentur nicht mit Problemen bei der Gasversorgung in Deutschland. Eine neue Gaskrise sei „überhaupt nicht abzusehen“, sagte Klaus Müller im Podcast Table.Today. Zwar seien die Gasspeicher mit rund 20 Prozent aktuell „eher niedrig befüllt“. Deutschland beziehe aber kein Gas aus Katar, und durch die milde Witterung leerten sich die Speicher derzeit auch nicht weiter – im Gegenteil: „Seit vier Tagen speichern wir ein“, sagte Müller.

Der Konflikt führt aber zu deutlich höheren Preisen. Der Weltmarktpreis habe sich in den letzten 48 Stunden fast verdoppelt. „Das ist ein harter Schlag für alle Unternehmen, die am Spotmarkt Gas beschaffen müssen“, sagte Müller. Allerdings hätten die relevanten Akteure auf dem Gasmarkt deutlich gemacht: „Für eine gewisse Zeit sind auch diese Preisspitzen auszuhalten.“ Privatkunden seien durch Verträge mit längerfristigen Festpreisen in der Regel zunächst geschützt, könnten die Auswirkungen aber später spüren. „Alles steht und fällt damit, wie lange der Krieg, die Krise andauert“, sagte der Behördenchef. Dass die Füllstandsvorgaben für die deutschen Gasspeicher im letzten Jahr abgesenkt wurden, hält Müller weiterhin für richtig. Nun brauche es aber einen „neuen Absicherungsmechanismus“, um gegen künftige externe Schocks besser geschützt zu sein. „Die Diskussion läuft jetzt“, sagte Müller. „Ich gehe davon aus, dass sie sehr zeitnah entschieden wird.“

Beim Ausbau der erneuerbaren Energien äußerte Müller Verständnis für die Pläne von Katherina Reiche. Zwar verstehe er „alle Sorgen, die derzeit geäußert werden“. Gleichzeitig sei es aber richtig, den Zubau von Wind- und Solarparks besser mit der Situation im Stromnetz zu koordinieren. „Wir brauchen einen Ausbau der Erneuerbaren, aber wir brauchen ihn kosteneffizienter als heute“, sagte Müller. Wie das am besten zu erreichen sei, müsse allerdings genau geprüft werden. „Darüber gibt es jetzt eine intensive Debatte, die muss eben auch leidenschaftlich und kontrovers geführt werden.“ Den Podcast hören Sie ab 5 Uhr hier. Malte Kreutzfeldt

Table.Today. "Kommt jetzt die nächste Energiekrise? Mit Klaus Müller."

Briefings wie Berlin.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden

Letzte Aktualisierung: 03. März 2026