Saudi-Arabien und der Westen: Die Kunst als Vorhut einer geopolitischen Verschiebung

03. Februar 2026

Saudi-Arabien und der Westen: Die Kunst als Vorhut einer geopolitischen Verschiebung. Derzeit reisen ungewöhnlich viele deutsche Politiker in die Golfregion – auf der Suche nach neuen Allianzen in einer zunehmend unsicheren Welt. Die Kunstwelt hat die neue Lage längst erkannt: Frankreich ist mit dem Louvre Abu Dhabi fest in der Region verankert, die USA mit dem Guggenheim, selbst der Vatikan tritt als Leihgeber bei der Islamic Art Biennale auf. Auch bei Friedrich Merz’ Besuch ab Mittwoch in der Region dürfte neben den großen Themen Energie und Wirtschaft die Kultur eine Rolle spielen.

Deutschland unterhält seit dem vergangenen Jahr eine kulturpolitische Kooperation mit Saudi-Arabien. Sie umfasst Leihgaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die gemeinsame Ausbildung von bis zu 80 Museumsfachleuten sowie die Zusammenarbeit im Bereich zeitgenössischer Kunst am Hamburger Bahnhof in Berlin. Ende 2024 berichtete der Spiegel über eine „Shoppingtour“ des saudischen Kronprinzen auf der Berliner Museumsinsel. Verhandelt wurde das Agreement unter der damaligen Kultur-Staatsministerin Claudia Roth. Zu den treibenden Kräften hinter der Annäherung an das Königreich gehörte Roths BKM-Amtschef Andreas Görgen. Er war bereits 2016 für den Besuch von Frank-Walter Steinmeier beim Kulturfestival in Riad verantwortlich. Leonard Schulz

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Letzte Aktualisierung: 03. Februar 2026