AfD: Welches mögliche Führungspersonal der Partei für welchen Kurs steht

29. März 2026
Der AfD-Bundesvorstand 2024 (picture alliance/dpa/Bernd von Jutrczenka)

AfD: Welches mögliche Führungspersonal der Partei für welchen Kurs steht. Die Nervosität in der Spitzenriege steigt – Anfang Juli wählt die AfD ihren Bundesvorstand neu. Verhandlungen um Delegiertenstimmen laufen, viele legten ihre Worte merklich auf die Goldwaage, sagte ein Vorstand Table.Briefings. Die Wiederwahl von Alice Weidel und Tino Chrupalla gilt als relativ sicher, darunter aber dürfte sich einiges ändern. Die klarsten Ambitionen sagt man Beatrix von Storch und Stefan Möller nach. Von Storch ist eine klare Unterstützerin von Donald Trump, sie steht für die Solidarisierung mit USA, Israel, Nato, spricht fundamentalistische Christen an und sich selbst radikal gegen den Islam aus.

Mit Stefan Möller wäre Björn Höcke stärker denn je im Bundesvorstand vertreten. Möller ist seit 2014 dessen Co-Chef in Thüringen, zog 2025 mit einer Reihe anderer Vertrauter von Höcke in den Bundestag. Höcke hat eine eigene Kandidatur immer wieder öffentlich erwogen, den Sprung dann aber doch nie gewagt. Ein Höcke-Mann brächte Kontroversen innerhalb der AfD noch weiter nach oben. Höcke und seine Leute stehen für die Solidarität zum rechtsextremen Vorfeld von Identitärer Bewegung bis Götz Kubitschek, was andere kritisieren; sie stehen – anders die meisten der AfDler im Westen – für mehr Sozialismus als Neoliberalismus; und für mehr Kritik an Trump als die mächtigen Transatlantiker in der Partei.

Wer sich mit Radikalen angelegt hat, dürfte Unterstützung einbüßen. Viele verübeln es den Vorständen Hannes Gnauck und Dennis Hohloch bis heute, dass sie die Auflösung der Jungen Alternative vorangetrieben haben. Auch Kay Gottschalk geriet heftig in die Kritik, weil er zu den Befürwortern eines Ausschlussverfahrens gegen einen Vorstand der Jugendorganisation Generation Deutschland gehörte; er entschuldigte sich später dafür. Sie alle werden noch viel damit zu tun haben, sich Delegiertenstimmen zu sichern. Andere wie Marc Jongen und Roman Reusch wollen nicht mehr antreten. Ambitionen werden dafür dem NRW-Fraktionschef Sven Tritschler, MdB Martin Hess und MdB Marcel Queckemeyer nachgesagt. Für eine Deradikalisierung steht keiner von ihnen. Franziska Klemenz

Briefings wie Berlin.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden

Letzte Aktualisierung: 29. März 2026