AfD Rheinland-Pfalz: Kneipen statt Wahlkreis-Büros

24. Februar 2026

AfD Rheinland-Pfalz: Kneipen statt Wahlkreis-Büros. Der fünftgrößte AfD-Landesverband will weiter Raum greifen, indem er den Leuten niedrigschwellig begegnet: an der Theke. Mit Aperol-, Zigarren- und Flammkuchen-Abenden. Im strukturarmen ländlichen Raum, wo es sonst kaum etwas gibt – die AfD aber in einigen Wahlbezirken schon stärkste Zweitstimmen-Kraft bei der Bundestagswahl war. Dort sieht sie im Westen ihre Chance, in den Universitätsstädten kaum. In Rheinland-Pfalz hat die Partei begonnen, statt Wahlkreisbüros Treffpunkte zu eröffnen, die abends Kneipen werden. Weitere sind geplant, Immobilien besichtigt. Funktionäre versuchen nach Informationen von Table.Briefings gerade Schanklizenzen zu erhalten. Wo diese durch die Kommunen verweigert werden, geht die AfD über Vereinsgründungen.

Bundestags-Fraktionsvorstand Sebastian Münzenmaier, der aus dem Land kommt, erarbeitet dazu ein Strategiepapier. „Wir wollen es den Leuten leicht machen, selbstständig den Erstkontakt zur AfD zu finden“, sagte er Table.Briefings. Nach der Landtagswahl rechnet sie statt derzeit sechs mit mindestens 20 Abgeordneten im Mainzer Landtag. Wer selbst keine Anlaufstelle eröffnet, soll dies dem Landesvorstand übertragen – dafür aber monatlich neben der Mandatsabgabe eine dreistellige Summe zahlen. Die AfD will sich mit den Treffpunkten auch von Veranstaltern unabhängig machen. Örtlich gab es Proteste, oder Veranstalter verweigerten die Kooperation mit Rechtsextremisten. Wo es möglich ist, will die Partei Objekte lieber kaufen als pachten. Auch die SPD verspricht in Rheinland-Pfalz ein Dorfkneipenprogramm, allerdings nicht mit parteieigenen Kneipen. Franziska Klemenz

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Letzte Aktualisierung: 24. Februar 2026