Folgen des Nahostkrieges III: Mehr Geld für Putins Kriegskasse

10. März 2026
Die Preisentwicklung bei russischem Öl

Folgen des Nahostkrieges III: Mehr Geld für Putins Kriegskasse. Ausgerechnet eines der wirksamsten westlichen Sanktionsmittel gegen Moskau könnte infolge des Krieges gegen den Iran durch die USA geschwächt werden. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erwägt laut Reuters, die Sanktionen gegen russisches Öl zu lockern. Davon würden nicht nur Staaten wie Indien profitieren, die in den vergangenen vier Jahren günstiges russischen Öl massiv aufkauften. Ein besonderer Profiteur wäre Wladimir Putin. Die Lockerungen würden Moskaus Kriegskasse füllen.

Binnen kurzem hat sich der Preis verdoppelt. Noch Ende Dezember lag der Preis für Russlands Export-Öl Urals bei 46 US-Dollar pro Barrel; wegen des US-Krieges gegen den Iran sprang er auf mehr als das Doppelte: 101 US-Dollar. Den Kreml freut es, denn für das aktuelle Staatsbudget war ein Durchschnittspreis von 59 US-Dollar pro Barrel vorgesehen. Je länger also der Krieg im Nahen Osten andauert und der Preis oberhalb dieses Wertes liegt, desto mehr Geld wird Russland einnahmen – trotz der Rabatte, die es auf seine Exporte mit der Schattenflotte gewähren muss.

Zusätzlich geschmeichelt haben dürfte Putin, dass Trump ihn am Montagabend anrief. Beziehungen auf Augenhöhe mit den USA – das ist es, was Putin will. Laut Putins außenpolitischem Berater und Verhandler in der Frage der Ukraine, Juri Uschakow, sollen solche Gespräche regelmäßig stattfinden. Vor dem Telefonat mit Trump hatte Putin Russland als Öl- und Gaslieferant für den globalen Markt ins Spiel gebracht und dabei ausdrücklich eine mögliche Zusammenarbeit mit Europa erwähnt. Dass die EU sich darauf einlässt, ist aber höchst unwahrscheinlich. Die Gefahr einer globalen Energiekrise verschafft Moskau wieder mehr internationalen Spielraum. Viktor Funk

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Letzte Aktualisierung: 10. März 2026