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Zur Lage am Abend: Interviews mit Günter Oettinger, Volker Kauder, Annette Schavan und Boris Palmer

08. März 2026

Zur Lage am Abend: Interviews mit Günther Oettinger, Volker Kauder, Annette Schavan und Boris Palmer.

Günther Oettinger wünscht sich und der SPD einen jungen Gerhard Schröder.

„Es ist eine Enttäuschung für die CDU in Baden-Württemberg. Es war das klare Ziel, stärkste Partei zu werden und den Regierungschef zu stellen. Das hat nicht gereicht. (....) Wir erleben eine Deindustrialisierung, und im Grunde genommen erwartet man von der gesamten deutschen Regierung, also CDU, CSU und SPD, dass sie endlich angehen, was an Reformen für die Attraktivität des Standorts Deutschland notwendig ist. Eigentlich bräuchte die SPD einen jungen Gerhard Schröder.“

Volker Kauder betont die Noch-Immer-Wirkung von Winfried Kretschmann:

„Das Ergebnis bedeutet zunächst einmal, dass wir gegenüber dem letzten Mal zugelegt haben. Was schön ist. Aber dass wir nur auf Platz 2 sind, ist enttäuschend. Das haben wir uns anders vorgestellt. Bei der Wahl hat sich ein Ministerpräsident ausgewirkt, der 15 Jahre lang in den Augen der Baden-Württemberger das Land gut regiert hat. Winfried Kretschmann ist noch immer bei den Baden-Württembergern einer, wo sie sagen, der ist in Ordnung. Und wenn der für Özdemir eintritt, sagen sie: Das hat einen Grund.“

Annette Schavan analysiert einen Erfolg, dem das letzte Quäntchen fehlt.

„So kann es passieren. Nahezu alle Wahlkreise sind von der CDU gewonnen, die CDU hat sechs Prozent zugelegt; Manuel Hagel hat die CDU in Baden-Württemberg geeint und kampagnenfähig gemacht. Aber nun fehlen ungefähr 0,7 Prozent zum MP. (...) Es ist ein in vielen Teilen dramatisches Wahlergebnis, wenn Sie bedenken, dass die SPD bei ca. 5,5 Prozent liegt und die FDP in ihrem Stammland Baden-Württemberg nicht mehr im Landtag sein wird. Es haben sich Dinge entwickelt, die nicht vorhersehbar waren.“

Boris Palmer ist hoch zufrieden, persönlich und politisch.

„Ganz klar, ich freue mich für Cem Özdemir. Persönlich freue ich mich, weil ich seit fast 30 Jahren mit ihm befreundet bin. Und politisch, weil ich mir große Sorgen um die Ökologie in Deutschland gemacht hätte, wenn es den Grünen in Baden-Württemberg nicht mehr möglich gewesen wäre, die Bodenhaftung zu behalten. (...) Über einen Wiedereintritt bei den Grünen habe ich mir bisher keine Gedanken gemacht. Die Voraussetzung dafür wäre, dass die unproduktiven Streitereien der Vergangenheit aufhören. Danach sieht es nicht aus, wenn ich heute schon lese, dass die Grüne Jugend dem Ministerpräsidenten vorschreiben will, wen er zum Minister machen darf und wen nicht.“

Was führende Linke, Liberale und Sozialdemokraten über diesen Abend denken, lesen Sie hier.

Im Podcast Table.Today werden Michael Bröcker und Helene Bubrowski das Endergebnis diskutieren und mit vielen Gesprächspartnern erörtern. Das Gespräch hören Sie ab 5 Uhr hier.

Table.Today. "Cem Özdemir gewinnt in Baden-Württemberg – die Folgen für den Bund."

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Letzte Aktualisierung: 08. März 2026