Chinesische Gastro- und Kaffee-Ketten drängen nach Westen

14. März 2026
Günstige Preise, wenig Personal: Zuletzt kam die Kaffeekette Cotti Coffee nach Deutschland. (picture alliance / dpa | Horst Galuschka)

Weil der heimische Markt gesättigt ist, drängen immer mehr chinesische Gastronomie- und Getränkeketten ins Ausland. Zuletzt wagte der Kaffeeanbieter Cotti Coffee den Sprung nach Deutschland. Das Geschäftsmodell folgt einem in China erprobten Prinzip: kleine Filialen, wenig Personal, niedrige Preise und Rabatte für Bestellungen über Apps. Auch andere Marken drängen auf internationale Märkte. Die Milchtee-Kette Mixue eröffnete im Dezember ihre erste Filiale in New York. Mit rund 45.300 Standorten verfügt das Unternehmen inzwischen über ein größeres globales Filialnetz als McDonald’s. Neben Cotti und Mixue verfolgen auch Luckin Coffee und Chagee ehrgeizige Expansionspläne und wollen im Westen langfristig mit Branchenriesen wie Starbucks konkurrieren.

Nach Deutschland expandieren im Zuge des Trends zu authentischer chinesischer Küche bislang vor allem Restaurant-Franchises wie Chen Xiang Gui, Yangguofu Malatang, Jinweide und Xiao Long Kan Hotpot. „Die Wahrnehmung asiatischer Küche in Europa verändert sich“, sagt Li Mianqing, Betreiber von Chen Xiang Gui Deutschland. Gäste seien zunehmend offen für spezialisierte Konzepte jenseits des klassischen China-Restaurants. Gleichzeitig seien die Markteintrittshürden hoch. Unterschiedliche Regulierung, Arbeitsmarktstrukturen und Konsumgewohnheiten erforderten erhebliche Anpassungen.

Ähnlich sieht es der Berliner Gastronom Kachun To vom Dim-Sum-Restaurant Bao Gao Club. Die größte Herausforderung sei, Konzepte aus China an die deutlich höheren Lohnkosten und unterschiedliche Konsumgewohnheiten in Deutschland anzupassen. „Geschäftsprozesse, die im chinesischen Heimatmarkt funktionieren, können hier schnell unökonomisch werden“, sagt To. Für chinesische Anbieter bleibt der US-Markt deshalb bis auf Weiteres attraktiver: Er ist größer, bürokratisch homogener als Europa und verspricht höheres Absatzpotenzial. Fabian Peltsch

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Letzte Aktualisierung: 14. März 2026