Energiepreiskrise: Warum eine Reaktivierung von Kohlekraftwerken kaum möglich ist

08. April 2026

Energiepreiskrise: Warum eine Reaktivierung von Kohlekraftwerken kaum möglich ist. Der von der Koalitions-Taskforce derzeit geprüfte Plan, aufgrund der hohen Energiepreise Kohlekraftwerke wieder hochzufahren, hat kaum Chancen auf Realisierung. Das BMWE bestätigte auf Anfrage zwar, dass dieser Vorschlag geprüft werde. Dass er umgesetzt wird, sei aber kaum zu erwarten, heißt es aus dem Haus von Katherina Reiche. Zum einen wäre für eine solche Maßnahme eine Genehmigung der EU notwendig. Dass diese erteilt werde, sei „sehr fraglich bis unmöglich“, heißt es in einer internen Analyse des Ministeriums. Denn anders als 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, droht derzeit kein realer Versorgungsengpass.

Zum anderen gibt es kaum Kraftwerke, die für ein Hochfahren verfügbar wären. In der Kapazitätsreserve, die für Versorgungsengpässe bereitgehalten wird, befinden sich derzeit nur Gaskraftwerke. Zur Netzreserve, die genutzt wird, um den Stromfluss bei Netzengpässen sicherzustellen, gehören zwar auch einige Steinkohlekraftwerke. Viele davon seien aber bereits alt und ihre Verfügbarkeit sei stark eingeschränkt, heißt es aus Ministeriumskreisen. Ein Einsatz über das derzeitige Maß hinaus sei problematisch, denn die Anlagen könnten dadurch weiter verschleißen und würden somit künftig nur noch eingeschränkt zur Netzstabilisierung zur Verfügung stehen. Zudem sei unsicher, ob der Strompreis durch den Einsatz der Kohlekraftwerke überhaupt sinken würde, denn diese hätten aufgrund ihrer geringen Effizienz vergleichsweise hohe Erzeugungskosten. Malte Kreutzfeldt

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Letzte Aktualisierung: 08. April 2026