Alexandria Ocasio-Cortez in Berlin: Lehrstunde für die deutsche Sozialdemokratie

LB
15. Februar 2026

Alexandria Ocasio-Cortez in Berlin: Lehrstunde für die deutsche Sozialdemokratie. Am Sonntagabend sprach die US-Demokratin an der TU Berlin vor rund 1.000 Studentinnen und Studenten mit der SPD-Abgeordneten Isabel Cademartori. Das Gespräch zeigte: Ocasio-Cortez ist das, was die SPD gerne sein möchte – authentisch und mit klaren Botschaften. Regierungen hätten sich zu weit davon entfernt, auf die Bedürfnisse der Arbeiterklasse einzugehen, sagte sie. Ein Grund für den anhaltenden Populismus, den Ocasio-Cortez nicht per se negativ sieht. Es komme auf die Erzählung an. Die Rechten würden Migranten und Arbeitslosen die Schuld an der Entwicklung geben. Das alles diene nur dazu, „von der Wahrheit abzulenken: nämlich, dass es die Wirtschaftseliten sind, die sich den Löwenanteil des Wachstums sichern und der Arbeiterklasse nur Krümel übrig lassen“, sagte sie weiter.

Während Ocasio-Cortez in den USA als linke Politikerin wahrgenommen wird, gelten ihre Forderungen hierzulande als sozialdemokratisch mehrheitsfähig. Umso interessanter war für die anwesenden SPD-Politiker wie den Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach, Franziska Giffey und den Bundestagsabgeordneten Adis Ahmetovic, dass Ocasio-Cortez es in rund 90 Minuten schaffte, die Studenten und potenziellen SPD-Wähler für ihre Thesen zu begeistern. Die US-amerikanische Politikerin wird derzeit als mögliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten für 2028 gehandelt. Ein Indiz dafür war für US-Medien ihre Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz. Laura Block

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Letzte Aktualisierung: 15. Februar 2026