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dòufuzhā gōngchéng 豆腐渣工程 – Tofukrümel-Konstruktion

豆腐渣工程 - dòufuzhā gōngchéng - Tofukrümel-Konstruktion
豆腐渣工程 – dòufuzhā gōngchéng – Tofukrümel-Konstruktion

Bröselnde Brücken und marode Mauern – das klingt nach Pfusch am Bau, oder nach einer Tofukrümel-Konstruktion (豆腐渣工程 dòufuzhā gōngchéng), wie der Chinese sagen würde. Angelehnt ist der bildhafte Begriff an ein Nebenprodukt der Tofu- und Sojamilchherstellung, nämlich 豆腐渣 dòufuzhā (wörtlich „Tofukrümel, Tofurückstand“). Die bröseligen Pressrückstände (in Japan auch Okara und in unseren Breiten bei der Wein- und Bierherstellung Trester genannt) werden in China gerne zu eigenen Gerichten weiterverarbeitet, es soll schließlich nichts verkommen. Unter Zugabe von Wasser, Würze und allerlei anderem entstehen so beispielsweise schmackhafte Brei- und Süßspeisen. Natürlich eignen sich die Tofukrümel ausdrücklich nicht zur Verwendung im Bauwesen (werden sie auch nicht). Aber wenn es bautechnisch mal irgendwo bröselt und wackelt oder offensichtlich schlampig gearbeitet wurde, unken die Chinesen gerne, dass hier wohl „dòufuzhā“ als Baumasse diente.

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