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Befreiung vom PU-Letter-Zwang für das Arbeitsvisum

Von Guilia Interesse, Dezan Shira

Einige ausländische Reisende müssen ab sofort keinen PU-Letter mehr beantragen, wie das Shanghai Foreign Affairs Office uns bestätigt hat. Sie können auch ohne das Einladungsschreiben bei den zuständigen Behörden im Ausland ein Arbeitsvisum/Z-Visum beantragen. Dafür ist nur noch ihr „Notification Letter of Foreigner’s Work Permit“ nötig. Folgende Gruppen kommen in den Genuss der Erleichterung:

  • Ausländer mit Arbeitserlaubnis sowie
  • Ausländische Familienangehörige, deren Ehepartner die Genehmigung erhalten hat, in China zu arbeiten (einschließlich derjenigen, die sich bereits im Land befinden), sowie deren Kinder unter 18 Jahren.

Wir gehen davon aus, dass die Änderungen nicht nur für Shanghai gelten, sondern bald auch auf andere Provinzen ausgedehnt werden.

Im Folgenden finden Sie einige Hinweise aus der oben genannten Bekanntmachung, die als allgemeine Referenz dienen sollen, bis die offizielle Auslegung bekannt gegeben wird:

  • Der Antrag für ein Arbeits-/Z-Visum, das Visum für private Angelegenheiten/S-Visum und das Visum für Familienzusammenführung/Q-Visum sind von der Vorlage eines PU-Einladungsschreibens befreit.
  • Ausländische Reisende, die aus anderen Gründen nach China kommen, wie zum Beispiel Geschäfts-/M-Visum, Austauschbesuch/F-Visum, müssen weiterhin ein PU-Einladungsschreiben beantragen.
  • Derzeit gibt es keine Neuigkeiten über die Öffnung von Visumanträgen für Visumarten wie Tourismus oder Studium.
  • Da diese Entwicklungen noch nicht offiziell bekannt gegeben wurden, empfehlen wir Ihnen, sich bei Ihrer Botschaft oder Ihrem Konsulat vor Ort zu erkundigen, ob Sie von dieser Aktualisierung betroffen sind. Das gilt insbesondere für diejenigen, deren Arbeitserlaubnis noch gültig ist, während die Aufenthaltserlaubnis bereits abgelaufen ist.

Was ist ein PU-Letter?

Der PU-Letter für China (auch als Einladungsschreiben bekannt) ist ein von der Regierung ausgestelltes Dokument, das Ausländer erhalten müssen, bevor sie verschiedene Arten von Visa beantragen können. Der PU-Letter wird von der Provinzbehörde für auswärtige Angelegenheiten ausgestellt, in der das chinesische Unternehmen ansässig ist, das den Antragsteller einlädt. Es liegt in der Verantwortung des Unternehmens selbst, den Brief über die jeweilige lokale Regierungsverwaltung zu beantragen.

PU-Letter wurden während des Ausbruchs der Epidemie eingeführt, um strengere Grenzbeschränkungen zu ermöglichen. Es ist seitdem nicht das erste Mal, dass der Zwang zum PU-Brief für bestimmte Gruppen von Reisenden wieder aufgehoben wurde. Die chinesische Regierung hat bereits angekündigt, dass in einigen Fällen auf ein Einladungsschreiben für Personen verzichtet wird, die mit chinesischen Covid-19-Impfstoffen geimpft wurden. Ausländische Antragsteller mussten jedoch nach wie vor individuell geprüft werden, da die offiziellen Voraussetzungen für die Zulassung lediglich als „wesentliche Geschäftstätigkeit in zahlreichen Branchen“ eingestuft worden waren, was eine weit gefasste Definition darstellt.

Dieser Artikel ist zuerst im Asia Briefing erschienen, das von Dezan Shira Associates herausgegeben wird. Das Unternehmen berät internationale Investoren in Asien und unterhält Büros in China, Hongkong, Indonesien, Singapur, Russland und Vietnam.

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