Themenschwerpunkte


Wird der digitale Yuan zum internationalen Vorbild?

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  • Bei der Entwicklung und Erprobung digitaler Währungen und Zahlungsanwendungen gehört die chinesische Zentralbank (PBoC) zu den weltweiten Vorreitern.
  • Die Zentralbank hatte im August 2020 offiziell mit „e-CNY“-Testläufen in vier Städten begonnen. Mittlerweile wurden die Pilotprojekte auf 23 Städte in 15 Provinzen ausgeweitet.
  • Die Nutzung des digitalen Yuan entwickelt sich rasant: In den ersten zehn Monaten (August 2020 bis Juni 2021) wurden 70 Millionen Transaktionen über den digitalen Yuan abgewickelt, was einem Wert von 34,5 Milliarden Yuan entspricht. Davon wurden alleine in den letzten drei Monaten (Juni bis August 2022) 36 Millionen Transaktionen im Wert von 17 Milliarden Yuan mit der digitalen Währung abgewickelt, was auf eine deutliche Zunahme hinweist.
  • Gleichzeitig wird der Anwendungsbereich weiter ausgedehnt und umfasst neben Zahlungsmöglichkeiten beim Einkaufen und in Restaurants nun auch erste Versuche bei Steuerrückzahlungen und öffentlichen Dienstleistungen.
  • Die derzeitige Dynamik zeigt deutlich, dass die chinesische Zentralbank fest entschlossen ist, auf eine zentralisierte digitale Währung umzusteigen. Damit will sie die Kontrolle über die wichtigste Zahlungsmethode der Zukunft erlangen und eine strengere staatliche Kontrolle von Finanzaktivitäten ermöglichen.
  • Ob sich der digitale Yuan in seiner jetzigen Form zu einer internationalen Währung entwickeln könnte, bleibt jedoch fraglich: Die zentralisierte Struktur, bei der die Zentralbank Zugang zu persönlichen Daten erhält, dürfte in den meisten anderen Ländern äußerst problematisch sein. Dass sich andere Zentralbanken für ihre eigene digitale Währung am chinesischen System orientieren werden, erscheint unwahrscheinlich.

Sinolytics ist ein europäisches Beratungs- und Analyseunternehmen, das sich auf China spezialisiert hat. Es berät europäische Unternehmen bei der strategischen Ausrichtung und den konkreten Geschäftsaktivitäten in der Volksrepublik.

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