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Emissionshandel: Der neue Spieler schießt noch keine Tore

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  • Von Xi Jinpings Klimaversprechen angetrieben, startete China im Juli 2021 seinen nationalen Emissionshandel. China setzt große Hoffnungen auf marktbasierte Anreize zur CO2-Reduktion.
  • Der Umfang ist zunächst auf ca. 2200 Kraftwerke beschränkt, die ein „Cap-and-Trade“ Prinzip anwenden. Damit sind 43 Prozent der chinesischen CO2-Emissionen abgedeckt. Die Marktgröße ist mit dem EU-Emissionshandel vergleichbar.
  • Doch Handelsvolumen und Preis liegen bislang ausgesprochen niedrig. Viele frei ausgegebenen Zertifikate, unklare Bestrafung im Falle von Übertretung der Emissionsmengen sowie der Ausschluss von Finanzinvestoren sorgten für einen langsamen Handelsstart.
  • Um ein Treiber der CO2-Reduktion zu sein, muss Chinas Emissionshandel lebendiger werden. Also: freie Zertifikate limitieren, Marktsektoren wie Stahl und Zement einbeziehen und den Markt für institutionelle Investoren öffnen.
  • Momentan jedoch gehen die Experten der Tsinghua Universität davon aus, dass bis 2030 der CO2-Preis lediglich auf 100 Yuan pro Tonne steigen und damit weit unter dem Preis in der EU liegen wird.
  • Implikationen: Wenn Chinas Emissionshandel die Kosten von CO2-Ausstoß erhöht, können ausländische Unternehmen, die teilweise schon lange in CO2-Reduktion investieren, einen Wettbewerbsvorteil erlangen.
  • Allerdings wird der CO2-Preisunterschied zwischen China und EU sich negativ auf Chinas Exporte in die EU auswirken, sobald der geplante „Carbon Border Adjustment Mechanism“ greift.

Sinolytics ist ein europäisches Beratungs- und Analyseunternehmen, das sich vollständig auf China konzentriert. Es berät europäische Unternehmen zur strategischen Ausrichtung und spezifischen Geschäftsaktivitäten in China.

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