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China fördert Städtecluster für mehr regionale Integration

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  • Das Konzept der „Städtecluster“ tauchte erstmals im Jahr 2006 in einem Dokument der Zentralregierung auf. Zu einer Zeit, als Chinas Urbanisierungsrate bei 43 Prozent lag, bestand das Ziel der Stadtcluster darin, kleine und mittelgroße Städte zu erschließen und so neue Wachstumstreiber zu schaffen.
  • Bislang hat China 19 solcher Städtecluster bewilligt, die 75 Prozent der chinesischen Bevölkerung und die wohlhabendsten Metropolen des Landes abdecken. Laut der vom Staatsrat geführten China Development Research Foundation ist der Integrationsgrad der einzelnen Cluster jedoch noch sehr unterschiedlich. Das betrifft insbesondere die Angleichung der öffentlichen Dienstleistungen, die koordinierte Politikgestaltung und die Haushaltsausgaben.
  • In diesem Zusammenhang wurde im Rahmen des 14. Fünfjahresplans eine neue nationale Strategie zur Verbesserung der regionalen Integration und der Ressourcenoptimierung innerhalb der 19 Städtecluster gefordert. Die beiden wichtigsten politischen Schwerpunkte sind Marktintegration und Verkehrsverflechtung.
  • Die Maßnahmen des Staatsrats für eine marktorientierte Faktorallokation werden zunächst in den großen Stadtclustern erprobt. Diese Pilotprojekte konzentrieren sich auf Reformen der Boden- und Arbeitsproduktivität, einschließlich Maßnahmen zur Liberalisierung der städtischen Siedlungsbeschränkungen. So soll auf der Lokalebene mehr Entscheidungsfreiheit bei der Vergabe und Erschließung von Land möglich werden.
  • Eine weitere Herausforderung stellt die Interkonnektivität dar: China verfügt über eine hohe Beförderungskapazität, ist aber bei der Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsträger weniger effizient. Das Verkehrsministerium plant bis 2025 den Bau weiterer Intercity-Eisenbahnen sowie die Verbesserung der Transportgeschwindigkeit innerhalb der Großstadtcluster. Dies wird zu einer erhöhten Nachfrage für Investitionen in Basisinfrastruktur und Verkehrsverbindungen führen.
  • Multinationale Unternehmen müssen die Synergien ihrer Standorte in China unter dem Aspekt dieser städtischen Clusterpolitik neu bewerten. Sie müssen die politische Dynamik auf einer neuen Ebene der Politikgestaltung im Auge behalten. Während Unternehmen von einem stärker integrierten, produktiveren städtischen Markt profitieren, werden sie gleichzeitig mit einer verschärften, besser koordinierten überregionalen Umsetzung von Vorschriften, beispielsweise in Umweltfragen, konfrontiert.

Sinolytics ist ein europäisches Beratungs- und Analyseunternehmen, das sich auf China spezialisiert hat. Es berät europäische Unternehmen bei der strategischen Ausrichtung und den konkreten Geschäftsaktivitäten in der Volksrepublik.

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