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Am teuren Ende der Wertschöpfungskette

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  • Chinas Beteiligungsquote an der globalen Wertschöpfungskette hat sich nach Berechnungen von Sinolytics, basierend auf der UNCTAD-Eora-GVC-Datenbank, von 29,5 Prozent im Jahr 1990 auf 44,6 Prozent im Jahr 2018 deutlich erhöht.
  • Der Blick auf Import und Export von Gütern erzählt zwei unterschiedliche Geschichten: China steigert einerseits kontinuierlich seine Wertschöpfung an Exporten von unmittelbaren Gütern, die anschließend in Drittländer exportiert werden – zugleich hat die Abhängigkeit von Importen ausländischer unmittelbarer Güter um 2008 ihren Höhepunkt erreicht und ging dann allmählich zurück.
  • Eine Erklärung für den Rückgang der Importabhängigkeit ist der Reifegrad der chinesischen Industriesektoren: Diese erstrecken sich nun über vertikale Wertschöpfungsketten und haben die Nachfrage nach importierten ausländischen Teilen oder Rohstoffen stetig verringert.
  • Diese Entwicklung deckt sich mit den Absichten der chinesischen Führungsspitze: Xi äußerte sich im Jahr 2020 sehr deutlich: „(Wir) werden die Abhängigkeit der globalen Wertschöpfungsketten von China erhöhen und damit eine starke Fähigkeit zur Abschreckung und für Gegenmaßnahmen gegen eine mögliche Unterbrechung der ausländischen Versorgung erzeugen“.
  • Damit wird auch ein häufiges Missverständnis bezüglich des Konzepts der „Dual Circulation“ geklärt: Das Ziel besteht nicht darin, den Umfang des internationalen Handels zu verringern oder die chinesische Integration zu reduzieren, sondern diese für China vorteilhafter zu gestalten.
  • China beabsichtigt, mehr Einfluss auf die globale Lieferkette auszuüben, indem es seinen Exporten einen höheren Mehrwert verleiht und gleichzeitig die Risiken eines „ausländischen Einflusses“ auf seine Importe verringert.

Sinolytics ist ein europäisches Beratungs- und Analyseunternehmen, das sich ganz auf China konzentriert. Es berät europäische Unternehmen bei der strategischen Ausrichtung und den konkreten Geschäftsaktivitäten in China.

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