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Grönland entzieht chinesischer Firma Lizenz zum Eisenerzabbau

Grönland hat einem chinesischen Bergbauunternehmen die Lizenz für eine Eisenerzlagerstätte in der Nähe der Hauptstadt Nuuk entzogen. Grund sei die jahrelange Inaktivität an dem Standort Isua, teilte die Regierung am Montag mit. Auch habe das in Hongkong gegründete Unternehmen mit Namen General Nice die vereinbarten Garantiezahlungen nicht geleistet, hieß es. „Wir können nicht akzeptieren, dass ein Lizenzinhaber vereinbarte Fristen wiederholt nicht einhält“, sagte Grönlands Ressourcenministerin Naaja Nathanielsen. Die Regierung kündigte laut einem Bericht von Reuters an, die Lizenz nach der offiziellen Rückgabe durch General Nice anderen interessierten Unternehmen anzubieten.

Die Lagerstätte ist seit Jahren im Blick chinesischer Interessenten, die aber am Ende nie aktiv wurden. 2013 hatte eine britische Firma namens London Mining die Abbaulizenz erhalten. Das Unternehmen wollte rund 2.000 chinesische Arbeiter für den Bau des Projekts einstellen und China mit rund 15 Millionen Tonnen Eisenerz pro Jahr beliefern. Doch die Finanzierung gelang nicht, und das London Mining ging pleite. General Nice, ein chinesischer Importeur von Kohle und Eisenerz, übernahm 2015.

Das rohstoffreiche Grönland und die dänische Regierung sehen chinesische Investitionen seit Jahren skeptisch. Als General Nice Dänemark 2016 eine verlassene Marinestation in Grönland abkaufen wollte, legte Kopenhagen wegen Sicherheitsbedenken sein Veto ein, wie Quellen damals Reuters mitgeteilt hatten. 2018 lehnte Grönland außerdem das Angebot einer chinesischen Staatsbank und eines staatlichen Bauunternehmens ab, zwei Flughäfen in Grönland zu finanzieren und zu bauen. In diesem Jahr verbot die neue Regierung in Nuuk aus Umweltschutzgründen den Uranabbau und stoppte damit effektiv die Erschließung der Mine Kuannersuit. Diese gilt als eine der weltweit größten Lagerstätten für Seltene Erden. Das chinesische Unternehmen Shenghe Resources hatte sich zuvor dort Abbaurechte gesichert. ck

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